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Der Israelit · 1865-06-21 · Heft 25 (21.6.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 25 (21.6.1865)
Date
1865-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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355 noch dient zur richtigen etymologischen Erklärung des fraglichen Wortes. Der Verfasser des M. Jalkut hat die obige Stelle wörtlich entnommen aus Wajikra rabba K. 2, wo die Frage Moschek's dreimal vorkömmt, und heißt es daselbst nicht roxi'c^'x, sondern ri'X'll2'rox; dieses Wort wird auch von N. Nathan im Aruch angeführt, es ist das gr. — eigene Macht, Selbstherrschaft; — selbstständig, frei; (nicht wie Landau gibt : was offenbar ein Impsus oalavai ist). Nach dieser Leseart ist auch im Jalkut das fragliche Wort zu corrigiren, und ist nicht von gottähnlichen, sondern von selbstständigen, freien Nationen die Rede, weil zur Ausübung der Neligionsgesetze unbeschränkte Selbstständigkeit erforderlich ist. * In Bereschit rabba sect. 2!) heißt es: rmx X'p2'X x^'üu'x ->"x : -nuI 2722: ',72 x -N22 X7X? 7"x , riü Nach Or. Sachs s. A. ist x'^'p^x in einem Worte zu lesen, innoeolltia — Unschuld; oder —Palladium. „Noah habe einen solchen schützenden Hort in seiner Frömmigkeit besessen" (Beit.!, S. 2t). — Gegen diese Deutung wirb mit Recht eingswendet: wenn der Midrasch mit den angeführten Worten sagen wollte, daß Noah in seiner Frömmigkeit einen schützenden Hort besaß, wie kömmt hierauf die Frage: 7>2b 7"x? — Nach Bick. Hatalmud wird hier or,„ein kleines Gewicht Wempflanzen" gemeint; Noah habe nicht verdient, gerettet zu werden, und zwar dehalb, weil er einen Weinberg gepflanzt. — Es ist aber auch gegen diese Erklärung zu bedenken, ob es denn wirklich dem Noab schon vor der Sündflnth als Sünde angerechnet wurde, daß er nach der Sündfluth einen Weinberg gepflanzt! Ich glaube, es sei 'nai2:x (Oannnti) zu lesen, und halte ich dies für ein Compositum aus der enklitischen Partikel ,und r/. welche orei einsilbige Wörtchen durch unkundige Abschreiber in Ein Wort contrahirt wurden, uö » ö, ,, bedeutet „doch wohl nicht" (S. IIom. Ock^8866 I. 347 und Ora8in3 8. V. x'p2-x ist o/xt-i,- — Erhabenheit, Würde. Noah hatte nichts von erhabener Würdigkeit, d. h. er hatte nicht ein solch hohes Verdienst in seiner Hand, das ihm Schutz gewähren konnte; sondern der Gnade Gottes hatte er seine Rettung zu verdanken. — Für die Richtigkeit dieser Auffassung spricht die gleich darauf folgende Stelle: x2x ^2x1 x'.iTw x'ix PI XLON xbx 'X1Ü 7.'.-> X7 ''LX , 112' , 's. Da sehen wir, daß die Worte des R. Chanina mit der Meinung des R. Abba, „Noah hatte kein großes Verdienst/' übereinstimmen. Zeitungsnachrichten und Cbrrespondenzeu. , Deutschland.! Frankfurt a. M, 8. Juni. Gestern Abend fand im Saale des „Hotel Victoria" eine sehr stark besuchte Versammlung israel. Gemeinde-Mitglieder! statt. Nach einem einleitenden Vortrag des Vorsttzen-! den, Herrn L. Beer, über den Zweck der Versammj lung, beantragte Herr H. Baer die Ernennung eines i Ausschusses zur Vorbereitung für die im Laufe dieses Monats stattfindenden Ausschußwahlen, sowie die Ab-! fassung einer Petition an den Gemeinöeoorstand, in , welcher die Umänderung der Gemeindeverfaffung nach! dem Prinzip der freien Selbstverwaltung gefordert würde. Bei der hierauf folgenden lebhaften Debatte wurde das eigenmächtige Verfahren des Gemeindevorstandes in Bezug auf die Besteuerung, Eiuzugsgelder, Begräbnißsteuer, Geheimhaltung des Budgets?c. einer scharfen Kritik unterzogen, bei welcher ein einziges Mitglied einen schwachen Versuch der Vertheidigung des Vorstandes machte. Schließli d wurde der Antrag des Herrn Baer angenommen, und in die Commission erwählt die Herren H. I. Baer. L. Beer, Or. Fuld, Di-. Maas, A. Nieoerh isheim, Oe. Neuttrch, E. Stiebet, L. Strauß, S. Zum. M. Katz und L Sonnemann. Darmstadt, 10. Juni. Im Saale des Gasthofes „zur Traube" fand gestern aus Veranlassung des Geburtstages des Großherzogs ein Festdinec statt, bei welchem Herr v. Dalwigk einen Toast aus-! brachte, ans dem wir folgende Stelle mitthsilen: „Seme königl. Hoheit der Großherzog, hoch über den Parteien stehend, seien dieselben politische oder j religiöse, haben nur das Glück dieses schönen Lani des. die gesetzmäßige Freiheit und das Recht aller Ihrer Untertyanen im Auge". Aschaffenburg, 13. Juni. Eine That wildesten Fanatismus hat'm dem bei Carlstadt gelegenen Dorfe Laudenbach stattgefunden. Vor einigen Tagen fand man auf dem dortigen israel. Friedhofe fast sämmtliche Grabsteine demolirt und sogar einige Gräber aufgewühlt. Die Thäter (nach oer Art der Verheerung zu schließen, müssen es jedenfalls mehrere gewesen sein) sind bis jetzt noch nicht ermittelt. Österreichischer Kaiserstaat. Königgrätz, 2. Juni. Am Johannisplatz wird hier in einem gemietheten Hause eine Synagoge hergestellt, eben so wie hier ein eigener Rabbiner angestellt ist. In der Bestätigung der Stadtprivilegien

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