Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1865)
- Date
- 1865-05-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2-7 die Gesktzestreuen müßten sich verkriechen und ihren! sich gerne breitrnachendcn Gegnern das Feld räumen.! Alles, was aus unserer Seite geschehen ist, ist kaum nennenswerth gegen die Wühlereien vieler Lehrer und > :m Kiisinger Bezirke, welche kein Mittel scheuten, um die Wahl eines Candidaten zu hintertreiben, von welchem sie stnugere ttebcrwachung fürchteten. Was die Schmähungen über den von „Veritas" unterschriebenen Artikel betrifft, über welchen schon Herr r r. Schwab seine Galle in Nr. 3?» der Rhön- und Saalpost ausgegossen hat, und den rer Corresp. der „Z. d. I." als von Herrn Distr.-Nabb. Bamberger inspirirt darstellt, kann ich in Folge genauer Erkundigung erklären, daß derselbe von einem in Hamburg wohnenden Kissinger herrührt, dem die sämmtlichen Eandrdaturen völlig unbekannt waren, und der sicherlich nicht vorgeschlagen hätte, Herrn Rabbiner Bambergers Rath cinzuholen, wenn er gewußt hätte, daß dessen Sohn unter den Bewerbern ist. Uebrigens bezweckte der Artikel blos, einen Mann von ausreichenden talm. Kenntnissen und von geietzestreuer Gesinnung vorzuschlagen, wie er auch heiße, und wenn Herr Or. Schwab, wie er sagt, beides ist, so begreife ich die Wuth nicht, in welche er durch diesen Artikel verletzt worden, und die von ihm sogenannten „Worte des Friedens" sind Worte der Schmähung und Lästerung gegen einen ganz Unschuldigen. Nun möchte ich den Corresp. der „Z. d. I." fragen, mit was er denn beweisen wolle, daß Herr Rabbiner Bamberger, der die Berweserei von Kisstngen rein zu Gunslender Wittwe des sel. b)r. Lippmann übernahm, dabei eigennützige Absichten hatte. Obichon es mir Nicht mffaUen kann, den ehrwürdigen Herrn Rabbiner gegen die Lästerung n eines Ungenannten in Schutz zu nehmen — das hieße ja das Tageslicht gegen eme Eule vertheidigen — io will ich doch hier eine Thatsache ausühren, welche diese boshafte Verdächtigung mehr als Alles zu entkräften geeignet ist. In Maßbach. einer Gemeinde des Distrikts Kissingen ist die Frauengallerie ohne Verhüllung. Herr Nabb. Bamberger, der dieses bemerkte, forderte den Vorstand aus. die Frauensynagoge in einer der jüdischen Sitte und Vonchrist ensprechenden Weise vergittern zu lassen. Da aber der Vorstand auf wiederholte Aufforderung nicht daraus emging, so führte Herr Rabb. Bamberger wegen dieser Widersetzlichkeit Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde. Er that dieses ganz kurze Zeit vor der Wahl, während die Agitation am heftigsten war. Er wußte, daß er durch sein Vorgehen sich diese Gemeinde entfremdet, was auch geschehen ist, aber er nahm hierauf nicht Rücksicht. Einem Manne von solcher Charakterfestigkeit wagt es nun ein hinter dem Nebel der Anonymität Versteckter solche Verdächtigungen in's Gesicht zu schleudern. Was hat denn Herr Rabb. Bamberger bei der ganzen Angelegenheit gethan, das ihm vorzuwerfen wäre? Er hat seinem von der K. Staatsbehörde geprüften und befähigt gefundenen Sohne gestattet, sich um eine Stelle zu bewerben; ist er dazu weniger berechtigt, als ein ungeprüfter Bewerber? Uebrigens sieht es jeder Unbefangene an den gar nicht zur Sache gehörigen Schmähungen, was die Tendenz des Corresp. der ,,Z. d. I." ist; ich folge ihm nicht auf diesem Gebiete. Die „Z. d. I." glaubt, von Zeit Zu Zeit ihr Publikum mit einer Portion füttern zu müssen, glücklich, wenn sich dann irgendwo ein obscurer Scribler befindet, der aus Hirsch, Bamberger, Ettling er .'c. ichimpst; der Pöbel will auch seine Freude haben,- laßt ne ihml Will der H-'rr B. N. G. „aus Unterfranken" so freundlich sein, leinen Namen zu nennen, so will ich ihn: über jeden Schritt, der von unserer Seite geschehen, Rechenschaft geben; hinter seiner Vermummung mag ich nichts weiter mit ihm zu schasstn haben. Ich habe Besseres zu thun. Schließlich lege ich den Brief niemes Vaters und den Artikel von „Veritas" bei, wohllöbl. Redaktion bittend, beide zu veröffentlichen. E. R. Rosenbaum I. Brief des Herrn M. Ro^enbaum an die Wähler des Kisfinger Rabbinalsbezirks. Werthgeschützte Glaubensbrüder l Der Unterzeichnete glaubt der Bescheidenheit nicht zu nahe zu treten, wenn er bei der demnächst zu besetzenden Raöbinerstelle zu Kissingen seine Stimme hören läßt, und dies um io weniger, als es bekannt sem dürfte, daß derselbe fchon seit mehr als 30 Jahren bestrebt ist, für das geistige und weltliche Wohl 'einer Brüder in Bayern eifrigft zu wirken. Es spricht zu Euch ein ü^l jährig er Greis, bei welchem keine Rede mehr von leidenschaftlicher Parteili:^- keit ist, und Ihr werdet es demselben gerne Nachsehen, wenn er, seiner Gewohnheit gemäß, für das allgemeine Beste zu sorgen, dies auch bei erwähnter höchstwichtigen Angelegenheit bestätigt Ueber die Wichtigkeit einer Rabbinerwahl überhaupt folgen in der Anlage „Einige Worte der Aufklärung" und kann ich es nicht unterlassen, folgende Bemerkung anzufügen: Es sind bereits 25 Jahre, daß auch die Würzburger Rabbiner-Stelle zu besetzen war. Damals in der Blüthezeit der Neologie, und als man noch von dem Wahne befangen war, daß unsere bürgerlichen Rechte nur durch neologe Rabbiner zu erlangen seien, war ich eifrig bestrebt, den damals noch wenig! bekannt gewesenen, würdigen Mann, Herrn S. B.! Bamberger, als Distrikts-Rabbiner hierherzubringen.