Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1865)
- Date
- 1865-06-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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und ein falscher pi ist. Denn nx-o ^".-12 nicht Verfasser ist übrigens hier mit dem i-mrix 7>^v7i NX ndp>pv entschuldigt; er spricht hier mit etwas Selbstliebe und etwas Selbstgefälligkeit pro äorno : Priester will er selbst als Rabbiner sein. — l>. Verfasser hat die Kühnheit, als bloße Redestgur den nv'x zweimal zu verhöhnen und die .1N1NN N2N2 mit OL? zu improvisiren. Desgleichen fabricirt Verfasser mit Anführungszeichen eine wahrscheinlich biblisch klingen sollende Redefloskel: „Eden Adon," unbekümmert darüber, daß dadurch neue Ausdrücke mit O'Ln-ip.i ninn geschaffen werden und, wer weiß was, mit ihnen geschieht. Damit harmoniren gerade wie Feuer und Wasser jene pathetischen Redefloskeln, daß der Rabbiner Lehrer der geoffenbarten Lehre sein, das geoffenbarte Gesetz erklären, erläutern und lehren soll. Was er von der Art der Offenbarung hält, darüber hat der kluge Pastor zwar noch Nichts gesprochen; allein verplaudert hat sich derselbe doch. Er sagt nämlich (S. 6): „selbst Moses, dieser vollkommenste aller Menschen, wußte dies von sich (sie!) und er schrieb es daher zur Mahnung für seine Jünger nieder". Also Moses — doch prinoipiis otrsta l 11. Das Deutsche betreffend. 1. Verfasser versteht es nicht im Entferntesten, einen richtigen deutschen Satz zu schreiben Beweis: das ganze Machwerk. Einzelne Stellen zur Probe seien folgende: (S. 1 Anfang) „der Rabbiner als Lehrer der heiligen Thora ist er der Vertreter derselben", — „Predigt .... Preis beider Reden 30 kr." Die folgende und das erste Viertel der dritten Seite ist ganz tadellos, weil — ganz leer. Dann Satz 1: „die größte Wohlthat . . . ist unstreitig unter den herrlichen Vorzügen, die ihn auszeichnen und über das Thier erheben, ist gewiß in dem Schmuckkranze, der sein Haupt umgiebt und ziert, der Juwel, daß er die Einsicht hat, das Vermögen besitzt rc." — Satz 2: „Wie oft jedoch dieser Juwel . . . beraubt ward, wie oft er (nicht der (!) Juwel, sondern der gar nicht angeführte Mensch) anstatt Gott zu erkennen, dieses edle Gefühl, diese heilige Ahnung auf Dinge übertrug, die ihn nur lächerlich gemacht und ihn tief, weit tiefer unter das Thier versetzt; brauchen wir blos auf die Millionen und abermals Millionen . . . hinzudeuten, die gelebt haben und noch immer leben." Der 3. Satz besteht nur aus Citaten- Satz 4: „Ohne diese Leuchte und ohne dieses Licht ... wir taumeln blind in tiefstem Dunkel herum." Satz 5: „Und darum haben unsere Vorfahren, nachdem sie . . . verloren gesehen, haben sie . . . gerettet." S. 4 Satz 6: „ . . . und danken uns für diese göttliche Spende, daß wir sie ihnen gezeigt." Satz 7 enthält jene doppelte rwiI. '.3 Satz 8: „Heute jedoch erfüllen diese Gedanken mich." Satz 9: „Denn gestehen wir es uns, und wir haben sofort darauf genau zu merken . . rc. So geht dieser correkte Periodenbau Satz für Satz, und aus diesen wenigen Beispielen läßt sich auf das Ganze schließen. — 2. Die ELnzelwörter und Phrasen sind genau ebenso elegant wie die Perioden im Allgemeinen. Beweis: Nun ich blättere ein wenig in den wenigen Blättern und erblicke gerade (S. l): „alldiejenigen," „etwas für sündhaft ansagen," „des großen Synedrions"; „oder" statt „aber". (S. 3:) „dabei brünstig beten" statt „inbrünstig". (S. 6): „Wie der große Seher aussagt' für „sagt" „er daher sei" für: „er sei daher; (S. 7) (edle Beeren) die er „zeitenweise" reicht (alle Stunden einen Theelöffel voll, wollte sagen, alle 4 Wochen bei der „Predigt"!); er steht auf dem Berge . . . von dort aus mit spähendem, rufendem, forschendem Auge umherblickt, rügt und mahnt, lehrt und unterrichtet, aufmuntert und bessert und veredelt und fördert, also Gottes Reich . . . (S. 10): „Selbstthat" für „That" (S. 9.) „Krebswurm," „züchtigte hart es." (S. 11): „Wie wollen und sollen wir uns brüsten damit". (S. 11): (zweimal) „ohne Erhöhung der heiligen Thora" statt „Hochhebung" (desgl.). (S. 12): Laßt uns . . . auf das zweite „Ding" richten. (S. 16): Nun lasset uns das letzte „Ding" erwägen (sehr poetisch!), darin, nämlich —bossob „Feuer ... ist das Element . . . aller Leben, ist die Bedingniß jedes Regens". (S. 13): „gefressige Ungeheuer", „Lasset Euch nicht zu stark in den Kopf steigen die Hitze der Gluthen" „So in dieser Wüste die Thora nicht gegeben . . . das Geschlecht darin bleibt .... (S. 18): „Für Gott und „„Menschheit"" wohlerzogene Kinder". „Die liebe Wüste" (zweimal). (Dieses Bild soll die Jugend bedeuten. (S. 19): „Das Kind . . . hört unv steht . . . alles was auf „„ihn"" weit mächtigere Eindrücke macht als auf das reifere Alter." 3. Die Conception und die edle Natur der Bilder harmonirt mit allem Diesen a u f's Schönste. Greifen wir wieder einige heraus: (S- 1) „darum haben unsere Vorfahren . . . auS dem Schutte ihrer einstigen Glorie blos die Thora gerettet". (S- 13): , zu welchen gräßlichen gefresstgen Ungeheuer gestaltet es sich aber ... da dessen Rachen, dessen Eingeweide, dessen Körpertheile das unendliche Nichts sind". (S. 18): „Wer gute . . . Kinder hat, dessen Lebenstage mehren sich, die Minuten werden zu Jahren, die Jahre zu Jahrhunderten" rc. Einige Redefiguren sind dem zu Fleisch und Blut gewordenen Pfaffenthume zuzuschreiben, wie (S. 9): „Es gibt keinen größeren Fluch für sie menschliche Gesellschaft, als wenn die Rangstufen verwirrt werden".