Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1865)
- Date
- 1865-06-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Z65 und reinigt, er nur seinen Studien, seiner eigenen Bervollkommung obliegt, vergißt, daß er nicht zum Lernenden, sondern zum Lehrer in Israel erzogen? rc." — Die sich aufblähende Arroganz versucht hier wieder einmal einen Angriff gegen die 72L"7 '02:7, als bekümmerten sich diese nicht um Gemeinde und Schule. Damit also inaugurirt man heutzutage seine Thätigkeit als Rabbiner; mit Lügen, Verleumdungen und mit Versuchen, der Wahrheit in's Gesicht zu schlagen? Wo genügen die 72-L?'.-, '2217 oder diejenigen, denen das Gebot 7v'v) 712 7^7) kein leeres Wort ist, gegenüber ihren Gemeinden ihrer Pflicht nicht, wo stellen sie derselben nicht ihre ganze physische und intellektuelle Kraft zur Verfügung? Freilich, ne machen nicht soviel Worte, ergehen sich nicht soviel in schwungreichen (daß Gott erbarm.') Reden, wie die Reformhelden, erstreben aber desto mehr Thaten. — S. 16 ul 3 wirst die Broschüre den 7'7,72 wieder einige Brosamen hin, allein wir wollen weder „den Honig, noch auch den Stachel". - Das zweite „Ding" — ein Lieblingsausdruck dieser Predigt (vergleiche weiter unten) — ist ein WuthauSbruch gegen die Orthodoxen, der so weit geht, denselben Seite 11 zu imputiren, daß sie „den „„berufenen"" Deuter (?) und Erklärer der heiligen Thora schmähen und schänden, herabreißen von der würdigen Höhe .... und herabschleudern in die tiefste Schmutzlache da unten" (sehr poetisch!). Lügen, nichts als Lügen; die „Deuter und Erklärer der heiligen Tbora" werden von dieser Partei und nur von ihr hochgehalten; die Pfaffen und die Heuchler aber allerdings nicht. 7:227 O-.-np'Lii TU 7"7, „Wer Schriftgelehrte beleidigt, der ist ein Abtrünniger". Trotz dieses Ausspruches fährt aber in der Schilderung der Orthodoxen der gelehrte Herr vr. fort: „er speit brennende Funken in (?) die reinsten Charaktere, die in Weisheit und Frömmigkeit groß und alt geworden, geht bsarkouss solle! allllum*), trägt kleinliche Streitigkeiten, die er erzeugt , vor die öffentlichen Gerichte, streut Verleumdungen und Verlästerungen aus, posaunt Dinge in die Oeffentlichkeit, die Israels Namen schänden und entehren; der (?) aber so eifert: „„glaubt es mir, meine Freunde"" F</^), meint nur, sich einen Namen zu machen." — NUN ^2) VO127 i>2. — Solcher brutalen Gemeinheit gegenüber wollen! wir ein wenig mit der Broschüre und deren Verfasser Abrechnung halten. Wir behaupten laut und entschieden: I. Das Hebräische betreffend: 1. Der Verfasser kann nicht richtig hebräisch lesen, vulgo „dawenen". Beweis: Er schreibt in der 19 Seiten großen Broschüre auf der *) Was soll das k in Lklium? t. Seite (7 'x.-.12s«), für (ibid.) (zweimal); für (Proverbien 4, 2) TDIsss iibid. 6, 23). — Seite W für 5^2. (Exod. 19 , 12). — 7772 M (Numeri l5, 31) (S. 11) — mV für xv (S. 12), wo überdies ein ganz falsches Citat ist. — Doch citirt der Vers, auch (S. 13 Z. 8 v. u.) einen gar nicht existirenden p'22 und ändert in dieser Bibelfabrik der wirklichen Bibelstelle in — Es steht dort auch (Breita zu Abot) für daselbst ist zweimal das Wort 7cm hinzugesetzt. — Endlich citirt er für 1^-12' und gibt als den Ort, wo diese Stelle vorkömmt, Jesajas 59, 21 und das tägliche Gebet an (S. 16). *j 2. Verfasser weiß nicht, wie die hebräischen V 0 eale gelesen werden sollen und mischt lortwcrhrend die deutsche Aussprache mit der portugiesischen. Beweis: lloolaru für llaolam oder lle-onlow, rro^ooss für ^sbaotb oder (S. 4); axsilcurus für oxsikurotll; ferner ^iclulullu für §i6!ullu und so unzählige Verstoße. Aber auch Originelles liefert die Broschüre in dieser Beziehung; so ,,k' Drivllon " O212 '-) (S. 8). 3. Verfasser kann kaum eine blasse Idee von der hebräischen Grammatik und der hebräischen Exegese haben. Beweis: s7' (Ps. 29, 11) wird übersetzt (S. 2) „hat gegeben"**), "--2-27" „auch ein schöner Vorzug," „7-!'7- 727" in höchstem Maaße (S. l). — 12:^2 -np 7^2^ nvi ist folgendermaßen citirt: velo sallUreuu all uaekavau, j und übersetzt : man erkennt nichts — blos das Plätzchen, blos die Stelle, wo er als Zeichen ausgestellt stand. Der Herr Oberrabbmer hat wahrscheinlich in dieser am 10. Adar gehaltenen Predigt um des 7p 27sr 2.P 2 2'Q' Willen schon etwas 7717 sagen wollen. Von gleicher Virtuosität im Jnterpretireu zeugt auch die Stelle: 7:^ nvo 77?" „unter dreien ist das Eine rc." 4. Die Broschüre erfüllt uns mit Zweifel a) über die literarische und K) über die religiöse Zuverlässigkeit des Herrn Oberrabbiners. Beweis: aä a. er citirt LM72 Pv7 7LNI s72 (S. 6), welches ein falsches Cltat *) Freilich mag sich auch mancher Fehler durch Unachtsam samkeit des borrectors eingeschlichen Kaden; allein die falschen Citate? **) Sollte Verfasser ein verkappter Hyperorthodoxer sein, der die von Raschi nack dem Midrasch angeführte Andeutung «u0 77)7 s72 in die Ueberseßung kineintrug? — Aber das ist zu orthodox '7'v bt7PL sM'.