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Der Israelit · 1865-05-30 · Heft 22 (30.5.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 22 (30.5.1865)
Date
1865-05-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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318 Thron Ln Besitz genommen und mit dem Throne des Kikenos auch die Gemahlin desselben erhalten *) Aber Moses, treu dem Gotte seiner Väter und eingedenk des Schwures, mit welchem einst Abraham seinen Knecht Elieser beschworen und gesprochen:**) „Du sollst meinem Sohne Jsak kein Weib nehmen von den Töchtern Kanaan's!" — eingedenk, daß auch Jsak wieder seinem Sohn Jakob besohlen und zu ihm gesprochen***): „Nimm kein Weib von den Töchtern Kanaans!" denn Cham und seine Söhne und seine Nachkommen wurden den Sohl en Schem's und Japhet's und ihren Nachkommen als Knechte übergaben eingedenk dieser Mahnungen hielt Moses Herz und Auge fern von der äthiopischen Königin und schloß keinen ehelichen Bund mit ihr. — Moses blieb mit ganzem Herzen und ganzer Seele treu dem Gotte seiner Väter und wich, so lange er lebte, nicht von dem Wege, den Abraham, Jsak und Jakob gewandelt; aber er regierte über die Aethiopier mit Weisheit und Gerechtigkeit und war glücklich in seiner Regierung. Als nämlich die Armenier und die Söhne des Morgenlandes vernommen, daß Kikenos, der König von Aethiopien, gestorben sei, glaubten sie, ihre Empörung wieder erneuen zu dürfen. Doch Moses versamme le seine Aethiopier, ein tapferes Heer von beinahe dreißig tausend Mann, zog hin zuerst gegen die Söhne des Morgenlandes und schlug sie in einer blutigen Schlacht, daß sie den Rücken wandten und vor ihm flohen, und dann gegen die Armenier und besiegle auch sie mit seiner tapferen Schaar, so daß beide sich ihm und den Aethiopiern wieder unterwarfen und tributbar wurden. Er kehrte hierauf siegreich nach Aethiopien zurück, und sein Volk, welches sah, daß Gott mit seinem König sei, fürchtete und liebte ihn. — Moses der Sohn Amroms, herrschte so vierzig Jahre mit Recht und Gerechtigkeit, ruhig und in Frieden, über die Aethiopier, indeß in den Landen umher in Nähe und Ferne mancherlei Kämpfe gekämpft wurden. — Da erschien eines Tages, als eben Moses auf seinem Throne saß, umgeben von den Fürsten und Herren seines Reiches, die Königin und sprach: „Aethiopier! hört Eure Königin und nehmt Euch ihrer an! Wisset Aethiopier! seit den vierzig Jahren, daß dieser Mann über Aethiopien herrscht, ist er mir nicht nahe gekommen und hat *) Vergl. 4. B. M. 12, 1 . „denn er hatte ein äthiopisches Weib genommen" und das Targum Jonathan dazu, welche Stelle indeß nach den rabb. Commrntaren sowie nach dem Targum Onkelos und Jeruschalmi eine andere Deutung hat, indem der Ausdruck KußvKH bildlich das Gegentheil bezeichnet: „ein sehr schönes Weib," nämlich die Tochter Jethros, Zippora, von welcher sich Moses, um ganz seinem hohen und heiligen Berufe zu leben, getrennt hatte. — 1. B. M. 24, 3. — 1. B. M. 28, 1. — den Göttern der Aethiopier keine Verehrung erwiesen I Darum hört, Aethiopier, und laßt diesen Mann, der nicht von Euerm Fleisch und Blut ist, nicht ferner über Euch herrschen! Monakros, meinen ältesten! Sohn, den laßt König über Euch sein; denn wahr-! lich, es ist besser für Euch und steht Euch schöner! an, dem Sohne Eures Fürsten, Unterthan zu sein, als einem fremden Mann, einem entlaufenen Sklaven des Königs von Aegypten! —" Die Fürsten und Herren und ein großer Theil des Volkes blieben versammelt und beriechen sich bis zum Abend und auch in die Nacht hinein; den andern Morgen aber in aller Früh ernannten sie den Monakros, den Sohn des Kikenos, zum König von Aethiopien; doch legten sie die Hand nicht an Moses, weil sie gesehen, daß Gott mit Moses war, und eingedenk blieben des Schwurs, den sie ihm geschworen; im Gegentheil, sie gaben ihm Alle zahlreiche und werthvolle Geschenke und entließen ihn aus ihrer Mitte in großen Ehren. — So hörte Moses auf, über die Aethiopier zu herrschen, und er verließ das Land Aethiopien und zog seines Weges; denn also war es der Wille Gottes, weil die Zeit gekommen war, Israel aus dem Elend der Söhne Chams zu führen. Moses war sieben und sechzig Jahre alt, als er Aethiopien verließ. Er ging nach Midian, weil er sich sehnte, nach Aegypten zurückzukehren. Dort war es, wo er am Brunnen d n Töchtern des Midjaniten Reuet gegen die Hirten beigestanden und so in das Haus des Reuel eingeführt ward. Moses erzählte Reuel, wie er aus Aegypten entflohen und vierzig Jahre über Aethiopien König gewesen sei; daß man ihm aber dann die Negierung wieder genommen, ihn jedoch in Ehren und mit Geschenken entlassen habe. Neue! hörte Moses stillschweigend an, glaubte ihm indessen nicht, sondern dachte vielmehr, derselbe sei aus Aethiopien entflohen, und beschloß, Moses gefangen zu nehmen und sich dadurch die Gunst der Aethiopier zu erwerben. Er that so und warf MoseS in ein Gefängniß. Aber Zippora, die Tochter Reuels, hatte Erbarmen mit dem Fremdling, versah ihn heimlich mit Wasser und Brod Tag für Tag, so lange er im Gefängniß saß, zehn volle Jahre. Unterdessen lastete der Druck schwer auf Israel in Aegypten. Da schlug Gott, zu welchem der Jammer Israels aufstieg, den Pharao, den König von Aegypten, mit einem häßlichen Aussatze von der Fußsohle bis zum Scheitel Dennoch verharrte Pharao in seines Herzens Härte, und seine Zauberkünstler und Bildeischriftskundigen bestärkten ihn noch darin. „Du wirst," sprachen sie zu ihm, von Deiner Krankheit genesen, wenn Du Deine Wunden mit dem frischen Blute geschlachteter kleiner Kinder salbst und tränkst." — Er gab ihnen Gehör und schickte seine

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