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Der Israelit · 1865-06-14 · Heft 24 (14.6.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 24 (14.6.1865)
Date
1865-06-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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339 dem Bedürfnisse eines Schulbuches glanze cr sowohl : imJnterrffe der Schulen (!) als auch zur Erleichterung j (!) dcS Unterrichts für den Lehrer nicht besser abhetsen zu können, als dadurch daß e r ein Lesebuch herausgebe. Wir wollen das nicht wiederholen, was über das A dl e r'sche Lesebuch bereits in diesen Blättern gesagt ist; wollen nicht darauf Hinweisen, daß es für „jüdische Schulen ungeeignet sei", und daß die Benutzung mancher Leseftücke „auch in religiöser Hinsicht großes Bedenken habe"; wollen nichts widerlegen, was in dem Circular als Reclame zum Lobe des Lesebuches gesagt wird. Wir wollen aber fragen, warum den Eltern! im „Interesse der Schule" eine Contribution von 25 Sgr. für dieses Schulbuch auserlegt wird, während das Schwäbische Buch nur 5 Sgr kostet? Wir bezweifeln sehr, daß die Regierung von diesem Preise Kenntniß hat, sonst würde sie den Gebrauch gewiß nicht gestaltet halnn. — Wir Lehrer Kurhessens können aber nichts weiter machen, als das theure Buch anschaffen, da HcrrOi. Adler gleichzeitig unser Schulinspector ist; — diese i Anschaffung ist uns freilich dadurch erleichtert, daß,! einer dem Circular angefügten Nachschrift zufolge, Be! stellungen und Geldsendungen an den Herrn Landrab- - brner adressirt werden können. Ein Lehrer. Sitlzburft. (Baden.) Des Allgütigen tröstende! Verheißungen süw der heilende Balsam, der es uns er-! mvglicht. selbst harte Heimsuchung mit Ruhe und Eracbenheit, mit Vertrauen und Zuversicht zu ertragen, i Schließen ja selbst jene schwere Flüche, die unter dem i Namen bekannt sind, mit dem Herz und Geist! ausrichtenden Verse „Ich verwerfe sie nicht". Auch dann, wenn Sünde und Abfall uns von Gott weit hmweggetragen., auch dann, wenn Kummer und Elend ihr gebieterisches Scepter über uns schwingen, — auch dann spricht der Allgütige — „Ich verwerfe ne nicht". Und wahrlich, das Gottesworthat sich bewährt. Es lehrt die Geschichte gar deutlich, daß Gott der Allliebende uns nicht verwirft. So lehren auch unter Anderem unsere Weisen! im Traktat Megilcch. anlehnend an den erwähnten Vers,! daß Gott zu jeder Zeit für Israel seine großen Män-! ner bestellt, die durch Begeisterung, Aufopferung, durch! Geistesgröße und Einfluß, Großes für Israel zu leisten! im Stande sind und es auch wirklich leisten.! Unsere Zeit, die, was sociale Stellung und bür- , gerliche Rechte für Israel anlangt, mit einem Male j aufgehört zu haben scheint, ein zu sein , ist sie deshalb — richtig betrachtet — kein mehr? Ach, j auch wir haben die Galutschule durchzumachen, auch! uns sind der Kämpfe und Aufopferungen für unsere heilige Religion noch zu viele übrig, als daß wir das! Galut in unserer Zeit nicht fühlen sollten. Freilich sind es nicht mehr die physischen Verfolgungen, die uns Tag und Nacht das Leben verbittern, es ist nicht das herabwnrdigende äußere Kleidungsstück, welches jeden Funkelt von Ehre und Zuversicht in und auf uns zu ertödteu beabsichtigt.- nein, heutigen Tages ist dies Alles G. s. D. verschwunden, wir kennen diese Er scheinnngen nur noch ans der Geschichte. Aber an die Stelle dieser schauerlichen Svenen tritt seit einerlangen Reihe von Jahren ein neuer, scheinbar mächtig gebietender Herrscher - es ist dies der Zeitgeist — an die Stelle der physi'cheu Verfolgung tritt nun die geistige Verfolgung unter oem Namen „Aufklärung", und an die Stelle des herabrvürdigenden äußerlichen Merkurals, da tritt nun da. neeuniäre Interesse, welches gar oft den Nampf mit der heil. Religion angekündigt, und wie oft sehen wir Ehre und Ansehen mit Religion und Ueberzeugung ans dem Wahlplatze, kurz, wir haben heute ein Aber hat Goir für diese neue Gcrlntepocke nicht auch durch unsere großen Männer vorgcsorgt? Schon ehe die neue Ga lutevoche hereingebrochen, da hatte Gott, der Allliebende, Männer bestellt, die durch ihre innige aufrichtige Frömmigkeit noch heute fortwirken, wenn auch längst schon die Erde deren irdische Neste bedeckt. Die Frömmigkeit und Gottinnigkeit der schon in reiferem Mannes- und Grersenalter sich befindenden Generation sind noch die nachhaltigen Wirkungen, jener großen Männer in Israel, die nun schon lange ihrer jüdischen Laufbahn entrissen sind. Auch an biene ein Orte, dessen jüdische Gemeinde in Vstzng ans Religiosität und Liebe zur Thora wohl mit zu den eisten Gemeinden in Deutschland gerechnet werden kann, herrscht noch der Geist jenes alten, frommen, nun ni Gott seligen Lehrers dieser Gemeinde, des ehrwürdigen -.11 dessen Namen noch heute die Gemeinde verehrt. Dieser Mann, der vor noch nicht dreißig Jahren seine rastlose Thütigkeit als Lehrer der Jngend dahier geschloffen, er wirkt noch heute fort, sein frommer Eifer, sein unverdrossenes Bemühen, um wahre Jebudim zu erziehen, Jehudim in Wort, Thar und Gesinnung, dieses Streben verfehlte seinen Zweck nicht, und Gottlob er hat auch eine Gemeinde damit gegründet, die dem Judenthnme zur Ehre gereicht. Die hiesigen Gememdeglieder, ca. 60 an der Zahl, sind fast alle keiner Schule entsprossen; sie ehren das Andenken ihres Lehrers in Wort, Thal und Gesinnung. Es ist anderseits auch nicht in Abrede zu stellen, daß zur Erhaltung eines durch fromme Erziehung bervorgerusenen religiösen Sinnes auch ein Führer und Leiter in den reis-reu Jahren nöthig ist, an den sich der Geist gleichsam anlehnt und sich durch ihn neue Stärke und Kraft verschafft; auch darf ferner nicht in Abrede gestellt werden, daß, wenn der fromme religiöse Sinn und Geist, der in uns woh»t, auch wieder auf unsere Kinder soll vererbt werden, wir einer stützenden sorgsamen Hand nöthig haben, und auch

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