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Der Israelit · 1865-06-14 · Heft 24 (14.6.1865) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 24 (14.6.1865)
Date
1865-06-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Vermögen zu genießen, die andern, um ihre In- ' dustrie, Künste oder Wissenschaften zu oerwerthen.! Solcke Eingewanderte zählen selten zu den schlech-! ten Staatsbürgern. Wir nehmen zürn ersten Male! den ldl(U rind liberalen Geist der neuen Regierung! wahr, die in ihren Verfassungs-Urkunden das Wort! „allein" streicht, die später die Veröffentlichung des! Gesetzes ermöglicht, welches die Besoldung der jüdi! schen Cnltns- Beamten nach Art derjenigen christlicher! Culte, die sich bis zur Juliregiernng allein dieser : Begünstigung zu erfreuen hatten, regelt. Ein Schrei- - den des Cultus Ministers, welches die Befreiung ge-! gewisser Stände vorn Militärdienste enthält — Geist-! liche der christl. Religion werden durch diesen Erlaß! nämlich vorn Kriegsdienste dispensirt — erkennt dasselbe Recht auch den Israeliten zu, die sich einem rab-! binischen Studiunr widmen. Dreier Erlaß fängt mit! folgenden Worten an: „In Betracht, daß es Pflicht sei, den Acten, welche feststellen. daß die Negierung des Bürger-Kö-! nigs bei jeder Gelegenheit die vollständige Gleichheit s unter den Franzosen der verschiedenen Culte proela-! mi'.t, jede mögliche Veröffentlichung zu geben...! Unter denr Datrrni vom 4. Juli 1831 bestimmt! das Konsistorium, daß jede Familie, die ihre Kinder! nickt in die Freischule schickt, um ihnen die nothigen! Kenntnisse beizubringen rmd sie zu würdigen MitgU'ei dern der menschlichen Gesellschaft heranzubildeu, aus - der Liste des Unterstützungs-Comitö gestrichen werde;! gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß nach dem Ab § gange von der Schule solche Kmder, die diese Anstalt j frcguentirten, bei dem Verein „ Arbeitsireunde" den Vorzrrg vor Anderen erhielten. Am 27. Juli deffelben! Jahres findet zum ersten Male ein Fest „zur Gedachti nißseier der ruhmvollen Siege, bestehend in Werken j der Dankbarkeit für das glückliche Resultat der un-; sterblichen Tage vorn Juli 1830" statt. Zum ersten j Male hielt Herr Marchand Ennery, Oberrabbiner von > Paris, eine Predigt in französischer Sprache. Bis > zum 1. Januar 1832 wurde keine Rede im Tempel i in anderer Sprache als in der National - oder herlij gen Sprache gehalten. Die finanzielle Lage der israelitischen Gemeinde hatte in den ersten Jahren gelitten. Das Consiftorium? iah sich demgemäß in die Nothwendigteit versetzt, die! Besoldungen der Beamten zu verringern. Darunter > hatten selbst die Vorsänger zu leiden: es waren dies : nach dem Tode des seligen Herrn Levy die Herren s Jsaac David und Jacob Meyer. Dieser bezog euren Gehalt von 1,700 Francs, jener von 1/200 Francs. Vergebens suckte man durch freiwillige Beisteuer das bestehende Deficit zu decken. Dieses war durch den Rückstand der Schuld entstanden, die auf der im Jahre 1822 erbauten Synagoge haftete. Die Synagoge nach portugiesischem Ritus kam gleichfalls unter die Verwaltung des Consistoriums, oas die Herren Allägri und Brandon Sohn zu Vorstehern ernannte und nunmehr alle israelitischen Einwohner von Paris zu einem einzigen Ganzen verband. Die ersten Jahre nach der Julirevolution waren die mühseligsten für die Gemeinde und ihre Anstalten, die bis jetzt durch die Wohlthätigkeit unserer Religionsgenossen und durch budgetmäßige Beiträge unterhalten wurden. Letztere wurden durch die Mitwirkung ver Steuereinnehmer der Negierung geregelt. Durch ven Regieruugswschsel, welcher dem Staat einet: Theil der Ausgaben auserlegte*) und die Feststellung eines Budgets nicht erlaubte, wurde Alles von dem guten Willen der Einwohner abhängig gemacht, welche größtentheils durch die politischen Umgestaltungen an ihrem Vermögen gelitten hatten. (Forts, f.) Rußland und Polen. Warschau, den 14. Mai. (Schluß.) Gegenstand seiner Fürsorge waren im Allgemeinen diejenigen, welche zu betteln aus Gebrechlichkeit oder Schamgefühl unfähig waren. Ganz besonders aber wachte Schimel über die Versorgung und Ausbildung armer Schüler in einer der hebräischen Schulen, Jeschiba genannt. Diele Schule, im Mittelpunkte der ärmsten j livischen Bevölkerung gelegen, und nach dem Namen ihres Gründers JKchiba Ramales (t) genannt, ist eine Art talmudiicker Akademie und mhlt 100 bis 1.70 Schüler, vor: denen etwa die Hälfte aus Schimels Hand zwar geringfügige, aber für sie sehr schätzbare Unterstützungen erhielt. In zweiter N ihe standen die arbeitsunfähigen Alten, die Krüppel, die Bettlägerigen, die Wöchnerinnen, die der würdige Bettelpriester selbst aufzustnden wußte in den finstern Löcher« der Judengafse. Glasergaffe, Zmndgasse u. s. w. Alle diese sahen ihn, oft in dem verzweifeltsten Augenblicke, bei sich als ein sichtbares Werkzeug der Vor febung. Wir, die wir nicht begreifen können, wie das arme jüdische Volk mit wenigen Groschen täglich seine Bedürfniste bestreiten kann, und wohl auch nicht in der Lage, zu berechnen, wie viel Unglückliche aus Schimels Hand Unterstützungen erbalten haben mögen In der Arbeit war er unermüdlich. Man sah ibu täglich vom Morgen bis zum Abend auf den Bei neu; hier sammelt er Almosen, dort kauft er für der erbettelten Groschen in einem kleinen Laden Biktualiev ein: dann klettert er, mit Päckchen und Broden bela den, zu den Dachstuben hinauf; zum Schluß sieht mar ihn bei der Stampsmaschine in der Tabaksfabrik be schästigl, und morgen und übermorgen dieselbe Reihen folge. Selbst that er Alles. Das gesammelte Geld verlheille er nicht baar, theils, weil er den Armen Sollte yeravr dadurch die 'tzemeinvelasse verarmt sein? Der Ueöers.

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