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Der Israelit · 1865-05-30 · Heft 22 (30.5.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 22 (30.5.1865)
Date
1865-05-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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S19 Diener nach Gosen in Niederägypten, wo die Israeliten wohnten, um die kleinen Kinder derselben mit Gewalt hinwegzunehmen. Sie thaten's und holten die Kinder aus dem Schooße ihrer Mütter und brachten sie Pharao, täglich ein Kind, täglich ein Kind, und die Aerzte Vharao's schlachteten die Kinder und tränkten seine Wunden mit ihrem Blute alltäglich. Drei hundert und fünf und siebzig Kinder wurden so hingeschlachtet! Aber Gott im Himmel sah auch dieses, und der Aussatz nahm nur um so mehr zu, so daß am Ende von zehn Jahren — so lange schon dauerte die Krankheit - der ganze Körper Pharao's nur Wunde an Wunde, Geschwür an Geschwür, und die Krankheit unheilbar geworden war. — Da kamen zwei Diener Pharao's aus dem Lande Gosen, wo die Jsra.liten wohnten, nach dem Palaste desselben und berichteten, wie sie gesehen, daß die Israeliten lästig und träge in ihren Frondiensten geworden. Pharao, als er dieses hörte, gerieth, bei den Schmerzen, die er ertragen mußte, in um so größern Zorn, und er rief: „Ha! Das wagen sie nur, well sie wissen, daß ich krank bin, und mich gar schon todt wähnen! Aber ich will selbst nach Gosen und zusehen, ob sie dann auch noch meiner zu spotten den Muth haben!" — Und sogleich befahl er, ihm sein Pferd zu satteln, und man mußte ihn auf dasselbe heben, da er von sich selbst es nicht mehr besteigen konnte, und ihn darauf festbinden, und zwanzig Ritter und zehn Fußgänger mußten ihn begleiten nach dem Lande Gosen. — Fast an der Grenze mußten sie zwischen hohen Weinbergen durch einen engen Hohlweg, an besten beiden Seiten die Wände hoch und steil anliefen. Da entstand durch ein scheu gewordenes Pferd eines der Diener ein Gedränge, die Pferde drängten auf das Pferd des Königs an, so daß dieses stürzte und der König selbst unter dasselbe gerieth, und die übrigen Pferde über ihn hinweg sprengten Der König erhob ein klägliches Jammergeschrei. Erst nach vieler Mühe gelang es den Fußgängern, den König unter dem Pferde hervorzuziehen; aber sein Fleisch war aufgerissen, und seine Knochen waren gebrochen; denn also hat es der Herr gewollt ob dem Jammer Israels. Sie konnten ihn nun auf kein Pferd mehr setzen, nahmen ihn auf ihre Schulter und trugen ihn allmählich unter Gekrächze und Gestöhn nach Oberägypten, nach seiner Hauptstadt und seinem Palaste zurück. Dort legten sie ihn auf sein Bett nieder, und er fühlte, daß seine Todesstunde herannahe. Die Königin Alpharonis erschien und weinte, da brach auch er in Thränen aus. All seine Fürsten und Diener kamen nun, und als sie den Jammer ihres Königs sahen, mußten auch sie weinen. Sie dachten aber zugleich daran, noch bei seinem Leben einen der Söhne des Königs an dessen Stelle zum König einzusetzen. — Pharao hatte von Alpharonis, außer den Kindern, die ihm seine Nebenfrauen geboren, drei Söhne und zwei Töchter. Der erstgeborene Athro, der zweite Adikam und der dritte Morion; ihre beiden Schwestern hießen, die ältere Bithia und die jüngere Akusa. Athro, der älteste, war ein thörichter Mann, voreilig und überstürzend in all seinem Thun; Adikam, der zweite, war klug und verschlagen und eingeweiht in alle Weisheit Aegyptens; aber von überaus häßlicher Gestalt, dicken und kurzen Körpers, seine ganze Länge betrug nur eine Elle; dazu hatte er einen langen Bart, der ihm bis zu den Knöcheln reichte. — Der König indessen, der wußte daß Adikam klug und überlegt iu Allem handle, hatte schon im Stillen beschlossen, ihn zu seinem Nachfolger zu ernennen, und hatte deßhalb auch für ihn schon eine passende Gemahlin gewählt, Geduda, die Tochter Abilat's. Als daher jetzt die Krankheit des Königs immer stärker zunahm, und sein Körper, schon bei seinem Leben, zu verfaulen und zu verwesen begann, befahl er, Adikam als König auszurufen. Nach drei Jahren der bittersten Schmerzen starb der alte König in Schimpf und Schande, und sein Leichnam war gleich so in Fäulniß übergegangen, daß man ihn nicht nach der Wesse der Könige einbalsamiren konnte, und er in Schauer und Entsetzen eingethan ward zu Zoan in die Gräber der Könige von Aegypten. (Forts, f.) L 0 n e u r 8. In der hiesigen Cuttus-Gemeinde ist die Stelle eines Rabbiners, mit einem Gehalte bis 1000 fl ö. W., vacant. Vollständige talmudisch rabbinische Befähigung, angemessene moderne Bildung, tüchtiges Nednertalent, sowie pädagogisch-didaktische Kenntnisse, insbesondere ein streng religiöser, moralischer, fester l Character werden als Eigenschaften von dem zu erwählenden Rabbiner gefordert. Die geeigneten Herren Reflectanten wollen bis! Ende Juni l. I. ihre Gesuche sowie die Zeugnisse in OriArao portofrei einsenden an den Vorstand der Israel. Cnltusgemeinde. Kaschau (Ungarn), 1. Mai 18l>5.

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