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Der Israelit · 1865-07-05 · Heft 27 (5.7.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 27 (5.7.1865)
Date
1865-07-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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3S1 missioneu aus Atitgliedern des Vorstandes, des Repräsentanten - Collegiums und nötigenfalls auch aus anderen Gemeindemitgliedern zusammengesetzt. 43. Vorläufig sollen folgende Comissionen bestehen: Aufnahme - Commission; l>. Schätzungs - Commission; c. Schul - Commission; 3. Armen - Commission; 44. Die Aufnahme-Commission hat über die Aufnahme der sich zum Eintritt in die Gemeinde meldenden neuen Mitglieder zu beschließen und die Höhe des Eintrittsgeldes zu bestimmen. Sie besteht aus einem Vorstandsmitgliede und zwei Repräsentanten. Gegen ihre Entscheidungen ist ein Recurs an den Vorstand gestattet. 45. Die Schätzungs-Commission hat die statutenmäßig bewilligte jährliche Gemeindesteuer über die Mitglieder zu repartiren. Sie besteht aus drei Vorstandsmitgliedern und zwer Repräsentanten. Ueber Reclamatiou gegen ihre Verfügungen entscheidet in letzter Instanz der Vorstand. Fhre Mitglieder sind ebenso wie dis Vorstands-Mitglieder und die Gemeinde- Beamten zur Verschwiegenheit in Steuersachen verpflichtet. 46. Die Schul-Commission hat die der Gemeinde gehörigen Schulen zu verwalten, resp. für den freien Unterricht in anderen Schulen nach Maßgabe der ihr im Budget auf ihren Vorschlag dafür bewilligten Mittel zu sorgen. Sie besteht aus zwei Vorstands- Mitgliedern und drei Repräsentanten. 47. Ueber die Zusammensetzung und den Wirkungskreis der Armen-Commission bestimmt das Specialstatut der Armen-Anstalt das Nähere. Schluß beftimmung. 48. Zu Abänderungen des Statuts ist ein übereinstimmender, mit zwei Drittel Majorität von beiden Collegien gefaßter, und nach Verlauf von mindestens 4 Wochen wiederholter Beschluß des Vorstandes und des Repräsentanten-Collegiums, sowie die Genehmigung des Senats erforderlich. geLturrgsnachrichten und Correfporrdeuzen. Deutschland. Hamburg, den 2 Juli. „Der Würfel ist gefallen," sagte Cäsar, als er den Rubicon überschritt, und so kann auch die Repräsentanten - Versammlung nach der Sitzung vom 13 Juni sagen. Denn mit dem an diesem Abend durch Stimmenmehrheit angenommenen Beschluß, daß fortan die sich nun bildende Gemeinde keine Religionsgenossenschaft sei, und daß also nicht die Gemeinde als solche, sondern die beiden in derselben bestehenden Verbände alle cultuelle Bedürfnisse zu besorgen hätten, verliert sie wirklich nicht blos den Charakter einer orthodoxen, sondern überhaupt einer jüdischen Gemeinde. Man denke sich eine Gemeinde, deren Zusammenhalt blos im Armen- und Begräbnißwesen bestehe, die also, da 'sp ist, die Lebenden von ihrer Fürsorge gänzlich ausschließt. Von Allem, was der Jude in seinem täglichen Leben zur Befriedigung seiner religiösen Bedürfnisse nöthig hat, ist gar Nichts ihrer Fürsorge untergeordnet. Aber, wird man fragen, wie ist denn dies möglich? In Hamburg, einer Stadt, die im Rufe wirklicher Frömmigkeit (nicht mit Unrecht) steht, sollten die Orthodoxen nicht Kraft genug haben, bei einer Nepräsentanten-Versammlung, die aus freier Wahl hervorgegangen ist, ihre Stärke und ihr numerisches Uebergewicht geltend zu machen?— Nun, was die Kraft betrifft, so wäre die wohl zu finden, aber der Wille? — Die Partei, die vor etwa 8 Jahren durch die Organisation des Synagogen-Vereins Zwiespalt unter den Frommen heroorcief, diedenVerem aus alle mögliche Weise ins Leben zu rufen trachtete und dies auch ausführte, die an den Gemeinde-Vorstand zum Dank dafür, daß er ihre Pläne unterstützte, eine Dankadresse projectirte oder wirklich richtete (an denselben G-B, der schon damals mit V'x -iri'.i umging > — dieselbe ist es auch, die die unselige Fusion unter den Repräsentanten organisirte und durchsetzte. Wenn auf diese Weise die Kraft der Orthodoxie in sich gelähmt ist, so ist es noch überdies rührend zu sehen, mit welcher zarten Rücksicht, mit welcher förmlichen Coquetterie die Tempel-Partei behandelt wird, damit sie ja nicht böse werde, und wie ihr mit weißen Glacä-Handschuhen aus silbernem Präsentirteller ganz devot Alles gereicht wird, was sie in ihren kühnsten Träumen kaum zu erringen hoffte. Was Wunder also, daß diese immer höher ihr Haupt erhebt, ja sogar das Ungeheuere verlangt, anerkannt zu werden! Anerkannt mit allen ihren gegen das jüdische Gesetz begangenen Sünden, anerkannt mit ihrer Verleugnung der ge-

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