Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1865)
- Date
- 1865-06-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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330 Guntzberger, Heß, Javal, Joseph, Haber, Lecerf, Nodrigues, Patto, Oulmann, B. Weil, Salom. Auf diese Weise entwickelten sich diese für eine Gemeinde so nothwendigen Institutionen mit großem Erfolg, dem durch die Einweihung der Synagoge, die alle Israeliten der Hauptstadt in ihre Hallen versammelte, die Krone aufgesetzt wurde. Herr Lovy, ein wahres Muster von einem Vorsänger, hat einen tiefen Eindruck in dem Geiste der Einwohner von Paris hinterlaffen, die sich jetzt noch der melodischen Stimme und des gefühlvollen Vortrages dieses wahren (Vertreter der Gemeinde vor Gott, um Ihm ihre Wünsche und Bitten vorzutragen) sehr gern erinnern. Die Knabenschule erhielt gleichzeitig eine tüchtige Triebkraft durch die Leitung des Herrn Ca h en, der früher Gehilfe bei Herrn Drach war, und nach dessen Abgang 4827 Director des Etablissements wurde. Herr Cahen hatte sogar die Absicht, mit dieser Anstalt ein ähnliches Institut für erwachsenere junge Leute israel. Confession zu verbinden. Dieses Institut wurde gewöhnlich „Israelitisches Pensionat" genannt; dasselbe wurde vom Consistorium seinen Religionsgenossen im Jahre 1827 folgendermaßen empfohlen: „Wir erkennen Herrn Cahen, Lehrer an der israel Consistorial-Schule, die nöthige Erziehung und das erforderliche Wissen zu, und betrachten dieselben als sichere Garantien um vorthcilhafte Resultate behufs Erziehung von Bürgern, die ihren Pflichten gegen den König, das Vaterland und ihre Religion zu genügen wissen, erwarten zu lassen." Unter dem Datum vom 16. September 1824 finden wir folgende Note: „Der Marquis von Oreux-Bröre, Hos-Cermonien - Meister, befugt durch sein Amt, die Befehle des Königs nach den ersten Momenten seines Kummers entgegenzunehmen und den Zeitpunkt, wo Seine Majestät erlauben wird, daß das Consistorium der Israeliten vor Ihm erscheine, um die schuldige Ergebenheit zu bezeigen, hat die Ehre, dem Herrn Ebovalier 6s OolvAus zu eröffnen, daß das Consistorium morgen um halb 1 Uhr im Schlosse von 8aiul-01ouä Einlaß habe, um dem Könige die erste Ehrfurchtsbezeugung machen zu dürfen und eine Ergebenheits-Adresse einzureichen." Durch diese Audienz begann die Verbindung der Israeliten mit ihrem neuen König Karl X., nach Art der Staatsbürger anderer Culte. Später, im Jahre 1828, erlaubte ihnen Karl X. die Errichtung einer Nabbinerschule zu Metz, und es war dies die erste isr. Unterrichtsanstalt, die eine regelmäßige, jährliche Unterstützung vom Staate erhielt. Im Jahre 1827 legte Herr v. Cologna das Amt des Ober-Rabbinen und dasjenige des Consistorial-Präsidenten nieder, um die Function eines Rabbinen in Triest zu übernehmen. Während der Dauer von fast zwanzig Jahren, seit dem Sanhedrin, war dieser gelehrte Seelsorger! in jeder Beziehung das Organ der Israeliten gewesen, l Der einzige Nabbine dieser Epoche, der sich ebenso gut im Italienischen wie im Französischen auszudrücken wußte, war er mit Predigten und Ermahnungen an seine Getreuen unermüdlich, ein unwiderstehlicher Hang zog ihn jedoch nach seinem Geburtslande, wo er seine Tage zu beschließen gedachte. Durch seinen Abgang war das Beth-Din des Consistoriums auf einen einzigen Rabbinen, Herrn Deutz, beschränkt, der sein Amt biszum Jahre 1840 verwaltete. In demselben Jahre 1827 bildete sich eine Commission zur Errichtung eines israel. Hospitals, das jedoch erst im Jahre l 810 in dem bescheidenen Pflegehaus in der 'Irois-Bornes-Straße ins Leben trat. Der Tod des Herrn Baruch Weil 1828 erregte allgemeine Trauer in der ganzen Gemeinde, welche den Wunsch äußerte, ein EoinitL zur Errichtung eines Monuments, „der Asche desjenigen, dessen ganzes Leben dem Wohle seiner Neligionsgenossen und der Hebung der religiösen Institutionen geweiht war," zu errichten. (Forts, s.) Palästina. Jerusalem. Wie bereits die geehrten Leser erfahren haben, befand sich in jüngster Zeit eine Commission hier, um genaue Vermessungen vorzunehmen und Mitte! zu entdecken und vorzuschlagen, dem Wassermangel, der leider nicht zu den Seltenheiten in der Stadt zählt, abzuhelfen. Man will durch eine große Wasserleitung der Stadt diesen nöthigen Artikel zuführen, und werden wahrscheinlich die Teiche Salomo's in Ortas (1 Stunde südlich von Betlehem) als Quellen benutzt werden Ich werde seiner Zeit nicht ermangeln, den geschätzten Lesern Bericht darüber abzustatten. Der Vau von Armen- und Pilgerwohnungen schreitet lebhaft vorwärts. Als man jüngst Schutt wegräumte, fand man Mauern und eine Höhle mit Steinblöcken. In der Stadt wurde bei dem Neubau eines Hauses eine Cisterne entdeckt, welche mit Baumöl angefüllt ist. Da dasselbe jedoch ganz fest geronnen ist und sich ungefähr wie fester Thon anfühlt, wollen Manche auf ein sehr hohes Alter von wenigstens 1000 Jahren schließen. M. Sachs. Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hosbuchhandlung. — Dampf-Schnellpreffendruck von I. Gottsleben in Mainz.