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Der Israelit · 1865-05-24 · Heft 21 (24.5.1865) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 21 (24.5.1865)
Date
1865-05-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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versündigen? Darum Brüder, Glaubensgenossen, diesen Punkt stellen Sie als eoväitio sirre gua von hin, cs sei unerläßliches Bedürfniß für den bei Ihnen anzustellendcn Rabbiner, daß er wahrer Talmudist sei und erst dies vorausgesetzt, möge auch moderne, wissenschaftliche Bildung als secundäre Nebenbedingung neben die erstere treten, und Sie werden Männer der Art noch genug finden, die den Anforderungen nach beiden Richtungen hin entsprechen, wenn Sie nur mit Vorsicht und wohlberechneter Absicht wählen, wenn Sie nur keinen augenblicklichen Ohrenkitzel und Ohrenschmaus durch Anhörung einer sogenannten Probepredigt höher halten, als den reellen und bleibenden Gewinn, einen Mann an der Spitze Ihrer Gemeinde zu sehen, der Rabbiner im wahren Sinne des Wortes ist. — Es bedarf erst keiner weitern Erwähnung, daß Männer, wie wir sie oben bezeichnet, auch echte, aufrichtige Gottesfurcht im Herzen tragen; denn tiefe, gründliche Kenntniß der Thora setzt von selbst schon unbegränzten Respekt vor derselben voraus, und wo Gottesfurcht ist, da ist alles Guten Anfang, da ruht eine Saat im Geistes- und Herzensboden, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Lasten Sie mein, des aufrichtigen Freundes und Bruders, bescheidenes, rathendes und warnendes Wort nicht vergebens gesprochen sein! Gott sei mit Ihnen, Sie leitend und führend bei'm Wahlacte, der Ihrer Gemeinde einen geistlichen Lehrer und Rabbiner zu bringen hat! Veritao.. Ungedanken bei Fritzlar den 10. Mai. Der Artikel in der Beilage zu Nr. 17 des „Israelit", das Verfertigen der betreffend, beruht in Betreff dieses Gegenstandes, und in Bezug auf das, was auf mich Bezug hat, auf reiner Unwahrheit. — Ich mache zwar gelegte jedoch sind dieselben inn und durchaus nicht aus mehreren Stückchen Pergament zusammengesetzt und mit Leim aneinander befestigt. — Jener Correspondent scheint mich entweder zu beneiden, daß meine Arbeit sehr weit verbreitet und ich überhaupt als tüchtiger allerwärts bekannt bin, — oder sucht mich damit heruntersetzen und Andere, vielleicht weniger Tüchtige, emporheben zu wollen. — Es ist meinen Glaubensgenossen, welche mich persönlich kennen, gewiß vollkommen bewußt, daß ich ebenso religiös und gewissenhaft bin, als ein jeder Andere; und daß ich keinesfalls so gewissenlos sein werde, zu verkaufen, welche sind. Ich fungire bereits 53 Jahre als und habe meine ,-ibvp sowie auch noch besondere Empfehlungen, die ich Ihnen, geehrter Herr Redacteur, anbei zur gefälligen Bekräftigung meiner Angabe übersende, von unserem ehrwürdigen Herrn Kreisrabbinen Wetzlar in Gudensberg. Ich sowohl, als auch meine sämmtlichen Voreltern haben nur von dieser Sorte gemacht und sind dieselben noch nie für erkannt worden; und ist dies doch kein Mode-! Artikel, welcher mit der Zeit Veränderungen unterworfen wäre. Auch in ganz Polen werden nur von > der Sorte gemacht, und sind derartige ebensowohl in Masse in ganz Deutschland verbreitet. Was den Preis für ein Paar betrifft, so scheint jener Correspondent doch nicht genau davon unterrichtet zu sein, denn ich nehme auch zuweilen mehr als20Sgr.; i ich bin übrigens auch davon überzeugt, daß der^O'O, > welcher einigermaßen gewandt in seinem Fache ist, recht l gut bei diesem Preise bestehen kann, und ist es dadurch! einem Jeden unserer Glaubensgenosten, sowohl Bemittelten als weniger Bemittelten, ermöglicht, sich ein Paar anschaffen zu können. Es ist sehr thöricht, glauben machen zu wollen, daß die aus dem Grunde sein sollen, weil ich dieselben sür'20Sgr. verkaufe. Es sträubt sich noch Mancher, 20 Sgr. bezahlen zu sollen für ein Paar und würde Mancher unserer Glaubensbrüder, ja sogar der größere Theil derselben, wenn ein höherer Preis, etwa 2 Thlr. dafür verlangt würden, sich gar keine pvDii mehr anschaffen (?); entweder aus Mittellosigkeit (?) oder auch aus anderen Rücksichten; man würde wohl alsdann nur noch eine winzige Zahl unserer Glaubensgenossen treffen, welche sich noch mit ffdsn-legen beschäftigen würden (?). Der Verfasser jenes Artikels aus der Provinz Hanau möge sich künftig genauer von einer Sache überzeugen, bevor er Solches zur Oeffentlichkeit bringt und Unwahrheiten berichtet. Jacob Lissauer. (Nachbemerkung der Redaction: Herr Lissauer hat uns seine in der That vorzüglichen Zeugnisse übersandt und wird derselbe namentlich von Herrn Kreisrabbiner Wetzlar aus Gudensberg nicht allein als ein is:?, sondern auch als ein echter und zuverlässiger 2'^ x-,' empfohlen.*) Der Verfasser des anklagenden Artikels in Nr. 17 ist uns jedoch persönlich als ein ehrsnwerther Charakter bekannt, und da er uns die wirklich untauglichen der in dem zweiten Theile seines Referats bezeichneten Tcphillin übersandte, so konnten wir auch in den ersten Theil seines Berichtes kein Mißtrauen setzen. Was nun die sogen, gelegten betrifft, so verweisen wir Herrn L. auf wQn rw-rdn Cap. 18, ß 3, woselbst die Nichtzulüssigkeit derselben klar und ausführlich dargelegt wird. —) WitzenHauserr. (Kurf. Hessen.) Vor einigen Wochen feierte die hiesige Gemeinde ein seltenes Fest. Es beging dieselbe nämlich den 70. Geburtstag ihres nunmehr pensionirten Lehrers, des Herrn Joel Silberstein, der mehr als ein halbes Jahrhundert in *) Während uns die bereits fertige Nummer zur Correctur vorliegt, erhalten wir ein Schreiben des Herrn Kreisrabbinen Wetzlar, mwelchem er uns mittheilt, daß er die in Rede stehenden des Herrn Lissauer und seiner Söhne in Ungedanken und Felsberg nicht ist. — Red.

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