Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 29 (19.7.1865)
- Date
- 1865-07-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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405 3) Die Angelegenheiten des Vereins werden durch cin Comi16, aus 7 Mitgliedern bestehend, geleitet. 4) Dieses Somit« wird von dem Nedacteur des „Israelit" erwählt, und zwar soll dasselbe noch von 3 Rabbinen und 3 Schulmännern vertreten sein, deren Namen durch den „Israelit" veröffentlicht werden. 5) Sämmtliche Rabbinen, Lehrer und Schulvorstände, welche dem Vereine angehören, verpflichten sich, darauf hinzuwirken, daß die von dem Somit« empfohlenen Lesebücher in die ihnen untergebene Schule eingcführt werden. 6) Der Verein übernimmt die Verlagskosten der durch das Comit6 im Manuscript geprüften und gut befundenen Bücher und zahlt dem Verfasser -ein angemessenes Honorar nach noch näher festzusetzenden Bestimmungen. 7) Der Verein (bez. das Comitä) muntert durch Preisausschreiben zur Abfassung von Schulbüchern auf und dehnt seine Wirksamkeit womöglich auch auf andere Zweige der hebräischen Literatur aus. Ich zweifle nicht, geehrter Herr Nedacteur, daß, sobald der Verein constituirt sein wird, seine Einkünfte nicht auf die jährlichen Beiträge beschränkt bleiben werden, sondern daß, in Rücksicht auf den schönen und nützlichen Zweck, manche hochherzige Gabe seinen Fonds Zuflüßen werden. Jedenfalls ist das Unternehmen eines Versuches werth, und so mögen Sie Sich im Namen der jüdischen Schulen aufgefordert finden, die vorbereitenden Arbeiten dazu bereitwillig aufzunehmen. I. M. T. Nachbemerkung der Redaction. Bad Homburg, den IS. Juli. Der geehrte Einsender des vorstehenden Sendschreibens hat uns in vielen Beziehungen aus der Seele gesprochen. Der Mangel an wirklich guten und brauchbaren jüdischen Schulbüchern macht sich überall bemerkbar; wir fürchten jedoch, daß ein hauptsächlich für Schulbücher gegründeter Verein nicht den genügenden Anklang finden wird. Sollte derselbe ins Leben treten, so müßte er zwei andere Momente in den Vordergrund stellen: 1) die Edition von belehrenden Unterhaltungsschriften; 2) die Herausgabe populär gehaltener wissenschaftlicher Werke; dann erst dürfte sich die Sorge für die Schulbücher anschlicßcn. Da ferner nicht zu erwarten, daß der herauszugebende gute Stoff stets binnen Jahresfrist zu schaffen, so dürfte sich der Verein nicht an die Wiederkehr eines gewissen Zeitraumes binden, sondern je nach Bedürfniß und Arbeiten-Einlauf das Abonnement nach zwei oder drei Jahren erneuern. Schließlich müssen wir jedoch bemerken, daß es uns nicht möglich ist, die Leitung des Vereins zu übernehmen. Wie der geehrte Leser aus dem Datum dieser Nachbemerkung ersieht, befindet sich der Heraus- > geber dieser Blätter gegenwärtig im Bade*), wo er! unter göttlichem Beistände Heilung von einem Leiden sucht, das ihm durch übermäßige Anstrengung zugekommen; er darf zu den vielen Lasten des Amtes und der Redaction nicht neue hinzufügen. Nichtsdeflowe-! Niger sind wir bereit, in das Somit« einzutrelen und unser Blatt dem Vereine zur Verfügung zu stellen, sobald einer unserer gelehrten Freunde die Leitung zu übernehmen gewillt ist. Wir wollen mit Gegenwärtigem zugleich die Diskussion über den fraglichen Gegenstand eröffnen und hoffen, competente Stimmen darüber bald zu vernehmen. Die drei Wochen. Von Lehrer 0t1eu808er in Büdingen. (Fortsetzung.) II. Leben heißt streben. Wo Letzteres aufhört, ist des Ersteren Ende. Wer das Beste erstrebt, hat am Meisten gelebt. Das Beste ist unstreitig die Sphäre eines geläuterten Geistes, eines Gottgläubigen Gemüthes. Im Schmelztiegel unserer heiligen Thora wird die Läuterung experimentirt, mit der einzigen Ingredienz ,,«x usu". Ohne Bild zu reden: Wort und That, Lehre und Leben sind vie Castor und Pollux des jüdischen Religionshaushalts. Die That muß sich aber dem Worte, das Leben der Lehre accommodiren. Das Wort, die Lehre, sie sind vom Sinai, so muß folgerichtig die vollführende That, das die Lehre ausdrückende Leben sinaitischer Gestaltung sein. Dies zur kategorischen Antwort der in voriger Nummer erwähnten berüchtigten Kritik. Hörten wir nicht mehr jene vagabundirenden Ideen, sähen wir nicht mehr den religiösen Freiheitsschwindel tagtäglich vor Augen, bald würden die „drei Wochen" gegenstandslos geworden sein. Und io müssen wir, da wir der Hyper-Cultur nicht huldigen, und uns nicht unter das Commando des Levsus «vmmunis stellen wollen, fortfahren, treu unsrer tausendjährigen Tradition, eingedenk unsrer Mission, da uns zu freuen, wo die Freude, da zu trauern, wo die Trauer in's jüdische Leben eingewebt ist. In letzterer Beziehung bilden ein Hauptfactum die sogenannten „drei Wochen". Der nQvQ i"' eröffnet den Cyclus mit einem Fasttage. Dieser Tag führt eine lange, tausendjährige unheilschwangere Nacht vor unser geistiges Auge. Jerusalem, die einstige 'Sv haben zuerst Baby- *) Alle Zusendungen wolle man jedoch wie bisher nach Mainz adressiren.