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Der Israelit · 1865-05-24 · Heft 21 (24.5.1865) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 21 (24.5.1865)
Date
1865-05-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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296 in die mit schwarzer Draperie verhüllte und von Tau-! senden von Kerzen erleuchtete Synagoge gebracht; hier hielt der Oberrabbiner von Paris, Herr Isidor, eine! ergreifende Trauerrede, in welcher derselbe die hohen Verdienste des Dahingeschiedenen schilderte. — Die Leiche wurde darauf nach dem Friedhöfe auf dem Älontparnasss gebracht, dem Wunsche des Verblichenen gemäß, der hier in der Nähe seiner Mutter zu ruhen wünschte. Am Grabe sprachen die Herren Obrist Cers beer, Trenel, Director des Israel. Seminars, Libermann, Ober-Rabbiner von Nancy, und Mayer, Director des Waisenhauses. Die „Arch. Jsr.", denen wir die obenstehenden Daten entnehmen, erzählen, daß Herr Ullmann einfach gelebt hat und daß er gestorben ist, ohne Vermögen zu hinterlassen; die große Wohlthätigkeit des Verblichenen erlaubte ihm nicht, von seinem mäßigen Gehalte Etwas zu erübrigen. Möge das Oorwistoire ventral das Andenken feines würdigen Oberhirten dadurch ehren, daß es seiner Wittwe eine angemessene Pension aussetzt! Wir sagten oben, der Tod U/s sei ein schmerzlicher Verlust; es gilt dieses namentlich für unsere Glaubensgenossen in Frankreich. Wer wird dort den Betrauerten ersetzen? Bis heute trug das französische Judenthum osficiell einen orthodoxen Character. Wird das auch künftig so bleiben? — Hoffen wir das Beste, hoffen wir, daß mit dem Personenwechsel nicht auch ein Wechsel des System's eintrete, daß vielmehr im Geiste des Heimgegangenen sortgewirkt werde, damit sich erfülle das Wort pm-.- ->vi, das Andenken des Gerechten gereicht zum Segen! — > - Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. ZeÜ bei Würz bürg, 14. Jjar. Wenn ich als einfacher Geschäftsmann mich veranlaßt sehe, hiermit auf den die „Rabbinerwahl zu Kiffingen betreffenden Artikel aus Unterfranken" Ln Nr. 16 der „allgemeinen Zd. I " einzugehen, so geschieht das meist, um das vorlaute Sregesgeschrer des „anonymen Schimpfers" zu mäßigen. Da die mindestens sehr zweifelhafte Wahl den K. Behörden in höherer Instanz zur Entscheidung vorliegt, und Niemand mit Recht vom Siege sprechen kann, ehe diese erfolgt, so könnte ich hierüber mit dem bekannten 22222 iai22 bb.22' bx füglich hinweggehen. Was meinen Widerwillen, in eine Polemik mit einem Blatte mich einzulassen, das anstatt der Geisteswaffen mit Hausknechtsfäusten kämpft, überwinden konnte, das ist die Entrüstung über die wegwerfende und verdächtigende Art, in welcher der beregte Schmähartikel von meinem rheueren Vater und von dem ehrwürdigen Herrn Rabbiner zu Würzburg 22'Q- -pix' 2^2 zu sprechen sich vermißt. Es ist zunächst ganz gleichgiltig, wer mein Vater ist, genug, der Corresp. d. „Z. d. I." weiß und sagt es, daß er 22:2einundachtzig Jahre zählt. Nicht Jehudi, nicht einmal ein tugendhafter Mensch muß man lein, nein, nur ein Quintchen Anstandsgefühl muß man sich noch bewahrt haben, um voll Ekels zu sein über den Cynismus, mit welchem dieses Blatt eines Greifes erwähnt („der 81jährige" N), als wäre das eine Schande, ein Verbrechen, nicht, wie der Weise sagt, eine 22x22 222p. Dieses Blatt, ein PöbelblatL von Anbeginn, bestätigt die Wahrheit 2'^'pw^ Vv 2^2222 und berechtigt immer mehr zur Hoffnung aus baldige 2):x), indem es das Pcophetenwort verwirklicht ipw 2^22 w.-ii'; allerdings, dieses Blatt, welches längst das Mischnawort bewährt: 2'22'-2 2222 222pe X22 22X21 ,'2X2' X22 'X2" ,71122 durste auch mit 222: 22 2'ip^ nicht Zurückbleiben. Doch hat auch ein Greis nicht immer das Recht, auf einem Gebiete mitzusprechen, dem er zeitlebens fremd geblieben, und man könnte den „Einundachtzig - jährigen von Zell" demnach für unberufen halten. Man wird es darum dem Sohne nicht als Unbescheidenheit vorwerfen, wenn er. um seines Vaters Ehre zu retten, an dessen Verdienste erinnert. Wohlweislich hat die „Z. d. I." dessen Namen verschwiegen, denn sie selbst hat, wenn ich nicht irre, zu einer Zeit, als ihre leichtbewegliche Fahne einmal mehr als jetzt zu uns herüberwehete, feiner rühmend erwähnt. Der verachtete „Einundachtzigjährige" ist kein Anderer, als R. Mendel Nosenbaum aus Zell, von dem man aller Orten in Bayern weiß, daß er mehr als dreißig Jahre hindurch unermüdlich gearbeitet hat, nicht nur für die religiösen, sondern auch für die materiellen Interessen der bayerischen Israeliten, gegen das Matrikelgesetz, gegen gewerblichen Zwang u. dergl., daß er sein Geschäft hintansetzte, große und schwierige Reisen unternahm, datz die Zeit, welche er in Betreibung dieser Angelegenheiten in München zubrachte, sich aus mehrere Jahre summirte, und daß er bei dem Zutritt, den man ihm aus Achtung vor seiner Ueberzeugungstreue und Redlichlichkeit höchsten und allerhöchsten Orts gestattete, für Einzelne sowohl als für das Allgemeine viel Gutes erwirkte. Will man diesem Manne die Berechtigung absprechen, bei Gelegenheit einer Rabbinerwahl einige Worte der Mahnung an seine zahlreichen Freunde zu richten und ihre Aufmerksamkeit auf einen Candidaten zu lenken, der nach seiner Ueberzeugung besonders geeignet ist? Hat er das in ungeeigneter Weise gethan? Hat er irgend einen Bewerber heruntergesetzt? Der verkappte Corresp. der „Z. d. I." scheint der überlebten Meinung zu sein,

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