Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447193-2447217--03469-2458870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
347 von da 2 Tagereisen nach Testor. In diesen beiden Orten wohnen viele Israeliten. Von hier kömmt man in eine hochgelegene Gegend, von wo aus das Auge ringsum nichts sieht als weiße Zelte ans Leinwand. Diesen Ort nengen die Araber Schere sch. -Das Vieh weidet unweit der Zelte, welche Leuten von verschiedenen Confeffionen angehören. Diese sind alle gleich gekleidet und bewaffnet und sprechen die arabische Sprache. Doch siel es mir gleich auf, daß Viele von ihnen jüdische Ceremonien beobachteten, und wirklich wohnen hier friedlich unter den Muhamedanern über 100 jüdische Familien. Jeder besitzt neben seinen Heerden von Ochsen, Schaafen, Ziegen, Kameelen re. re noch einiges Grundeigenthum, das sie bearbeiten und dessen Ertrag sie Ln die umliegenden Städte liefern. Unter diesen zählt Elkav' ca lOO Familien, die unserer Nation angehören Auch sie wohnen in Zelten unter den Arabern. Alle dieje Nomaden-Beduinen besitzen wenig Kenntnisse, leben aber streng religiös und je die einzelnen Niederlassungen haben einen Chacharn, der zugleich auch Vorbeter und Schächter ist. — 1s? Tagrersen von hier befindet sich schon die algierische Grenze. Feuilleton. Bileam unü seine Verden Löhne, die Zauberer Hannes und Imnbrcs. Von Vei»ÄIaA». (Schluß.) Aharon streckte sogleich seine Hand aus und ergriff seine Schlange bei ihrem Schweife, und sie ward wieder zum Stabe in seiner Hand; auch die Zauberkünstler Ihaten so. Da verschlang der Stab Aharon's die Stäbe all der Zauberkünstler. — Doch Pharao's Herz blieb verstockt, und es bedurfte erst der schweren Plagen und Heimsuchungen, bis sein Stolz gedemüthigt und sein Sinn gebrochen ward. — Endlich war es Israel vergönnt, unter der Füh rang seines Gottgesandten, frei aus dem Sklavenbause Aegyptens auszuziehen. Da gesellte sich denn auch eine Menge allerlei fremden Volkes zu ihm '), und unter diesem befanden sieb auch .Fanr.es und Iambrcs. — Als sie nämlich emsaheu, wie wenig sie unt ihren Zauberkünsten gegen Moses vermochten, kamen sie zu rhm und baten, sich ihm und seinem Gotte anschließen zu dürfen. „Nimm sie nicht 'o bald auf!" warnte j der Herr den Moses. Doch Moses sprach: „Herr der Welt! > sie haben Deine Allmacht gesehen und kommen jetzt, sich Dir anznschließen; wenn sie täglich Deine Wunder j schauen, werden sie vielleicht zur Erkenntuiß kommen, l daß Du allein Gott bist," und so ließ es Moses ge- I schehen, obschon er wußte, daß sie nicht mit ganzem Herzen zu ihm gekommen. — So waren sie denn auch unter den Ersten, welche zur Anbetung des goldenen Kalbes dort verleiteten, und sielen auch zuerst durch Vas Schrverd der für Gott eifernden Söhne Levi's. — So die Söhne Bileam's. Er selbst aber, Bileam, war mit seinem Vater, dem alten Beor, dem Sohne des Jannes, einem Nnfe des Sichern, des Königs der Amoriter, gefolgt. Slchem wollte Moab bekriegen und ließ darum Bileam kommen, damit er ihm Moab und seinen König verfluche. Bileam that also, „wehe!" rief er, „wehe Dir Moab! verloren bist Du, Volk des Kemosch!" 2) und Sichern besiegte Moab und seinen König und nahm ihm einen großen Theil seiner Städte, darunter vorzüglich Hebron. Von da kehrten Bileam und sein Vater Beor, reich von Sichern beschenkt, nach ihrem Lande und ihrem Orte, nach Pethor oder Stadt der Traumdeuter 2) in Aram-Naharaun oder Mesopotamien zurück. — Tort verweilten sie, bis Moab, nachdem Israel die Amoriter besiegt, selbst vor demselben in Furcht gerieth. Da sprachen die Aelteften Midians, nut welchen Moab sich beriech — denn obschon sie selbst nie Frieden miteinander hatten, so waren sie doch einig, ats cs gegen Israel ging — und so sprachen die Aelttstcn Midians zu den Aelttsten Mcab's: „Ais ihr von Sichern, dem König der Arnoriter geschlagen wurdet, da geschah es nur in Folge des Fluches, mit welchem Bileam Euch verflucht hatte, wohlan! lassen wir Bileam jetzt kommen, auf daß er uns Israel verfluche!" — Balak, der König von Moab, kam dem Nathe nach und berief Brleam. Wohl war der Wrlle Bileam's dabei, aber nicht der Wrlle Gottes. Das Fluchwort, das aus seinem Herzen stieg, es mußte sich auf seiner Zunge umwaudeln zu einem Worte des Segens für Israel. — Dennoch blieb er Israel feindlich gesinnt, und er war es, der dem Könige von Moab den Nath gab, die gegenüber lagernden Israeliten zum Drensie des Vaa! Peor verführen zn lassen, was vierundzmanzigtausend Israeliten m>.t dem Tode büßen mußten. — So finden wrr ihn auch später wieder bei dem Kampfe, der zwischen Israel und Midtan stattsano, und hier erhielt er denn auch seinen vollen Lohn, er 4. P. M. 21, 30. 3) Vergl. Ta.'g ^eruschalrm 4 B. M. 22, ö. ß Julkut Barmdb. 7öö. *) 4. d- M- 85, r-9. h 2. B. M. 12, öS.