Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1865)
- Date
- 1865-05-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 19 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Bei den jüngsten Wahlen zum Kolleg der ständigen Bürgerrepräsentation wurden unter Andern auch zwei Israeliten (die ersten, die jemals in das Kolleg gelangten) gewählt. Es lind dies die Herren Nutten und Or. Neukirch. Mainz, den 3. Mai. Beim Durchlesen unserer heute ausgegebenen Nr. 18 fällt uns auf, daß wir bci der Schilderung der Jubiläumsfeier des Herrn Distr.-Nabb Bamberger zu Würzburg es versäumt haben, die Verdienste des ersten Vorstehers, Herrn Samuel Frank, hervorzuheben. Die Cultusverwaltung zu W. halte für Decoratwn und Beleuchtung der Synagoge Sorge getragen; auch hatte sie einen Gallawagen geschickt, in welchem Herr F. mit zwei Ausschußmitglikdern den Jubilar in die Synagoge abholten und von da in seine Wohnung zurückbegletteten. Beim Festmahle brachte Herr Frank im Namen der Gesammtgemeinde einen Toast auf den Herrn Jubilar aus, der "von Herzen kam und zu Herzen ging. — Mainz, den 5. Mai. Von Herrn Or. Albert Cohn in Paris erhalten wir eine Zuschrift, in welcher derselbe die Mittheilungcn des Herrn Moses Sachs aus Jerusalem m Nr. 14 d.Bl. für ungenau erklärt; die Schule der Frau Randigger sei noch gar Nicht eröffnet, es könne also von einer Weigerung, die Kinder yineinzuschicken, noch nicht die Rede sein; cs sei im Gegcmheile zu erwarten, daß in ganz kurzer Zeit die Schule nicht Raum genug für die ihr zuströmenden Kinder haben werde. Im kommenden Jahre denkt Herr C. wiederum eine Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande anzntreten. Zugleich sucht uns Herr C. über die Absichten der „^Üianee i'sr. univ." zu beruhigen. „Wenn m Algier", schreibt uns Herr C., „Ungebührliches geschah, so lag das in den unvermeidlichen Uebeln, welche der Krieg mit sich brachte. Mm hat wieder Bathe Midraschim errichtet. Natürlich muß man immer darüber wachen, daß der nicht die .-iini verdränge; ich wiederhole es aber, es ist nichts zu fürchten." In ähnlicher Weise spricht sich Herr Bloch im Machest des „Oviv. Isr." aus. — Nun, wir wollen das Beste hoffen. Herr Castro, Vorsänger der isr. Gemeinde zu Bordeaux, von dem wir unlängst berichteten, daß er in Madrid an zwei jüdischen Kindern die Beschneidung vollzog, hat von der Königin von Spanien einen Orden erhalten. In Mülhausen im Elsaß erscheint seit Kurzem eine Zeitschrift „Israelitische Stimme" in deutscher Sprache und jüdischen Lettern; die Richtung ist eine streng-religiöse. Worrvs. (Verspätet.) Beim jüngsten Festesten der ^222 überreichte dieselbe Herrn Kreisrabb Or. Jastrow und ihrem Lehrer und Vorsitzenden, Herrn Moses Mannheimer, als Zeichen der Anerkennung und Verehrung zwei prachtvolle silberne Zuckerkörbe. — Herrn Oe. Jastrow ist zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit eine Luftveränderung vom Arzte verordnet worden. Für die Zeit seiner Abwesenheit hat er Herrn Moses Mannheimer zum Substituten bestellt. 712- 2^2 7IQ .2Ü2. Biblis (Grh. Hessen), im Mai. In einer Zeit, in der die Kämpfer und Eiferer für das wahre und reine Judenthum so vereinzelt dastehen, und in welcher das Gesetzesstudium leider vernachlässigt wird, da ist es doppelte Pflicht, die Verdienste derer hervorzuheben und zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, die noch ihr höchstes Lebensziel darin finden, das Wort Gottes zu erforschen und zu lehren und mit aller Selbstverleugnung und Aufbietung ihrer körperlichen und geistigen Kräfte für unsere hl. Religion einzutreten. Referent fühlt sich daher veranlaßt, hiermit eines Mannes öffentlich zu gedenken, der auch in dieser vielgeschätzten Zeitschrift durch mehrere Artikel sich ein ehrendes Denkmal gesetzt, und der sich durch seine gründliche Gelehrsamkeit, seinen hl. Berufseifer und sein edles Wirken einen Nus in Israel erworben. Es war dies der gelehrte und fromme Lehrer der hiesigen isr. Gemeinde, Rabbi Jekuthiel Kunreutyer, welcher am 7. Tag Pesach d. I. in einem Alter von 50 Jahren nach längerem Leiden und nachdem er sich, wie es nur selten vorzukommen pflegt, mit größtem Geistesmuth und wie ein Heiliger Israels auf den Augenblick der Scheidung und zum Eintritt in die Ewigkeit vorbereitet hatte, seine irdische Laufbahn beschloß. Von zartester Jugend an dem Thora-Studium gewidmet und noch aus der Fürther Schule hervorgegangen, war der Verblichene mit einem seltnen Wissen und Scharfsinn in der jüdischen Literatur sowohl wie in der Wissenschaft überhaupt ausgestattet, und diese seine Geistesgüter suchte er zum Wohle seiner Mitwelt nach Kräften zu verwerthen So war er vielfach bemüht, zur Hebung der jüdischen Schule beizutragen, und so war es die literarische Arbeit seiner letzten Jahre, einen leichtfaßlichen Commentar zur Mischna mit besonderer Berücksichtigung des «2^2222 und der 2'1)2!2X?>2^ 'pvs für die Schule zu verfassen, wovon einige Tractate vollendet und von pädagogischer und gelehrter Seite günstig