Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1865)
- Date
- 1865-05-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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304 In einem zwecken Erlaffe v. 26. April 1665 wird endlich die oft angeregte Frage ventilirt und befürwortet. oaß künftig alle kirchlichen Steuern ohne Ausnahme und ungetheilt von jedem kultsteuervslichtigcn Israeliten an diejenige Gemeinde allein bezahlt werden soll, in welcher derselbe feinen Wohnsitz hat, dagegen aber nicht mehr als Mitglied der Kirchengememde am Ort einer bürgerlichen Heimat!) zu betrachten sei, wenn er anderswo sein Domicil hat. Die entschiedenen Schritte der Hohenbuch er Versammlung haben die erfreuliche Folge gehabt, daß unsere Oberkirchenbehörde in dieser sür die isr. Kirchengemeinden und namentlich die ökonomischen Verhältnisse derselben äußerst wichtigen Frage von ihrer Selbstherrlichkeit herabsteigt und keinen Beschluß fassen und der höheren Genehmigung unterstellen will, bis die Kirckenvorsteherümter des Landes, welche zum Bericht bis Ende dieses Monats aufgeiordert sind, ihre Ansichten darüber auf Grund zu pflegender einläßlicher und sorgfältiger Beralhung aller einschlägigen Momente geäußert haben werden. — Die Vorsteherämter sollten dabei als Konsequenz der Emancipation verlangen, daß unser Steuerwesen nicht wie ein Kammergu^ durch Verfügungen bureaukratischer Behörden, sondern im Wege der Gesetzgebung geregelt werden würde, und das Wahl- und Steuergefetz der politischen Gemeinden so viel als thunlich auch auf die rsr. Kirchcngemeinden angewendet werde. In dresenr Falle würde durch Theilnahme der Uebergestedelten an den Wahlen auch das Stuttgarter Kirchenvorstchcramt einer wünschenswerthen Reorganisation unterworfen- — Ein weitere Folge der orthodoxen Agitation ist, ratz die Oberkirchenbehörde in ebendiesem Erlasse das Land zu beruhigen sucht, indem sie schließlich bemerkt, daß die allgemein in Anregung gebrachte Frage der Beseitigung der Personalsteuer und der Art raus Ermtzes für dieselbe der Erwägung der Oberkirchenbehörde gleichfalls unterstellt worden ist (sie/) Hcilhronn, am Neckar. Hervorgerufen durch die unermüdete Thätigkert sür die Entwickelung der Gemeinde-Institute, welche unser Lehrer und Vorsänger Loewenftein entfaltet, wurde im I. 1663 in hiesiger nbrip auch ein Verein unter dem Namen O'bn '->np r^ri gegründet, der die Aufgabe hat, auswärtigen hieherkommenden jüdischen Armen aus der durch die Beiträge der Mitglieder gebildeten Kaffe eine Unterstützung zu reichen, um hiedurch zugleich den lästigen Hausbettel zu beseitigen. Dem Vereine traten alsbald 36 Genoffen bei, und heute ist die Zahl der Mitglieder schon aus etwa 70 angewachsen, durch deren regelmäßige Beiträge und Spenden die Kaffe pr. Nißan 1863/64 circa 600 fl. in 510 Portionen, und pr. 186-4-65 ungefähr 850 fl. rn 664 Gaben an in- und ausländische Armen verabreichen konnte. — Man hat der Berichterstattung in den Generalversammlungen der Vereinsmitglieoer mit Vergnügen entnommen, daß die Zahl der WürtLemberger von der der Fremden, die nicht bloß aus den Nachbarländern und den übrigen deutschen Gebieten, sondern auch aus dem fernen Osten, Westen und Süden Europa» und dem Orient uns besuchen, kaum ein Achtel beträgt. Sehen wir hier einerseits das Schrrftwort p'2-r 6iri' xin Erfüllung gehen, so bewährt sich andererseits .->"2 auch die Verheißung: in .-v.-p 'i> OOX, indem nicht bloß wenige Inländer die Gaben suchen, sondern in der Gemeinde selbst Keiner ist, der daraus Unterstützung empfängt und nicht vielmehr einen Beitrag zur Linderung der menschlichen Leiden leistet. : N'2r<6 126!12'N p-, ll'POOTI -INt-1 .->22Qr> Ilix Dankenswert!) rst auch die Bereitwilligkeit, wie von Jahr zu Jahr einzelne Bürger dem lästigen Geschäfte der Anweisung und Ausbezahlung der Armengaben und der Buchführung hierüber sich unterziehen : Vom Neckar. Das „8ir N.08U8 Movtoüore OomrnevaorLtivs Ooinrnittss" in London in Verbindung mit der ^^.llianoe igrarKits urnvorsolls^ in Paris hat die löblichen Vorstände sämmtlicher Kultusgemeinden Deutschlands durch Herrn C. Sonnenberg in Frankfurt a. M. in Kenntniß setzen lassen, daß es eine hebräische Medaille zu Ehren des hochgeseierten Sir Moses Montefiore. Baronet, in der kön. Münze zu London prägen ließ. Der Zweck dieses Unternehmens ist einerseits, das Andenken dieses, um das Jndenthum so vielfach verdienten und unermüdlichen Mannes in sämmtlichen Gemeinden Israels zu verewigen und andererseits den Reinertrag zur Unterstützung unsrer in jüngster Zeit m Tunis und Tripolis geplünderten und obdachlosen Brüder zu verwenden. Sämmtliche Auslagen dieses bedeutenden Unternehmens belaufen sich auf 7000 Frs. und wird diese Summe durch einen Beitrag von fl. 10. — von jeder Gemeinde, die mit der Widmung einer solchen Denkmünze beehrt wird, eingebracht. Dre Exemplare für das Königreich Württemberg sind bereits emgetroffen, und der genannte Betrag ist der Kürze wegen von dem Spediteur Herrn Sonnenberg nachgenommen worden. Obgleich Herr Sonnenberg in seinem lithograph. Circular vom 24. April d. I. versprochen hat, daß das Resultat des ganzen Unternehmens seiner Zeit allen ehrbaren Cultusgemeinden durch ein Schlußcircular des Londoner Comrts's werde bekannt gemacht werden, haben doch manche kleinere Gemeinden das avisirte Paquet von der Post nicht angenommen, weil ihnen der Namen Herrn Sonnenberg's unbekannt ist und die Comitö's selbst in der Presse keine Empfehlung