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Der Israelit · 1865-05-24 · Heft 21 (24.5.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 21 (24.5.1865)
Date
1865-05-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit. -Ein Central Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Herausgegeon von IZr Lehmann in Main;. Mainz, den 24. Mai 5625 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mitwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Salomon Ullmann. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Zell bei Würzbura. llngedanken bei Fritzlar. Witzenhausen. — Oesterr. Kaisers).: Ans Ungarn. iForts.) Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Stuttgart, .hcilbroun. Vom Neckar. — Preußen: Berlin. — Italien: Rom. — Feuilleton: Bileam und seine beiden Söhne, die Zauberer Jannes und Jambres. iForts.) — Die Londoner Juden. (Schluß.) Leitender Artikel. Salomon Ullmann. Wir haben bereits in voriger Nummer mit wenigen Worten das Hinscheidcn des Oberrabbiners von Frankreich, Solomon Ullmanu. angezeigl. DerTod dieses Mannes ist ein ebenso särnerzlicher wie unerwarteter Verlust. Die Trauer war daher auch weit und breit, wohin iwiner die Trauerkunde sich verbreitet hatte, eine überaus tiefe; denn der Verewigte war ein echter, aufrichtiger Jehudi, ein hervorragender Talmudgelehrter, ein unverdächtiger Character, ein liebenswürdiger und in hohem Grade selbstloser Mensch. Ans dem Elsaß stammend war U. zuerst Commnnal-Rabbiner zu Lauterburg, wurde dann Groß- Rabbiner von Nancy und bekleüete seit l3 Jahren die hohe und einstußreiche Stellung eines Ober-Rab-! binen von Frankreich; er war Ritter der Ehrenlegion! und Mitglied des Oberraths der Gesellschaft des kai-! serlichen Prinzen. Bei den religiösen Conflicten und! Kämpfen der Gegenwart stand er stets auf der Seite ' ver Orthodoxie, der er seiner Ueberzeugung gemäß angehörte; er war dafür den niederträchtigsten und! gemeinsten Schmähungen der „Mg. Zeit, des Jud." verfallen, — eine Blume mehr in dem Kranze seines > schönen Lebens. Kaum von einer Reise zurückgekehrt, starb er im Alter von 59 Jahren am Vormittag des 5. d. M.; Montag den 8. d. M. fand das Leickenbegängniß statt. Seit längerer Zeit an einem Brustübel leidend,! traf ihn vor zwei Monaten der Verlust einer Schwester sehr hart; er ließ es sich, trotz seiner angegriffenen! Gesundheit, nicht wehren, eine beschwerliche Reise in; das Elsaß zu unternehmen, um seinen Schwager w o! dessen Kinder zu trösten. Hier nahm die Krankst, rt > einen gefährlichen Character an; nichtsdestoweniger > bestand er darauf, nach Paris zurückzukehren. Noch im Eisenbahn-Waggon fühlte er sein Ende herannahen und betete die Sterbegebete; in Paris angekommen, mußte man ihn aus dem Waggon in den Wagen tragen, der ihn in seine Wohnung führte, wo er alsbald seinen Geist aushauchte. An dem Leichenbegängnisse beteiligten sich circa 15,060 Personen; viele Rabbinen und Repräsentanten von Gemeinden waren aus allen Provinzen herbeigeeilt. Den Zipfel des Leichentuches trugen der Präsident des Oousistoire espbral Obrift Cersbeer, der Präsident des Pariser'Consistoriums Baron Gustav von Rothschild, der Präsident des Consistoriums von Metz Aron Caen und der. Präsident des Consistoriums von Nancy Levylier. ''Die Leröhe wurde, zuerst

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