Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1865)
- Date
- 1865-08-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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430 sind gleichberechtigt, haben alle Religionsfreiheit und sind vor den Gesetzen gleich. — Die verschiedenen Classen der Bevölkerung wurden früher auf verschiedene Art hingerichtet; so wurden die Israeliten bis 18l8 verbrannt. Das kam aber ab, weil die muhammedanischen Tunesen glaubten, sonst entstehe die Pest. Der jetzige Vey aber will auch in Betreff der Todesstrafe keinen Unterschied gemacht wissen. — Das Quartier der Juden liegt in der Unterstadt und die Anzahl derselben schätzt man — Zählungen sind nie veranstaltet worden — auf mehr als 20,600. Ihr Gottesacker ist in vortrefflichem Zustand; die Gräber sind weiß angestricheu, und gilt auch heute noch der altbiblische Ausdruck: „übertünchte Gräber." — Oesterrcichischer Kaiserstaat, Sohran o. S-, Ende Juli. Dem sehr geehrten Rabbiner, Herrn Ir. Hildesheimer, meinen freundlichsten Dank dafür, daß er meine Verhandlung über das Email seiner Prüfung gewürdigt hat. Zur Steuer der Wahrheit muß ich jedoch bemerken, daß dessen Gegcngründe mich nicht überführt haben, und daß ich dadurch meine Argumente nicht für entkräftet halte, was ich im Interesse der Sache gern bereit gewesen wäre, nach meinen geringen Kräften ausführlich zu begründen, wenn nicht die verehrl. Nedaction den Faden der Discussion abgeschnilten hätte. D. Deutsch, Rabbiner. Stuhlweifienbnrg (Ungarn), im Juli. (Forts.) In Nr. 20 des „B. CH." will Herr Zipfer diese Ansicht des durch Folgendes entkräften: „Zu welchen Consequenzen mußte düse Theorie führen! Nehmen wir den Fall an, daß in zwei an beiden Ufern der Donau gelegenen Städten, in der einen deutsch, in der andern ungarisch die Volkssprache wäre, wie dies mit Alt- Ofen und Pest wirklich der Fall ist, so müßte in letzterem Orte, da die ung. Sprache gar kein Geschlechtswort kennet, die männliche Form im erstern hingegen die weibliche Form gebraucht werden." Diese Conscqueuz des Herrn Zipser ist einseitig, und die Logik in seinem Schluffe hinkt. Da die ung. Sprache gar kein Geschlechtswort kennt, ist nicht abznsehen, warum das r>. pr. eines Stromes, an dessen Ufer ein ungarischer Ort liegt, im Hebräischen das ^erius ir>. erhalten müsse, da für dieses Kenias eben so wenig wie für das wübliche ein Geschlechtswort vorhanden sei, sondern das ^enu8 jener profanen Sprache, die wie die hebräische zwei Geschlechtsformen habe. — Nun gelangen wir zu dem schweren Geschütze, daß H. Zipfer gegen spielen läßti H. Zipser sagt, „sonderbar bleibt cs immer, wie diesen beiden großen Talmudisten, Landauer und Sofer, sol- -gende Talmudstelle entgangen. Chulin p. 135 a. kommt in der Mischnah der Ausdruck rabii-, vor, den Jffa b. China (idiä. p. 137 b.) in die männliche Form v'drn corrigiren will, weil es in der Bibel so beißt. R. Jochanan jedoch erwiederte ,riOLp8 riwn prmpd pwd. Schon Iben Esra Ester 8, 17 macht aus diese Stelle aufmerksam und sucht hiermit den kalmud. Ausdruck zu vertheidigen, obwohl die hebräische Wurzel lautet". H. Zipser will hierdurch den Beweis liefern, daß in der Talmudsprache keine Sprachregeln einzuhalten seien, wie in der heil. Schrift; dies ist dem Geiste des Talmuds gerade entgegen, -^'21 n8 ,-ipiLd rid lv — Versteht es H. Zipser nicht, den Talmud zu verherrlichen, so möge er ihn durch Parteilichkeit nicht erniedrigen. Der Talmud fordert vielmehr die «L>prachrichtigüit in so entschiedener Weise, daß er sie als Kriterium der wahren Gelehrsamkeit hrnstellt. riwri' '22 ja'a j-i'I jewici 122^8 8p Die Jndäer wußten durch Sprachrichtigkeck ihre Gelehrsamkeit sich zu erhalten. Ebendaselbst werden sprachliche Varianten einer strengen Kritik unterzogen. Jm Tractat B. K. x>. 116, 2 werden für die Sprachrichtigkeit der Varianten pp'22 und pp'OQ Stellen aus der heil. Schrift citirt. Es ist nun kein Grund vorbanden, daß H- Zrpstr den Talmud einen Freibrief für Donat- Schnitzer ausstellen lasse. Noch mehr erregt unsere Verwunderung, daß H. Zipser als fleißiger Historiograph die Zeitepoche des Talmuds der unserigen adäquat macht und den Talmud das Epitheton üwii wie in nn'erer Zeit das Doctorat als artige Phrase ertheüen läßt; dem ist durchaus nicht so. Die talm. Geichrlerr werden cwir'i genannt wegen ihrer gründlichen Gelehrsamkeit, wegen ihres tiefsinnigen, aber durch zielweiscS Sprechen, verständlichen Vortrages. Dies findet hier bei dem fraglichen Wort rn8l-w seine vollständige Anwendung, um durch die weibliche Form aus den Unterschied der Wolle von Mutterschafen und jener der Widder hinzuweisen, nämlich die Wolle der Mutterschafe iei feiner, als die der Widder, wodurch hinsichtlich der Erstlingsabgabe von Wolle an Priester (no gesetzliche Diversitäten obwalten. Der Priester kann als Erstlingsabgabe von Widderwolle nicht die der Mutterschafe fordern, der Eigenthümer umgekihrt nicht geben. Jffa war ein dünkelhafter Gelehrter, hielt sich weiser als die Mischnah, sprach auch unerehrbietig von Nab, dem Oberhaupts der talm. Schule zu Sura, weshalb er im weitern Dialog mit N. Joch, von diesem zurechtgcwiesen wurde. Als dieser Jffa anstatt des zielweisen das biblische Lndni tradiren wollte, belehrte ihn R. Joch, mit dem Satz s2Lp8 O'O2/1 p^8 .->2>p8 die Schriftsprache habe nur sprachliche Bedeutung; hingegen die Sprache der Weisen habe, außer der sprachlichen für sie, die Weisen sOLp8, noch eine besondere Bedeutung, näm-