Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1865)
- Date
- 1865-05-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage za Nr. 22 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 24. Mai. Herr Abraham Lickt aus Lillhauen reist seit einigen Jahren zu dem Zwecke, um für die Wohlfahrt des heiligen Landes wirksam zu sein, für Errichtung von industriellen Anstalten :c. daselbst zu sorgen, damit die Armuth und das Elend, welchen dort unsere Brüder erliegen, gehoben werden. — Es ist Herrn Licht bereits gelungen, in den verschiedensten Gegenden Deutschlands das Interesse für die von ihm gehegten Pläne zu erwecken. — Auf Vorschlag des Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M. sollen nunmehr „zwei ehrliche, kluge und religiöse Jehndim" nach Palästina gesandt werden, um zu erforschen, „woran es eigentlich fehlt, was erforderlich, und was durch menschliche Hilfe geschaffen werden kann." Herr Licht reift jetzt nach Amsterdam, um mit den dortigen verehrlichen Pekidim und Amarkelim, namentlich mit Herrn Abba Lehren, diese Angelegenheit zu berathen und die abzuschickenden Sendboten zu bezeichnen. Für den Fall, daß dieses geschehen und authentische Nachrichten über das Ergebniß der Reise vorlicgen, ist in Frankfurt a. M. ein Comits, bestehend aus den Herren B. Niederhofheim, A. Dann, L. M. Napp und L. Mainz ^^7 und zusammengetreten. Preußen. Ans Berlin wird der „Köln.Ztg." geschrieben: „Dem Vorstand der hiesigen Synagogengcmemde ist von der Cynagogengenreinde in Sonnenburg (Regierungsbezirk Frankfurt) die Mittheilung geworden, daß dort ein jetzt lOjähriges jüdisches Mädchen, welches sich in einer dortigen Heilanstalt befand, getuust worden ist, und die Mutter auf ihre Reclamation das Kind nicht zurückerhalten kann. Der Vormund des Kindes hat nun die richterliche Hilfe nachzusuchen, die ihm, zumal ein bekanntes Obertribunals - Erkenntniß zur Seite steht, nicht fehlen kann. Wie übrigens die Taufe eines 40jährigen Kindes ohne den Willen der Mutter und des Vormundes vorgenommen werden konnte, ist noch aufzuklären, da nach dem allgemeinen Landrechte erst mit 14 Jahren Jemand freiwillig seine Religion wechseln kann. England. London. Bei der Eröffnung der April-Assisen (am 10. Aprck) in Old Bacley wurden mehrere Herren, Anhänger des jüdischen Glaubens, die der „Großen Jury" als Geschworene beiwohnen sollten, auf ihr Verlangen von dieser Funktion dispensirt. Der Grund davon ist die Feier des Osterfestes, das gerade damals begann. (Daily News.) Aegypten. Ein Korrespondent schreibt den „A. I.": Edmund v. Rothschild, der neulich Aegypten bereiste, hat bei seinen Glaubensgenossen ein gutes Andenken hinterlassen. Sowohl in Cairo als auch in Alexandrien hat er sich als einen würdigen Sprößling der Familie, der Israel so viel schuldet, erwiesen. Besonders waren es die Wohlthätigkeitsanftalten, die seine Mildthätigkeit erfuhren. Ehe er abreiste, empfahl er die jüdische Gemeinde zu Alexandrien auf das Wärmste dem französischen General Consul, indem er ihn ersuchte, seinen ganzen Einfluß geltend zu machen, wegen eines Grundstückes, das man ders elben ungerechter Weise nehmen will. Bei seiner Abreise wurden Gebete für seine glückliche Rückkehr in leine Heimath abgehalten. Afrika. Tetuan Ein Correspondent aus Gibraltar, dessen Schreiben vom 5. April datirt ist, berichtet Folgendes: „Nachrichten kamen gestern zu uns aus Tanger, daß der maurische Kaiser nach Tetuan den Befehl ergehen ließ, die Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Tetuan in Ketten zu schlagen und sie nach Mequenez , zu bringen. Der Vorstand besteht aus zwölf Personen; die Schergen wagten jedoch nicht, 8 derselben zu fesseln, weil 4 von ihnen unter spanischem, 2 unter italienischem und 4 unter amerikanischem Schutze standen Ein Anderer, Namens Samuel Hadida, wurde auf die Verwendung eines Europäers verschont. Die 4 anderen schmachten im Gefängnisse, in Bande geschlagen, weil sie keinen Fürsprecher haben. der sie beschützen könnte. Ihre Namen sind: Rabbi Jsaac Benmergui, Joseph Coriat, S. Garson und Moses Bentata. Der berathende Gerichtshof verlangte ihre Verhaftung in Tetuan vier Tage lang, mit dem Bemerken, alsdann den Grund dieses Befehls zu veröffentlichen. Dieses ist Alles, was von der Geschichte bekannt ist." (I. CH.) Feuilleton. Meam und seine beiden Söhne, die Zauberer Jannes und Jambres. Von Vei»ÄI»,r. (Fortsetzung.) So hatte Moses denn durch seine Klugheit die äthiopische Hauptstadt erobert, den äthiopischen