Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1865)
- Date
- 1865-06-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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356 von K. Maria Theresia ddo. 6. October 1747 lautet der Schlußsatz Wörtlich: „dann wird denen Königgräzern verbothen, keinen in ihre Gemeinde anszunehmen, er seie dann der katholischen Religion zugethan, auch sollen sie keine Juden unter ihnen, es seie in der Rad- oder Vorstadt oder anderen Gründen leiden und dieselben beherbergen unter Verlust ihrer Privilegien/'' Welcher Umschwung seit nicht ganz hundert zwanzig Jahren! (Abdl.) Italien. In Vtncona, welche Stadt früher zum Gebiete des Kirchenstaates, dem Bagno der europäischen Juden, gehörte, in diesem selben Ancona, in welchem vor einigen Jahren noch kein jüdisches Kind in eine öffentliche Schule ausgenommen wurde, hat der Gemeinderath jüngst 700 Lire für eine isr. Mädchenschule vorirt; der Unterrichtsminister verwilligte 200 Lire fü: dasselbe Unternehmen. E. I. F r a n k r e i ch. Paris. Es gibt wohl Wenige, die eine neuere Sprache erlernt haben, denen der Name Ollendors unbekannt geblieben wäre. Tie von ihm angewandte Methode beim Ctndiren der Sprache hat bei Bielen einen großen Erfolg gehabt. Es gibt wohl kaum eine europäische Sprache, die nicht eine Grammatik hätte, welche auf diese Methode basirt ist. Ollendors ist darum in einer awistcn Beziehung eine europäische Celebrität geworden. Er starb jüngst plötzlich in Paris, wo er Professor der deutschen Sprache war, in seinem60.Lebensjo.hr. Wir entnehmen den „Arch. Isr./' daß er unser Glaubensgenosse war, woraus auch erhellt, daß seine Methode nichts Anders als eine Modification und Ausdehnung derjenigen war, nach der unsere Väter das Hebräische in ihrer Schule, dem sogenannten gelehrt wurde. Paris. (Jüdische Briese von Albert Cohn.) (Fortsetzung.) Man war genöthigt, die Knabenschule j zu schließen, und wir finden einen Beschluß vom 24. > März 1832, der zu wichtig ist, als daß er mit Still-! schweigen übergangen werden könnte:! „Das isr. Consistorium für den Pariser Bezirk beeilt sich, seinen Religionsgenoffen zu eröffnen, daß die erste Knabenschule, die momentan verschiedener Umstände halber, welche sich nicht wiederholen werden, geschloffen war, kommenden Montag den 28. März wieder eröffnet werden wird. Das Consistorium, dessen Sorgfalt, das Elend zu mildern, von wohlthätigen Männern cifrigst getheilt wird, die von demselben Geiste beseelt sind, hat Maßregeln getroffen, daß diese Schule, die lange Zeit anderen ähnlichen Anstalten znm Vcn bilde diente, Nichts an dem Ruse, dessen sie sich erfreut, verliere, und daß sie in ihrer Entwickelung, die man von ihr bei ihrem Entstehen erwartete, welche jedoch durch unvorhergesehene Zufälle gehemmt wurde, fortfahre. Das Consistorium und das Comite, welches diese Schule leitet, haben die Hindernisse, die sich der Zukunft dieser Anstalt entgegenstemmten, überwältigt, und Alles berechtigt zu der Hoffnung, daß der Erfolg von nun an gesichert sein werde. Die Nothwenbigkeit zweier Elasten, einer Elementar- und einer Hähern Claffe, wurde schon seit ihrem Bestehen wahrgenommen; Mangel an den nöthr'gen Mitteln jedoch erlaubte nicht, die zweite Claffe zu errichten; jetzt wird sie zu Stande gebracht werden. Dies wrrb eine mächtige Aneiserung für die Schüler der Elementen claffe werden. Die Studien, durch den Herrn Professor Cahen und einen Gehilfen, der sowohl durch seinen Eifer als durch sein Talent empsehlenswerth ist. geleitet, bieten den jungen Israeliten Gelegenheit, die nothwendigen Kenntnisse sich zu erwerben , um gute Bürger, dem Vaterland nützlich und ergeben zu werden. Jedenfalls hat das Consistorium, welches vor keiner Mühe zurückgeschreüt ist , sondern sich jedweder Beschwerde unterzogen hat, das Recht, zu erwarten, daß seine weniger bemittelten Neligionsgenossen ihre Kinder die Vorlheile, welche ihnen geboten sind, genügen lasten werden. Es wird nicht den Echmerz haben, einige Familienväter zu sehen , die, blind für das Wohlergehen ihrer Kinder und verleitet durch den Reiz eines kleinen Gewinnes, ihnen klauben werden, in ihrem frühesten Alter den Kleinhandel zu betreiben, indem sie dieselben dadurch in eine moralische Abstumpfung verfallen lasten, welche die Quelle des Mißgeschicks und häufig der Entartung in einem vorgerückten Aller ist. Das Eonststorium hält cs auch für seine Pflicht, um Jrrthümcrn vorzubeugeu, die Woblthaten, welche die Mildthätigkeit unserer Brüder der ärmeren Elaste engcdeiheu läßt, nur an solche zu verwenden, die sich würdig zeigen und den Anforderungen entsprechen.'' Das Gesetz über der: höheren Unterricht, das durch Gui-ot der g setzgebenden Versammlung 1832 vorgelcgt wurde, verbesserte überall in Frankreich diesen von allen Regierungen bis dahin so vernachlässigten Zweig und übte auch auf die isr. Schulen in Paris seinen wohtthätigen Einßnß aus, welche nach dieser Epoche Communalschulen wurden. Dadurch wurde die Gemeinde von einer schweren Bürde befreit. Die Professorin weiden seit jener Zeit von der Stadt besoldet. Man glaubte auch, es würde ein Schulhaus gebaut, allein die St-dt beschaffte nur die Miethe für die dazu verwandten Gebäude, welche unglückliche: weise den Ansprüchen in Bezug auf den erforderlichen Raum und Gesundheitspflege oder Ventilation nicht entsprachen, die man an ein Schulhaus