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Der Israelit · 1865-08-02 · Heft 31 (2.8.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 31 (2.8.1865)
Date
1865-08-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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431 lich mittelst ihrer zielweisen Sprache zugleich die Hallachah zu reciprren und anzudeuten. Jssa hat, wenn auch nicht die Mischnah. doch die Andeutungen prvv verstanden; nicht io H. Zipser. Die gegebene Erklärung muß aus der Verhandlung a. a. O. jedem Talmudkuudigen als die richtige einleuchten. Wir führen aber noch als Beweis an, daß in vielen andern Talmudstellen, wo keine zielweise Andeutung Statt hat, wirklich die männl-che Form rndki"» steht. Ein weiterer Beweis für unsere Erklärung des O'Qvri erfolgt aus PN'? .N"Q ^-7 s'chn fQ'iu dL' rlNdri dll/ ll'QDN Unbegreiflich bleibt es uns, wie H. Zipser von Aben Ei. mystisieirt werden konnte, da Aben Es. als io2>i ebenfalls zieiweffe feine Worte wählet, indem er -iiOd.i sagt nnd das absichtlich geändert. H. Zipser hat sich somit in der Auffassung des ll'Qvrr geirrt, aber nicht dem o"ci und ein Versehen nachgewiesen. Ehe H. Zipser in Zukunft dem O",-i und '"2"^ Talmudsiellen entgegengeftellt, möge er sich das aw'-w-w O'Qnri, wenn rbm aber dies nicht maßgebend, otLk'roi zurufen! Verona, 27. Juni. Am 9. d. M. erschien im hiesigen aonvento llbAli 8 ul^i ein Mann von 10 Jahrcn, welcher sich für einen Israeliten ausgab und ein scheinbar glühendes Verlangen äußerte, recht bald in den Schoß der christ-katholischen Kirche ausgenommen zu werden. Für die Zeit seiner Vorbereitung zum Empfang der Taufe verlangte und erhielt er eine Herberge im genannten Kloster. Hier erregte er durch seinen verzehrenden Bußcifer die allgemeinste Aufmerksamkeit; er aß und sprach wenig, küßte unaufhörlich ein Crucifix, das ihm geschenkt wurde, und brachte einmal eine ganze Nacht ausgestreckt auf dem Boden einer Kapelle zu. Die Teilnahme für ihn wuchs noch mehr, als er versprach, nach Empfang der Taufe sein Vermögen, das er mit 40,000 Francs bezifferte, dem Kloster zum Geschenke zu machen und als Mönch in dasselbe eintreten zu wollen. Man freute und wunderte sich allgemein über die schnellen Fortschritte, bieder sonst ungebildete Mann im Katechismus machte. Bischof Canossa selbst, von der hitzigen Fehde her, die er mit dem verstorbenen Journalisten Perego hatte, auch außerhalb seiner Diöcese bekannt, sprach überall mit der größten Rührung von dem Katechumenen und Ihat, als er einmal in einer Gesellschaft erzählte, daß der fromme Mann nach seiner Aufnahme in die Kirche auch feine an einen Ketzer verheiratete Schwester zu gewinnen hoffe, die Aeußerung: „Gott im Himmel, der hier auf Erden schon so viele Wunder gewirkt hat, wird auch dieses zu Stande bringen". Heute vor acht Tagen fand die Taufe in der bischöflichen Hauskapelle vor einem ausgewählten, frommen Publikum statt, ohne daß man dem Täufling auch nur irgend ein Document abverlangt hatte; während der Taufhandlung schwamm dieser in Thränen. Die auf heute anberaumte Firmung des Neubekehrten wurde durch einen Zwischenfall gestört. Derselbe wollte am Tage nach der Taufe einen Abstecher in die Lombardei, seine Heimath, machen, unter dem Vorgeben, sein Vermögen zusammenzuraffen und, dem Versprechen gemäß, dem Kloster zu überbringen. Er hatte die Unklugheit, sich vom Kloster ein unverhältnißmäßig großes Reisegeld auszubitten Wie bisher die Patres in der Beurteilung des seltsamen Fremdlings völlig blind geschienen hatten, so wurden sie jetzt auf einmal scharfsichtig. Sie schöpften Verdacht und verabreichten ihm kein Geld. Daraufhin ließ er nun zuweilen seine Wolfszähne unter dem Schafspelz hervorblicken und erregte Furcht. Unter einem listigen Vorwand bestimmte man ihn, aus dem Polizei-Amt sich einen Paß auszubitten. Erging in die Falle; zu seinem Unglück ist ein großer Theil des Polizei-Personals aus der Lombardei, und kaum hatte er seinen Fuß über die Schwelle des Polizei-Amtes gesetzt, so wurde der fromme Landsmann als ein in den Kerkern und Zuchthäusern der Lombardei wohlbekanntes Individuum entlarvt. Er gab sich dann auch keine weitere Mühe, sein Verbrechen zu leugnen, und gestand vorgestern, daß er es ebensowenig mit feiner Frömmigkeit als mit feiner jüdischen Herkunft ernst gemeint habe. Er ist jetzt in den Händen des hiesigen Tribunals, und es gibt Leute, welche wissen wollen, daß er nicht blos zweimal getauft worden sei. So weiß das Volk die leidige Proselytensucht mancher geistlicher Herren auszubeuten! (N. fr. Pr.) Ostindien. Jener Theil Indiens, der im Norden an China und Thibet grenzt und erst neulich an England abgetreten wurde, wird von dem Volk der Kareus bewohnt, das durch die Eigenheiten seiner religiösen Observationen sowohl, als auch durch seine gewöhnliche Lebensweise die Neugierde der Gelehrten auf sich gezogen hat. Man glaubt nämlich, in ihm wenigstens einen der verlorenen zehn Stämme entdeckt zu haben. Eine dunkle Nachricht über dieses Volk tauchte zum ersten Male im Jahre 183ö aus; jedoch erst in jüngster Zeit hatte man seine Existenz und seine Witten für würdig der Beachtung des Reisenden oder Philologen erachtet. Die jüdische Abstammung dieser Karens will man 1) in ihren häuslichen Gebräuchen, 2) Ln ihrer persönlichen Erscheinung und ihren Kleidern, 3) in ihren religiösen Traditionen und Erwartungen erblicken. Was häusliche Cioilrsation betriff^, so stehen sie wirklich auf einer weit erhabeneren Stufe als irgend ein Volk des Ostens, denn die Frau nimmt.

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