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Der Israelit · 1865-06-28 · Heft 26 (28.6.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 26 (28.6.1865)
Date
1865-06-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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373 Die Tische waren durch die Länge des Saales aufgestellt und schienen unter der Last der Ornamente, Mit denen sie überladen waren, zu ächzen. Die Meisterwerke aus den Po'.zellcmfadrikcn von Sevres, Dresden und Worcesier waren geschmackvoll zwischen Bechern, Kannen und anderen kostbaren Tafelaufsätzen, Alles aus Gold oder Silber, gruppirt. Die Gäste begannen um 5 Uhr zu erscheinen. Von den Mitgliedern der Familie waren zugegen: Baron James von Rothschild, Baronin Carl, Baronin Nathaniel, Baron und Baronin Adolph Rothschild, Sir Anthony und Lady von Rothschild, Baron und Baronin Meyer von Rothschild, Baron und Baronin Alphons, Baron Nathaniel (Bruder des Bräutigams), Baron James Nathaniel, Baron S. Albert, Baron Edmund von Rothschild, die Herren Alfred und Leopold voii Rothschild und die Fräulein Margarethe, Konstanz-.', Anna, Emma, Hannah, Alice und Bettina von Rothschild. Von den Hochzeüsgästcu seien er wähnt: der österreichische Gesandte sammt Gemahlin, ver sranzosi'che Gesandte, der Herzog und die Herzogin von Sutherland, der Herzog und die Herzogin von Sonurset, die Herzogin von St. Albans, der Herzog und die Herzogin von Wellington, der Gras und die Gräfin Essex, die Grafen Cadolgau und Duley, die Gräfin Spencer, die Gräfin Clarendon, die Lords Lennox, Southampton, Grey, der Sp echer des Unterhauses, Sir Cockburn, Sir Robert Peel und Gemahlin, Disraeli und Gemahlin, Fanckhe, Villiers rc rc. tranken die Braut und der Bräutigam aus einem Becher mit Wasser vermengten Wein, und Baron! Ferdinand steckte den Trauring an den Finger der Braut, indem er langsam und deutlich im Hebräischen die Worte sprach: „Sieh', du bist mir angelraut mit diesem Ringe nach dem Gesetze Moses und Israels." Jetzt wurde der Ehecontract verlesen, und die Gebete wurden dann wieder ausgenommen. Nachdem diese beendet waren, trank das Neuvermählte Paar abermals ein Glas Min und als dieses bis auf den Grund leer (?) war, zertrat es der Bräutigam mit! dem Fuße, während alle Verwandten und Freunde! im selben Momente laut ihre Wünsche da-brachten,! daß die Ehe eiue glückliche sein möge Nach der j gänzlichen Beendigung der Cermonie versammelten > sich die Gäste im Bankettsaale zu einem Festmahle. Disraeli brachte in einem gefühlvollen Toaste die Gesundheit der Braut und des Bräutigams aus, der Herzog von Somerset brachte einen Toast auf die ausländischen Gäste und der Lord-Oberrichter von England einen Toast auf die Jungfrauen. Der Bräutigam, die Barone James, Lionel und Nathaniel erwiederten die Toaste, für die Brautjungfern erwiderte Herr Osborne. Die Festlichkeit schloß mit einem von der Baronin gegebenen Balle, welchem die Herzoge von Cambridge und von Aumale und alle hervorragenden Mitglieder der Aristokratie beiwohnten. Kurz nach 6 Uhr versammeln sich die Gäste in dem Ballsaale, und i>r. Adler, der Oberrabbiner von London, assistirt von den Rabb. b)i . Kalisch und Green, schickte sich an, die Trauungsceremome nach dem alten isr. Ritus zu vollziehen. Ein sammtner Baldachin, an den vier Ecken von den Ehrenjunggesellen des Bräutigams getragen, wurde herbeigebracht und am obern Ende des Saales aufgestellt. Der Bräutigam, Baron Ferdinand, wurde sodann von seinen nächsten männlichen Verwandten bereingeführt und unter den Baldachin gestellt Die Braut, welche bis dahin in ihrem Zimmer geblieben war, kam jetzt in den Ballsaal herab, begleitet von vierzehn Brautjungfern, die in Rosa und Weiß gekleidet waren. An der Thüre des Ballsaales kam der Braut, welche ein weißes Sprtzenkleid trug, ihre Mutter entgegen, welche, unterstützt von den Brautjungfern, die ganze Gestalt der Braut in einen weißen Schleier hüllte, der bis zum Boden reichte. Dann wurde sie mit denselben Ceremonien wie der Bräutigam neben ihn unter den Baldachin geführt. Alle Gäste isr. Glaubens hatten ihre Hüte aufbehalten, und nachdem der Oberrabbiner eine kurze Ansprache an die Per lobten gerichtet hatte, begann die Ccremonie in hebt. Sprache. Nachdem der erste Theil vollendet war, Feuilleton. Ein jüdisches Lind. Von Or. meä. .4. Lorn Kinder leid ihr des Ewigen, eures Gottes. Daß mit dieser Bezeichnung nicht blos Knaben und Mädchen, Söhne und Töchter, sondern auch Greis und Greisin, alle Söhne und Töchter des Hauses Juda, alle Kinder Israels umfaßt werden, weiß jedes Kind. Und was kennzeichnet ein jüdisches Kind? Es ist das kindlich fromme Gemüth, das jüdische Herz, das weiche, gefühlvolle, das nicht leben kann ohne Liebe und erfüllt ist von Theilnahme, von allen warmen und sanften Gefühlen. Das jüdische Kind hat eine Tbräne des Mitleids für einen jeden Schmerz, auch für den seines Feindes, die bitterste für das Leid fernes jüdischen Bruders. Es beut die Gaben der Liebe auch seinen Feinden, doch die schönste beut es dem liebenden

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