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Der Israelit · 1865-06-28 · Heft 26 (28.6.1865) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 26 (28.6.1865)
Date
1865-06-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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364 schöpferische Vernunft Ops?. beherrscht und erhebt ihn derart, daß er mit ihm eins wird, und die Vergänglichkeit seines Körpers und seiner Glieder sich nicht auch auf seinen Geist erstreckt. Das Streben nach Wahrheit und sittlicher Vollkommenheit ist weder von Religion noch Sprache abhängig; Du kannst Dir Kibst eine Religion ersinnen oder Dir die von den Philosophen aufgestellten Grundsätze aneignen. Nur strebe nach Wahrheit, Herzensreinheit und Vergeistigung; vielleicht wirst Du dann auch zum Propheten werden/' Der König entgegnete darauf, daß ihm die Worte des Philosophen wohl in sich begründet aber für ihn nicht ausreichend erschienen; die ihm gewordene Antwort erkenne ja gerade die Reinheit seiner Absichten, aber nicht die seiner Thaten an; es mäste also an sich Gottgefällige Thaten geben; deßwegen stritten ja auch die Bekenner des Christenthums und die Anhänger Mahomed's, die sich in die Weltherrschaft getheilt haben, miteinander. Beider Absicht sei rein und zu Gott gewandt, Beide fasten und beten, aber ein Jeder von ihnen glaube mit der Ermordung des Andern ein Gottgefälliges Werk zu thun. Beide hoffen auf das Paradies, allein Beiden zu glauben sei widersinnig. Darauf entgegnete der Philosoph, daß die Philosophie nicht die Tödtung eines Menschen erheische, daß ihr Streben vielmehr ein rein geistiges sei. Nachdem nun der König dem Philosophen 'eine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß sich bei dem rein geistigen Streben derselben doch nicht die Prophetie bei ihnen finde, entließ er ihn und beschloß, sich bei Christen und Muhamedanern Belehrung zu verschaffen, doch nicht bei den Juden, deren niedrige sociale Stellung und geringe Anzahl gegen ihre Religion wallet der Zorn über ihnen, während die Gnade denen zu Theil wurde , die ihm anhingen und ebenso den Nationen, die sich ihm anschlossen. Wenn wir auch keine Israeliten sind, so sind wir doch würdiger, so genannt zu werden, weil wir uns dem Messias und seinen 12 Jüngern, die an die Stelle der 12 Stämme traten, anschloffen; auch Viele von den Israeliten folgten ihnen und wurden zum Ferment den christlichen Nationen. — Wir sind jetzt die wahren Israeliten, und unser ist die Macht und die Herrschaft in den Ländern. Alle Nationen sind zu diesem Glauben berufen, und der Messias hat erklärt: „Ich bin nicht gekommen eins von den Geboten der Israeliten und ihres Propheten Moses aufzuheben, sondern sie zu festigen und zu kräftigen." — Hierauf entgegnete der König der Chazaren: „Die Vernunft verwirft das Meiste von dem, was Du gesagt Haft, als vernunftwidrig; es sei denn, daß Du durch Beweise und Experimente das Gesagte unumstößlich bewahrheiten könntest, wie es die Naturforscher mit dem anfangs Unglaublichen machen. Mein Verstand jedoch widerstrebt der Annahme dieser Dinge, weil sie mir neu sind, und ich nicht in ihnen erzogen worden bin. Es ist daher meine Pflicht, so lange sorgfältig nachzuforschen, bis ich gründlich erkenne." Dann ließ der König einen muhamedanischen Weisen kommen, um auch ihn zu befragen. l Fortsetzung folgt.) Literarischer Gericht. zeuge. Der herbeigerufene christliche Gelehrte belehrte ihn, daß er an die Schöpfung der Welt und an die Ewigkeit Gottes glaube und an die Abstammung des Menschengeschlechts von einem Paare, an die göttliche Fürsorge für alles Erschaffene, an die Offenbarung Gottes an Seine Propheten und Frommen, in deren Mitte Er throne. „Kurz," fügte er hinzu, „ich glaube an Alles, was in der Thora und den heiligen Schriften der Israeliten, an deren Wahrheit wegen ihrer Verbreitung und Offenbarung vor großen Volksmengen nicht zu zweifeln, enthalten ist. Später verkörperte sich die Gottheit und ward zum Embryo im Leibe einer vornehmen jüdischen Jungfrau; sie gebar ihn als sichtbaren Menschen, während er nach seinem geheimen Wesen ein Gott war. Das ist der Messias, welcher der Sohn Gottes heißt; er ist zugleich der Vater, der Sohn und der heilige Geist, den wir für eins halten, wenn wir sie auch als drei bezeichnen. Er thronte unter den Israeliten, bis sie sich gegen ihn empörten und ihn tödteten; seitdem Predigt, gehalten von vr. kolLkonstviu, Ober- Rabbiner in Steinamanger, 1865. Unter diesem Titel erschien in jüngster Zeit eine salbungsvolle Epistel, welche zu besprechen wir schuldig zu sein glauben. Denn in derselben ist ein so arroganter Ton angeschlagen, daß wir beweisen müssen, die orthodoxe Partei sei G. f. D. noch nicht mundtodt, sondern habe im Gegentheil Vertheidiger genug. Nur diese Betrachtung konnte uns bewegen, gegen das vorliegende Elaborat aufzutreten. — Von den vielen Stellen der Broschüre, welche gegen die Wahrheit verstoßen, und deren Unrichtigkeit nicht schwer zu beweisen ist. mögen nur einige besprochen werden. Seite? heißt es: „Ist Derjenige ein emsiger einsichtsvoller Wmzer im Weinberge des Herrn, der Jünger aus allen Räumen (?) der Welt (auch vom Syrius herab?) um sich schaart, um ihnen Urtterricht zu ertheilen, dabei den eigenen Boden ungearbeitet, die Jugend der eigenen Gemeinde unbeachtet, unberücksichtigt, vernachlässigt läßt. Oder ist Derjenige, der.... er (?) nur für sich arbeitet, für sich selbst bebaut, bepflanzt

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