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Der Israelit · 1865-07-05 · Heft 27 (5.7.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 27 (5.7.1865)
Date
1865-07-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Rr. 27 des Israelit. Heitungsnackrickten rrnd Korrespondenzen. Deutschland. Von der Rho", Von unfern Bergen läßt ssch wenig Erhebliches berichten, das einem jüdischen Herzen Interesse bieien dürfte, und wenn wir dennoch Einiges referiren, so beabsichtigen wir, zu zeigen, daß auch die Mehrzahl bei uns, im äußersten Norden Unterfrankens, mit warmem Herzen an unserer heiligen Religion hängt, und daß alle Erscheinungen auf diesem Gebiete tiefen Eindruck bei ihr machen. Weniger Erfreuliches bieten die religiösen Verhältnisse jenseits unserer Berge in den Nachbargemeinden von Weimar und Meiningen, mit welchen Nachbarn man gerne, wenn es nur ginge, religiöse Gemeinschaft machen möchte, und welche Gemeinden es auch waren, die gegen die von Seite der Behörde erkannte Aufbesserung der geringen Besoldung unseres Hrn DistrictS- Nabbiners Wormser den Recours ergriffen, was ihnen jedoch Nichts geholfen. Wenn auch damit nicht der Stab gebrochen werden soll über die Besten jener Gemeinden, so ist es doch kein gutes Zeugniß von einer Gemeinde, wenn die Bessern von den Schlechter« sich hinüberziehen lassen. In der Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg, die ich gelegentlich kennen gelernt, sind auch Zöglinge aus unserer Gegend. Diese Anstalt ffl sicherlich unter den Verdiensten des ehrwürdigen Herrn Dfftricts^Rabbiners Bamberger die Perle. Wir muffen das um so entschiedener aussprechen, als wir wissen, wie die Lehrer ans dem Lande oft rituelle Anfragen entscheiden. Was soll aber in diesem Fall aus den Gerneinden werden, wenn ihre Lehrer, wie bisher, alles hebräischen Wissens baar sind? Diese Anstalt ist in der That eine Schule, in welcher den profanen, wie den nichtprofanen Unterrichtsgegenständen gleichmäßig Rechnung getragen wird, ihre Einrichtung ist vortrefflich, ihre Lehrer sind vorzüglich gewählt und mit inniger Liebe erfüllt für ihren hohen Berus. Es ist daher rein unbegreiflich, wie man von einer gewissen Seite eine noch nicht gekannte Anstalt verdächtigen will. Allein das Gute wird bestehen und den Sieg erringen. — D o n a u f ü r st e n 1 h ü m e r. Bukarest. Wenn Herr Cremieux in seiner bei der Generalversammlung der „^llisnoe isr. uviv." gehaltenen Rede jüngst sagte: „Der Fürst Kusa hat viel versprochen, aber bisher noch gar Nichts gethan; doch hoffe ich, daß er bald mehr thun werde, als er verheißen", so hat derselbe die reine Wahrheit gesagt. Der Fürst versprach bei der Eröffnung der Kammer allen Staatsbürgern vollkommene Ernancipation, ein Wort, das bisher leider noch nicht realisirt ist und doch schon einer gewissen Partei Furcht einjagt. Einer dieser Neschaim veröffentlichte vor Kurzem eine Flugschrift in rumänischer Sprache unter dem Titel: „Sind die Juden für Rumänstn gut oder nicht?" Der Verfasser sucht alle die aOen gehässigen Vorwürfe gegen die Juden wieder hervor, ohne zu bedenken, baß diese für Israel so traurigen Zeiten G. s- D. für immer vorbei sind. Ja, er geht so weit, daß er rehauptct, alles Unglück, das unser Volk betroffen, sei tausendmal verdient gewesen; eine Wohlthat erweise die svamschs Negierung ihrem Volke, daß sie keine Juden dort dulde. Schließlich läßt er den Orakelspruch ertönen, daß Rumänien „das Land der Juden" genannt werden würde, wenn die Israeliten noch einige Jahre hier bleiben dürften. Er erinnert sich nicht mehr des Geständnisses, das die Spanier selbst rn Betreff der Israeliten vor ungefähr 9 Jahren ablegren, und das damals die Runde durch alle Blätter machte. Dagegen ist die Presse hier entschieden den wohlwollenden Absichten der Negierung zugethan. Cie warnt die Leute beständig davor, dem Verfasst r obiger Broschüre, der Lügen gesprochen habe, zu glauben Eine Schande sei es für Rumänien, daß dasselbe noch einen Menschen aufzuwcisen habe, der sulche Lügen gegen ein Volt ausstreut, das in allen Staaten den wärmsten Patriotismus zeigt. — Dagegen ergriff eine Zeitung, die „Trompete", die Partei des neuen Hamau. druckte jenes Pamphlet ab und vertheilte dasselbe in 20,000 Exemplaren unentgeltich im ganzen Land. — Der Herr erbarme Sich über Sein Volk, daß die Worte unserer Feinde nicht Wurzel, schlagen in den Herzen der Landleute! (Nach dem „Libanon".) Frankreich. st)ariö. Bei Gelegenheit des Festes des kaiserlichen Prinzen eröffnete die „Illustration Militaire" einen Concurs für das beste Musikstück aus der Kriegsgeschichte. Nur die Capellmeister aller Regimenter waren zur Bewerbung zulässig. Eine competente Jury wurde ernannt, um die Preis-Compositionen zu prüfen. Herrn M. I. Jacob. Capellmeister des ersten Dragonerregiments in der Garnison zu Luneville, wurde der Preis zuerkant. Unser Religionsgenosse hat die Geldsumme, die als Preis ausgeschrieben war der Gesellschaft „Prince Imperial" geschenkt.

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