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Der Israelit · 1865-06-28 · Heft 26 (28.6.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 26 (28.6.1865)
Date
1865-06-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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2«. » . . V- -, »!» d. Jahrgang! er Israelit. Ein Ceütral Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgesj-eLen von Vw Lehmann in Mainz. Mainz, den 28. Juni 5625 (1 865). Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens I('2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 8V kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Da mit dem I. Juli ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns. die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel: Das Buck Kusari. (Forts.) — literarischer Bericht. — Erundzügk für ein Statur der Hamburger israelitischen Gemeinve. — Zeitungsnachrichten und Correshondenzen: Deutschland: Württemberg — Oesterr. Kaiserst.: Pesth. - Frankreich: Paris. — Palästina: Jerusalem. — Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr. Kaiscrst.: S. a. Ujbelu. — England: Vondon. - Feuilleton: Ein jüdisch Kind. — Sck'ma Iiöroel. Leitende Artikel. Das Such Lusari. (Fortsetzung.) Rabbi Jehuda Hallevi erzählt die Bekehrung des Chazarischen Königs in folgender Weise : Oftmals erschien dem Könige ein Engel im Traume, der ihm zugerufen: „Wohl ist Derne Absicht wohlgefällig vor Gott, aber nicht Deine Thaten". Daraus versenkte sich der König mit besonderer Sorgfalt in den Chazarischen Götzendienst, verrichtete selbst den Opferdieust auf's Genaueste, aber der Engel erschien ihm wieder und wieder, und wiederholte stets dieselben Worte. Dadurch aufmerksam gemacht, forschte der König nach andern Glaubenssystemen und Religionen und berief zuerst einen Philosophen zu seiner Belehrung. Dieser setzte ihm nun seinen (aristotelischen) Gottesbegriff auseinander. Gott sei das vollkommenste, unveränderliche Wesen; daher könne weder Wohlgefallen, noch Mißtrauen bei ihm statthaben, denn die Absicht bezeuge den Mangel an dem Beabsichtigten, und die Erfüllung der Absicht schließe eine Vollendung ein. der ein Mangel vorausgegangen sein müsse; ebenso habe Gott kein Wissen von den Einzelgegenständen, die stets veränderlich seien, und vom Wissen Gottes müsse die Veränderung fern gehalten werden. „Gott kennt Dich nicht," fährt er fort, „weiß von Deiner Absicht und Deinen Thaten Nichts; um wie viel weniger kann er Dein Gebet erhören oder Deine Bewegungen sehen! Wenn man sich dennoch des Ausdrucks Schöpfer bedient, so geschieht dieses nur in uneigentlicher Bedeutung, weil er bewußtlos die erste aller Ursachen ist. Niemals hat Gott einen Menschen erschaffen; denn die Welt ist ewig (pv-ip vd'p.-i '2), und alle Menschen sind nur durch Zeugung entstanden. Freilich läßt sich Alles auf die erste Ursache zurücksühren, allein diese wirkt absichtslos. Der Unterschied zwischen den Menschen stammt von den bei der Zeugung mitwirkenden physischen, geographischen und sphärischen Ursachen, in deren Folge der Neger kaum menschliche Gestalt und Sprache hat, während der Philosoph fähig ist, das Höchste zu erfassen und des göttlichen Lichtes theilhaftig zu werden. Dieses, die

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