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Der Israelit · 1865-05-10 · Heft 19 (10.5.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 19 (10.5.1865)
Date
1865-05-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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277 der Gestalt eines der königlichen Räthe unter denselben auf und sprach: „Versuche den Knaben zuerst, o König, um Dich zu überzeugen, ob sein Thun noch kindisch sei, oder nicht. Man setze dem Knaben zwei Schüsseln vor, die eine voll funkelnder Edelsteine, die andere voll glühender Kohlen. Greift der Knabe nach den Edelsteinen, so waltet schon Verstand in ihm; greift er nach den glühenden Kohlen, so ist er eben noch Kind." Der Rach fand Beifall, und man that so. Schon wollte der Knabe nach den Edelsteinen greifen, aber der Engel des Herrn ergriff unsichtbar sein Händchen und legte es auf die Kohlen, und der Knabe nahm eine und steckte sie sich in den Mund und verbrannte sich die Lippen, woher es auch kam, daß Moses später schweren Mundes und schwerer Zunge war. So ward Moses damals gerettet. Als er nun später herangewachfen war, erfuhr er von seinen Brüdern, wie Bileam früher schon gegen ihn gerathen, und er nahm sich vor, ihn deßhalb zu strafen. „Der Sohn Bithia's stellt Dir nach!" hinterbrachte man Bileam. Da floh Bileam mit seinen Söhnen aus Aegypten, und so kamen sie zu Kikenos, dem König von Aethiopien. Der König von Aethiopien hatte also Bileam und seine Söhne zur Überwachung seines Landes zurückgelaffen und war fortgezogen zum Kriege gegen die Söhne des Ostens und Armeniens. Es gelang ihm auch, sie in mehreren Schlachten zu besiegen, viele von ihnen zu erschlagen und noch mehr gefangen zu nehmen und ne endlich seiner Macht wieder völlig zu unterwerfen und sich tributbar zu machen. Aber während er jo in fremden Landen siegte und die Empörung niederwarf, erhob sich diese in seinem eignen Lande. Als nämlich der König Kikenos mit seinem Heere in werte Ferne gezogen war, erhob sich Bileam und sprach zu dem zurückgelassenen gerneinen Volke des Landes: „Jetzt ist die Zeit für Euch gekommen, das Joch Eures bisherigen Tyrannen abzuwerfen. Ihr habt nichts weiter zu thun, als Euch fest vorzunehmen, ihn nicht mehr in die Stadt einzulassen, im Falle er wieder kommt". — Das Volk ließ sich leicht bereden, siel von seinem bisherigen Könige ab und Bileam zu, schwor ihm Gehorsam und ernannte ihn zum König und seine beiden Söhne zu Feldherren. Sie erhöhten nun die Mauer der Stadt auf zwei Seiten zu einer starken und gewaltigen Feste; auf der dritten Seite gruben sie zahllose Gräben zwischen der Stadt und dem Strome, der das Land Aethiopien umfließt und leiteten das Wasser des Stromes in die Gräben; auf der vierten Seite endlich häuften sie durch ihre Zauberkünste eine ungeheure Menge giftiger Schlangen und Skorpionen und befestigten so die Stadt, daß Niemand ohne ihren Willen aus- und einkonnte. Als NM der König Kikenos mit seinem Herre siegreich von seinem Zuge in das Morgenland zurückkehrte, und sie von Ferne schon die hohen und gewal- . tigen Mauern der Stadt wahruahmen, da sprachen sie zu einander : „Die Leute haben gesehen, daß wir so lange im Kriege verweilen, da ward es ihnen bange um uns , und sie erhöhten und befestigten die Mauern der Stadt, aus Furcht, die Könige von Kanaan möchten unsere Abwesenheit benutzen und sie überfallen." Als sie dann an die Stadt selbst kamen, da fanden sie alle Thore verschlossen. „Oeffnet," rief man dey Pförtnern zu, „und laßt den König mit seinem Heere einziehen! Wir kehren siegreich aus dem Kampf zurück!" — Aber die Pförtner wollten nicht öffnen, sie engegneten vielmehr: „Unser König Bileam hat es untersagt, irgend jemand einzulassen." — Im höchsten Zorne befahl Kikenos, gegen die Stadt zu rücken und sie zu stürmen; aber die Leute der Stadt schlugen von ihren Mauern herab den Sturm kräftig ab, und es fielen von den Streitern des Kikenos an diesem Tage dreißig Mann. Am zweüen Tage befahl Kikenos, die Stadt von der Flußseite anzugreifen; sie wollten über die Gräben setzen, vermochten es aber nicht, und Viele versanken und kämm um. Jetzt befahl Kikenos, Holz zu fällen und Flöße zu bauen und auf diesen über die Gräben zu fetzen; aber als sie überfahren wollten, erhoben sich die Wellen gewaltig und trieben sich rollend um wie die Näder einer Mühle, und zweihundert Mann auf zehn Flößen gingen zu Grunde. Am dritten Tage versuchte Kikenos die Stadt auf der vierten Seite anzugreifen; aber er vermochte nicht der Stadt nahe zu kommen, so sehr wütheten die Schlangen und Skorpionen, und abermals blieben von seinen Leuten hundert und siebzig Mann. Kikenos mußte den Angriff aufgeben und sich begnügen, die Stadt einzuschließen und Niemand aus-und einzulaffen. — Neun volle Jahre hielt er die Stadt umschlossen. — (Fortsetzung folgt.) Äie Londoner Juden. Aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Hirsch Grünebaum. (Fortsetzung.) Man fand es für nothwendig , die Schulgebäude von Zeit zu Zeit zu vergrößern, so daß die jüdischen Freischulen in LeU eine solche Großartigkeit erlangt haben, daß sie zu den größten Erziehungs- Anstalten des Landes gezählt werden dürfen; in denselben erhalten 2000 Kinder Unterricht. Und noch immer ist die Schülerzahl beständig so im Steigen begriffen, daß das jetzige Gebäude, jo groß es auch ist, bald unzureichend sein wird, die Schülerzahl zu fasse».

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