Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1865)
- Date
- 1865-05-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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273 anvertrauten Eleven den hohen Werth des Talmuds würdig zu lehren und so für das wahre Judenthum heranzubilden. Namentlich sind die Vorträge Sr. Ehrwürden des Herrn Ober - Rabbiners so inhaltsreich und musterwürdig, daß dem aufmerksamen Zuhörer ein unberechenbarer Nutzen für seine weitere Ausbildung hieraus erwächst. Und wer fühlt sich nun nicht angezogen von dem erhabenen Wirken dieser Männer, wer kann mit diesen Persönlichkeiten verkehren, bei welchen nwpQi mrsM auf solch' schöne Weise verbunden sind, ohne sich zu bemühen, ihrem edlen Beispiele nachzuahmen!? Uns Schüler dieser erhabenen Lehrer kann dieses segensreiche Thun nur ermutlsigen, den Wirkungskreis dieser Männer zu erweitern, damit die Jünger des Judenlhums aus den Weinberg Gottes, der in unseren Mauern grünt, aufmerksam gemacht, sich demselben zuwenden und ihrem Berufe als 2'ia Nachkommen. Es war dies der Beweggrund, der mich veranlaßte, die Gefühle, die jeden, der das hiesige Leben kennt, erfüllen, der Oeffentlichkeit zu übergeben; mögen sie unter göttlicher Hilfe ihren Zweck nicht verfehlen! R. B. Preußen. Berlin, 30. April. Die hiesige Gemeinde, im Jahre 1671 begründet , gelangte erst in den ersten Decennicn des vorigen Jahrhunderts zu ihrer eigentlichen Constituirung. Ihre religiösen Vereine, als der der Krankenpstegung, der für den Frühgottesdünst, die Chebrath Mohalim feierten erst jüngst das 150. Jubeljahr ihrer Stiftung; eben so wurde erst kurz vor dem Neujahrsfest 5775 (September 1714) die alte Synagoge in der Heidereutergafse, bis auf den heutigen Tag „HaupLsynagoge" genannt — eingeweiht. Es erscheint nicht unangemessen, Lei diesen gegenwärtig lebhaft hervortretenden Erinnerungen auch eines denkwürdigen Ereignisses aus jener alten Zeit Erwähnung zu Lhun. — Am nve — am ersten Jahrestag des glorreichen Düppeler Sturmes (1b,. April b. a.) —vor 150 Jahren empfing genannte Synagoge den Besuch des damaligen Königs von Preußen, Friedrich Wilhelm I. Derselbe erschien am NL2 di? 5475 (1715) in der Synagoge während des Morgengottesdienstes, begleitet von den Ministern, dem Hofstaat und dem damals erst 3 Jahre alten Kronprinzen, dem nachmaligen KönigFriedrich dem G r oß en. — Der König erkundigte sich genau nach allen Einzelheiten, zeigte sich überall befriedigt und verlangte es ausdrücklich, daß die zum Gebet Versammelten vor ihm ebenso, wie vor Gott, bedeckten Hauptes stehen möchten!! — Der Geist des späteren großen Monarchen „in besten Staaten Jeder nach seiner (eigenen) Faxon selig werden konnte," war ' schon damals in einer Zeit, wo ein Eisenmenger seinen ' Groll gegen das Judenthum eben ausschüttete, er- > schaffen, — das Wort des königlichen Vaters schon > vom Geiste des ihn in die Synagoge begleitenden kleinen Sohnes getragen. König Friedrich Wilhelm 1. schenkte aus Veranlassung dieses Besuches der Synagoge einen prachti vollen Vorhang für die heilige Lade, denselben, welcher! noch gegenwärtig am Feste der Gesetzesfreude und bei! patriotischen Feierlichkeiten seine Stelle einnimmt. - L. Jolenberg. Oesterreichischer Kaiserstaat. S- A UjHely, 9. April. (Fortsetzung.) Von dem genannten Herrn Fischer ist dieser Tage eine biblische Geschichte in ungarischer Sprache unter dem Titel bei Löwi Söhne in Pesch erschienen. Ein gutes Buch das, geeignet für die ob een Klassen der Schule, wenn wir auch in didaktischer Beziehung manches daran geändert wünschten. Denn von dem Streitpunkt abgesehen, ob bei dem gegenwärtigen Stande der Pädagogik ein Buch in katechetischer Form noch immer zulässig sei, bleibt es jedenfalls unbestritten, daß die Fragen präcis gegeben werden müssen, damit jede Antwort auf die gestellte Frage passe. Was aber läßt sich denken von Umversalfragen wie: 211 törtönt inc.-ll? (Was geschah nun?) S. 39; 21! törtenk eüüor? (Was geschah diesmal, zu dieser Zeit?) S. 4!; 21i törtoru o miatt? (Mas geschah dieserwegen?) S. 44; 211 törtcrnk inost o§^- 8L6M-6? (Was geschah auf einmal?) S. 33 u. d. m.; — die am Ende für jedes Ereigniß in der großen allgemeinen Weltgeschichte passen! Doch trifft dieser harmlose Einwurf keineswegs den Verfasser, der ferne vom Druckorte lebt, und, wie er mir mündlich versicherte, hat es sich der Verleger heraus genommen, die Fragen nach eigenem Gutdünken zu ordnen, von ihrer Stelle zu reißen und, seien wir gerecht, somit den pädagogischen Takt des Verfassers zu verunglimpfen. . . In einer gehobenen Sprache wird S. 126 die verheißene Messiaszeii gezeichnet, was ich hier ausdrücklich hervorhebe, damit sich die Böswilligkeit nicht deßhalb an den Verfasser wage, weil er S. 163 von jener herrlichen Zukunft sagt: „68 1^^ nöx, vallü« 1e.826n! es wird nur ein Volk und erneConfession sein", was bloS sagen will, daß sich sämmtliche Nationen wahrhaft zum Monotheismus bekennen werden (nach Sacharja 14, 9), aber noch immer nicht ausschließt, daß sie bei all dem nicht auf gleichem Niveau der Gotteserkenntniß stehen und in Beobachtung der Ceremonialgesetze ja verschiedenen Glaubens sein werden. Kusari IV. § 24 heißt es: N'wvd .iv-.pTn, die modernen Völker bahnen den Weg für den Messias mit ihren Bestrebungen an,