Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1865)
- Date
- 1865-06-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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3SS digen Herrn Rabbinen einigen Ausdruck geben zu können. Als ihm nämlich vor Kurzem ein Söhnchen geboren ward und sich die Kunde verbreitete, daß der Schwiegervater unseres geschätzten Herrn Rabbiner '"2, der in allen Kreisen gefeierte Ober-Landesrabbiner Herr I. A. Ettlinger '"1 zu Altona die .-iwpv mit seiner Anwesenheit verherrlichen werde, traf die Gemeinde Vorkehrungen zu würdigem Empfange des hochwürdigen Gastes. Ihm zu Ehren arrangirte ein dazu ernanntes Comitä ein Festessen, an welchem mehr als fünfzig Personen Theil nahmen, und welches auch der in der Nachbar-Gemeinde Obersitzko fungirende Rabbiner Herr S. M. Struck '"1 zufolge Einladung des löbl. Gemeinde-Vorstandes mit seiner Anwesenheit beehrte. Gediegene Tischreden der anwesenden drei würdigen Rabbinen und sinnreiche Toaste einiger Tischgenoffen würzten das Mahl, und es bewahrheitete sich der Ausspruch der Weisen: iimpOQ 71^:1 1'M .-ra.-u ib'XI O'QZN. Aber auch der Armen wurde bei dem Festmahle gedacht und mit Rücksicht darauf, daß der Herr Ober-Landesrabbiner den Titel eines '"k führt, eine Sammlung zum Bau von Pilgerwohnungen in Jerusalem unternommen. Die Abreise des hohen Gastes geschah am l5. Jjar unter Begleitung des löbl. Vorstandes, iämmtlicher und einer großen Anzahl Gemeinde- Mitglieder. Lange noch wird sich die Gemeinde der genußreichen Tage, welche ihr dieser Besuch gewährte, in Liebe erinnern. Möge cs Gott gefallen, die Häupter Israels recht lange zum Wohle des Judenthums zu erhalten und möge besonders unserer Gemeinde noch lange Zeit die segensreiche Amtsthätigkeit unseres würdigen Herrn Rabbiners gegönnt sein! Einige Gemeinde-Mitglieder. Oesterreichischer Kaiserstaal. Aus Galizien. Nachdem kürzlich Kolomea in Galizien von einer verderblichen Feuersbrunst heimgesucht worden, ist nun auch das benachbarte Horodenka von einem gleichen Unglück betroffen worden. Das Feuer brach am 19. um 2 Uhr Nachmittags aus und verheerte bis Abends 340 Wohngebäude, darunter 300 jüdische Häuser und 40 christliche Grundwirthschasten. Bis zum Abgang der letzten Nachrichten gab es 2 Todte und 2 stark verletzte Israeliten; der Sturmwind war so stark, daß an eine Rettung nicht zu denken war. Das Bezirksamt, Steueramt, die ärarischen Militärgebäude, der herrschaftliche Hof sind verschont, es traf die ärmste Klaffe der Einwohner. Für die Unterbringung der Obdachlosen ist gesorgt. Frankreich. Paris, 25. Mai. Die Algierer Journale veröffentlichen den Text einer Petition, welche die Israeliten von Algier dem Kaiser überreicht haben. Sie wiederholen darin den schon häufig von ihnen ausgedrückten Wunsch, daß die Israeliten Algeriens, 28,000 an der Zahl, als französische Bürger natnralisirt werden möchten. Schon seit langer Zeit gaben die Generalräthe der Colonie, in welche israel. Mitglieder zugelassen werden, jedes Jahr Wünsche in diesem Sinne kund. Dem Vernehmen nach beschäftigt sich die Negierung nunmehr mit einem Entwürfe für Naturalisirung der Israeliten Algeriens. Das „Journ. des Deb." spricht sich mit großer Wärme nicht allein für dieses Vorhaben aus, sondern auch für die Naturalisirnng der muselmännischen Eingebornen Algeriens, welche, wie die dortigen Israeliten, Franzosen seien, ohne französische Bürger zu sein. Wie dieses Blatt vernimmt, soll die Aufmerksamkeit der Regierung auch auf Wesen letzteren Punkt gerichtet sein. — Paris. (Jüdische Briefe von Albert Cohn. (Fortsetzung aus Nr. 3.) Nach der Besprechung der feierlichen Einweihung des ersten Tempels, den das Consistorium mit der Genehmigung Ludwigs XVIII. in der Straße Xoti s Daais - cka - Xararetii erbauen ließ, muß ich um einige Jahre zurückgreifen, um Dich nut der Errichtung der zwei Knaben- und Mädchenschulen, die auf Gemeindekosten ins Leben gerufen wurden, bekannt zu machen. Die erste derselben war von Herrn Drach geleitet, dessen Taufe, am Osterfest 1827, eine sehr betrübende Erscheinung war. Die zweite steht seit ihrer Gründung unter der Direction der Frau Mayermax, welche, trotz ihres vorgerückten Alters, sich jetzt noch mit einem Eifer, der alles Lob verdient, der Ueberwachung der jungen Schülerinnen hingibt. Das Consistorial Comilö, dessen Präsident seit der Berufung des Herrn Baruch Weil ins Consistorium im Jahre 1821, der sil. S. Alcan war, verwandte einen ununterbrochenen Eifer auf diese nützlichen Anstalten, indem es ihnen die uöthigen Mittel zum Unterhalte verschaffte. Unter Anderm bestand ein Comitö, oas die Verwaltung und Leitung der israel. Consistorial - Schulen zu Paris im Auge hatte und zu seinen Mitgliedern die Herren Allögri, Brandon, Or. Cahen, Damnos, Daniel, David, Eman, Edm. Halvm, Lecerf, Lendos, Loury, Patto, Pollack, Sciama und Trefous zählte. Seit 1821 vereinigten sich auch mehrere Damen, die sich den schönen Zweck, Beschützerinnen der Consistorial-Schulen zu sein, vorgesteckt hatten. Zu diesen gehören die Damen Allegri, Berr, Bernheim, Bing, Dalmbert, Ans. Halpen, Furtado, *) Aus dem Französischen übersetzt von Hirsch Grünebaum.