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Der Israelit · 1865-05-10 · Heft 19 (10.5.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 19 (10.5.1865)
Date
1865-05-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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269 Zeiten. Die Tugend, die sie lehrt, die Moral, die sie einschärft, die Lehren, die sie enthält, bildeten die Grundlage der besten Gesetzbücher der eivilisirten Welt und lehrten die Menschheit Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe. Plötzlich wird ihr Charakter angegriffen, ihre Wahrhaftigkeit bekämpft. Der Ankläger citirt die Worte der Bibel selbst als Zeugen gegen sie, bemüht sich, ihr Resultat als Ungereimtheiten und Widersprüche hinzustellen, sucht das Fundament des Glaubens an seinen göttlichen Ursprung durch eine Berufung auf die eignen Thalsachen zu unterwühlen. Die Bibel steht also in Untersuchung, und an uns ist die Aufgabe, sie zu vertheidigen. Es wird untere Pflicht sein, sorgfältig das Zeugniß des Angreifers zu untersuchen, die Analogien, auf die er seinen Angriff gründet, wohl zu prüfen, zu sehen, ob er genau die Worte der heiligen Schrift erklärt, ob er getreu den Sinn des geweihten Werkes wiedergibt. Von solch' einer Untersuchung haben wir nichts zu fürchten für unsere Bibel. Und hier müssen wir bemerken, daß die kritischen Untersuchungen des 11r. Colenso für den Juden wenig neue Punkte darbieten. Schon vor Jahrhunderten wurden die meisten Schwierigkeiten, die der Bischof und die deutschen Kritiker, denen er folgt, aufstellten, von den Größen des Talmud und des Midrasch und von den späteren Mischen Ertlärern begriffen; von Maimonides, Nachmanides, Jbn Esra, Abrabanel, Jfaac Aroma und anderen. Diese Männer waren strenge Dibelkritiker, aber sie kritisiren nicht mit einer unvollkommenen Kenntniß. Sie waren vollkommen Meister der Sprache — die damals noch fast eine lebende — in der die Bibel geschrieben war, und sie waren wohl bekannt mit den alten Sitten und räumlichen Verhältnissen, mit welchen ein großer Theil der Bibelgefchichte verknüpft ist. Sie brachten mit bei ihrer Arbeit die ganze Gelehrsamkeit der Vergangenheit, all' die philosophischen Kenntnisse ihrer eigenen Zeit und ein genaues Verständnis des Buches selbst. Jene Gelehrsamkeit, jene Philosophie und sine Vertrautheit mit dem Gegenstände selbst befähigten sie, jede Schwierigkeit, die die Kritik erheben konnte, zu erklären, und die Bibel kam aus der Hand ihrer Untersuchung wie Gold aus dem Schmelzofen. Für jene war sie in der Thal ein wohl geprüfter Freund, denn sie hatten sie untersucht mit ihrer unerbittlichen Kritik und halten sie treu und glaubwürdig befunden. Und so, können wir versichert sein, wird sie auch von der ernstesten und gewissenhaftesten Kritik der Gegenwart gefunden werden, wenn diese ihre Beurtheilung in edlem und rechtem Sinne hält. In dieser Erwiderung wird versucht, die Argumente, die bei der Verteidigung der Bibel angewendet werden mögen, mehr anzuzeigen als dogmatisch aneinanderzureihen. Manche schwierige Punkte möchten verschiedene Antworten Anlassen. Das Licht der Wissenschaft wächst täglich Heller heran und möge in einer zukünftigen Zeit klarer und leuchtender machen, was jetzt verschlungen und dunkel ist. Was wir sagen werden, werden wir eben nur mit aller Bescheidenheit vortragen, im Bewußtsein der Unvollkommenheit menschlicher Kenntniß, eingedenk, daß die Zukunft einen größeren Schatz der Aufklärung haben muß als die Vergangenheit, aber doch in dem festen Vertrauen, daß die Bibel durch keine Zeit berührt wird, daß ihre Lehren immer jung sein werden, daß ihre Autorität täglich mehr und mehr anerkannt werden wird, und daß die zunehmende Weisheit der Welt nur eine Annäherung an die göttlichen Wahrheiten bezeichnen wird, die wir gläubig halten für das Wort des einzigen, treuen Gottes!" — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Aus Württemberg. (Schluß.) Mack: Ich bin gleichfalls in der Lage, bei diesen Alterszulagen eine Bemerkung zu machen. Es sollen Dienstaltersznlagen sein; nun sind seit einiger Zeit ausländische Rabbinen berufen worden wegen Mangels an inländischen Kandidaten, Männer, welche zum Theil schon 10—15 Jahre ihre Anstellung hatten und nun im vorgerückten Lebensalter stehen; es wäre hart, wenn diese Nabbinen mit der Einweisung in die Alterszulagen dadurch zu lange hingehaltsn würden, daß nur ihr Dienstalter im Inland gerechnet würde. Ich möchte den Herrn Minister ersuchen, darauf kein Augenmerk zu richten, daß bei diesen Rabbinen, die meist auf den geringeren Stellen sich befinden, ans ihre ganze Tienstdaucr gehörige Rücksicht genommen werde. Was der Herr Abgeordnete von Mergentheim gesagt hat, hat seine Richtigkeit; ich weise darauf hin, daß die nicht unbeträchtlichen Emolumente, welche den Rabbinen die Assistenz bei der Eidesablegung brachte, durch das Gesetz vom 13. August 1864 vollständig wegsallen. Minister v. Golther: Wieweit auf den Wunsch des Herrn Abgeordneten von Riedlin gen eingegangen werden kann, ist wesentlich kneti. Es wird mir dieß der Herr Abgeordnete selbst zugeben. Im Uebrigen habe ich gegenüber dem Vortrage des Herrn Abgeordneten von Mergentheim vollständig zu bestätigen, daß auf Seiten des Ministeriums und der isr. Centralkirchenkasse die bestimmte Absicht

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