Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1865)
- Date
- 1865-05-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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276 beurtheilt worden sind. Auch werden sich die geehrten Leser d. Bl. noch seiner schwierigen Entzifferung des Grabsteins von Rabb. Sam. Bacharach auf dem Friedhöfe zu Alsbach erinnern. Me seine Ansichten, Bemerkungen und Erklärungen athmen Geist und Gottesfurcht und basiren auf Wahrheit und Humanität. Mit diesen Geistesvorzügen verband der Hingeschiedene noch die erhabensten Eigenschaften des Herzens. Seiner Gemeinde, der er fast während eines Decenniums vorgestanden, war er ein leuchtendes Beispiel von Frömmigkeit, Friedensliebe und Zufriedenheit; er war ihr ein Vater durch Rath und Theilnahme, ein treuer Hirt in Fürsorge und geistiger Pflege. Seinen Collegen war er ein wirklicher Freund und ein Errnunterer zur Ausdauer und Hingebung für die hl. Sache ihres Berufes. So erwarb er sich in Nah und Fern zahllose Freunde und insbesondere die Liebe und Hochschätzung seiner Gemeinde und der ganzen Umgegend. Kein Wunder nun, daß die Trauer ob des schweren Verlustes eine große und allgemeine ist, wie sich dies namentlich bei dem Leichenbegängniß durch die große Betheiligung und die Bestürzung, die auf allen Gesichtern sichtbar war, deutlich bewies. Wir beklagen darum tief seinen frühen Tod; nicht seiner selbst willen, sondern wegen der Lücke, die abermals entstanden, wegen des schweren Verlustes, der feine Familie — er hinterließ eine Wittwe mit 5 erwachsenen und 4 unmündigen Kindern —, der feine Gemeinde und die ganze Umgegend getroffen. Möge er jedoch noch im Tode wirksam sein, indem seine Lehren und sein Beispiel noch lange im Gedächtniß erhalten bleiben, und die Saat, die er reichlich ausgestreut, sich zur edlen ^Frucht entwickelt! Möge die Liebe und Verehrung, welche man ihm im Leben zollte, durch die Theilnahme an dem harten Schicksal seiner Familie und die Erleichterung desselben den schönsten Ausdruck finden! —t Hannover, im Mai. Wie wir dem „Hannoverschen Tageblatt" entnehmen, geht man damit um, einer neuen Anlage vor dem Thore, dem jetzt abgetragenen Kanonenwalle, Herrn Ober Commerzienrath Israel Simon zu Ehren den Namen „Simons- Aue" beizulegen, da die Stadt diesen neuen Schmuck hauptsächlich ihm zu verdanken habe. — Herr Ober- Commerzienrath Simon, Firma Ezechiel Simon, ist ebenso hervorragend durch Frömmigkeit, Wohlthätigkeit und gemeinnütziges Streben wie durch seinen Reichthum, den er in edelster Weise verwendet. V. Preußen. Berlin. Sicherem Vernehmen nach sind Herr vr. M. Güdemann, Rabbiner zu Magdeburg, und Herr Or. Joel aus Breslau zu Mitgliedern des hiesigen Nabbinats gewählt. Da aber vr. Joel, wie man sagt, anderen Anerbietungen — sowohl von Seilen seiner eigenen Gemeinde, die ihm den Gehalt erhöhen wrd, als auch von Seiten eines Theiles der Wiener Gemeinde, die ihn an der Stelle Mannheimers zum Prediger wünscht — zu Liebe seine diesseitige Wahl nicht angenommen hat, so glaubt man hier, vermuthen zu dürfen, daß die alleinige Amtsannahme des Herrn Rabbiner vr. Güdemann für das Erste auf Schwierigkeiten von Seiten der Gemeindebehörden stoßen könnte. England. London. In Susa haben sehr beunruhigende Exceffe gegen unsere Glaubensgenossen von Seiten der dortigen Bevölkerung stattgefunden. Sir Moses Montefiore, der sofort davon in Kenntniß gesetzt wurde, zögerte nicht mit seinem Entschlüsse, persönlich durch eine Reise nach Persien für die dortigen Verhältnisse der Juden leine wirksame Thätigkeit zu entfalten. Lord Palmerston und die übrigen Mitglieder des Ministeriums glaubten, es nicht zugeben zu dürfen, daß dieser ehrwürdige Kämpfer in so vorgerücktem Greisenalter ohne Schonung seiner Gesundheit solchen Strapazen sich unterzöge. Sie versprachen ihm, ihren ganzen Einfluß dafür zuverwenven, daß die gestörte Ruhe Ln der befriedigendsten Weise wieder hergestellt werde, und steht somit hoffentlich bald eine bessere Regelung der Verhältnisse unserer dortigen Brüder in Aussicht. Mexico. Ein Decret des Kaisers Maximilian vom 26. Februar d. I. bestimmt, daß zwar die katholische Religion Staatsreligion sei, daß jedoch alle Glaubensbekenntnisse, die der Sittlichkeit nicht entgegen sind, vollständige Toleranz finden, und daß ihnen die öffentliche Ausübung ihres Cultus gestattet sein soll. — Bisher war es unser« Glaubensgenossen nicht gestattet, Ln Mexico zu wohnen oder doch ihre Religion daselbst öffentlich zu bekennen. (Nach dem „Iluiv. isr.") Feuilleton. Lilearn und seine beiden Söhne, die Zauberer Zaunes und Jambres. Von M. Vei»UIr»». (Fortsetzung.) So rieth damals Bileam dem König. Aber durch Gottes Wallen wollte Pharao auch seine übrige» Räthe hören, und da trat ein Engel des Herrn in.