Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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340 hierin hat der allliebende Pater der hiesigen Gemeinde geholfen, daß sich an ihr bewährte die Verheißung v'ivrrv „Ich verwerft sie nicht". Der allliebende Vater hat der hiesigen Gemeinde einen Seelenhirten beschieden, der in Bezug auf .122111 ir<-" wohl mit Recht der Reihe unserer altehrwürdigen Rabbinen kann beigezählt werden: es st dies der hochgeehrte Herr Bezirksrabbiner Emanuel Dreifuß '2 ->2121 Vp2 11^. Dieser Mann ist es, der seit einer langen Reihe von Jahren hier thätig iü, dieser Mann ist es, der den frommen religiösen Geist und Sinn bei der Gemeinde zu erhalten versteht, und dieser Mann ist es endlich, der sich bemüht, auch aus unsere Nachkommen Gottesfurcht und Thorakenntniß zu vererben. Wohl einsehend, daß Letzteres nur durch das Einfuhren der Jugend in die Schätze unserer heil. Thora ermöglicht wird , bemühte er sich denn auch, ein Lehrhaus für die Jugend dahier in's Dasein Zu rufen; der fromme Sinn der Gemeinde und vorzüglich deren Vertreter, des Synagogenraths, kam ihm hiebei wohl zu Statten Dem eifrigen Bemühen des ehrwürdigen Herrn Rabbiners und des ihm zur Seite stehenden Vorstehers Herrn Bloch gelang es vor ungefähr acht Jahren, den Grundstein zu einem solchen Lehrhause zu legen. Auf ibre anregende und aufim'nternde Rede machten zwei nun in Gott ruhende Männer den schönen Anfang zur Gründung des 2"i'v durch eine Schenkung von ft.!50O. Die zwei Männer sind die HH. David und dessen Vater Getschel Weil. 'Erslerem verdankt das v".i'2 seinen politischen Namen, nämlich David Weil','che Ltiftungsschule.) Diesem Kapitale schloffen sich dann auch noch andere Legate an und! auf zehn Jahre bewilligten jährlichen Beiträge von Gemcindemitgliedern. DaS Q"i'2 wurde nun vor zwei Jahren eröffnet und wurde hieran als Lehrer der Herr Nabb.-Candidat Salomon Bamberger, Sohn des weithin rtthmlichst bekannten Herrn Distnkts-Nabbinen Bamberger aus Würzburg berufen. Es wird in den v".i'2 wöchentlich 30 Stunden in Bibel mit dem Commentare '"ni, sowie ferner im Werke 2ir« "i Unterricht ertheilt, und zwar in zwei getrennten Klaffenabtheilimgen, und besuchen gegenwärtig 20 Schüler diese Schule. — Möge nun der Allgütige diese Anstalt, die rein zur Ehre Gottes und zur Ehre Seiner heil. Thora in's Dasein gerufen worden, unter Seinen Schutz nehmen, möge sich das Wirken derselben immer mehr und mehr entfalten und zur Förderung jüdischen Wissens und jüdischen Lebens immer mehr beitragen, möge sie aber auch vielen Gemeinden als Muster und Vorbild dienen, daß es endlich einmal erkannt werde, daß ein tägl.ch nur stündlich ertheilter Religionsunterricht zu keinem wirklichen Resultate führe, und daß nur durch fleißiges Anhalten unserer Kinder zum Thorastudium sie auch wirklich etwas davon erfahren und für's Leben lernen, so daß sich an ihnen das Prophetenwort erfülle '.1 112 Pit 2.1 '2 211'2' 2.1'X1 s?2k- Altona. iipQp in 112-r. Geehrter Herr Nedacteur! Es wird vielen Lesern Ihres geschätzten Blattes auffällig gewesen sein be?m Lesen der Correspondenz aus Hamburg in Nr. 20, wo von demHiuscherden des i"iv id.1171 p11z.11 2ZPZ.1 p'iL.i 21.1 12' 2"l.1v 121W11 21Z2 1'2 122 2".1P2 .12' '2112 und den demselben AU Theil gewordenen Ehrenbezeugungen die Rede war, die Betheiligung unseres hiesigen hochverehrten Herrn Oberrabbiners zu vermissen, der bekanntlich für den Verstorbenen Gefühle der Freundschaft und Hochachtung hegte. Zur Aufklärung wollen Sie Sich daher die Mittheilunz dienen lasten, daß gerade in dieser Zeit i"z pxz.i 21.1 auf einer Reise zu seinem Schwiegersohn, Herrn Rabbiner vr. Freimann in Filehne, begriffen war, um bei dem i'i2 von dessen jüngstgebornen Söhnchen gegenwärtig z» sein. In nächster Zeit wird '"z prrzi 211 einen 1221 aus mehrere jüngst verstorbene Männer und also auch auf den erwähnten p'iu halten. rurZd 1121 pvL. W. Preußen. Berlin, 23. Februar 1863.*) Wohl selten hat sich die Bevölkerung Berlins in so ungebundener Weise den Carnevalsbelustigmrgen hingegeben wie in diesem Winter. Der Krieg, besten blutiger Schalten vor einem Jahre keine rechte Freude aufkemmen ließ, hat ein für Deutschland uns vorzüglich für Preußen ruhmreiches Ende genommen, und die Berliner, die im letzten Jahre ihren Etat an Bällen und Maskeraden geschmälert sahen, suchen sich nun durch eine Verdoppelung derselben zu entschädigen. Der königliche Hof gab hierzu den Anstoß, und seinem in dieser Beziehung noch immer maßgebendem Vorgänge folgen unsere Mitbürger von der Geburts- und Geldaristokratie herab bis auf die Proletarier des Voigtlander (des Berliner Armenviertels), die in Kellern und Spelunken durch Tanz und Gelage ihr Elend zu vergesse« suchen. Zum ersten Male vielleicht seit dem Bestände der Preußischen Monarchie erfuhren auch Mitglieder unserer Gemeinde in diesem Monate die Ehre, zur königlichen Soiree geladen, oder wie es im offiziell « Stile heißt, befohlen zu werden. Unter den so Ausgezeichneten befand sich der Kaufmann B., welcher vor *) Aus dem in San Francisco (Kalifornien) erscheinend«» .Hebrcw": daher kaS alle Datum.