Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1865)
- Date
- 1865-05-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Nr. 18 des Zsraelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a M, 14. April. Der „Neuen Fs-Zeit." wird von hier geschrieben: „Unfern jüngsten Berichte über die Emladungsschriftcn der hiesigen höheren Lehranstalten vervollständigen wir heute durch die Anzeige des uns verspätet zu Händen gekommenen Programms der Unterrichtsanstalt der isr. Neligionsgesellschast. Dasselbe bringt eine der Feder des Rektors dieser Anstalt, des Herrn Rabb Hirsch, entflossene Abhandlung. „Einige Andeutungen über die Benutzung der ersten Lebensjahre sür die Erziehung." Bei dem regen Interesse aller Schulfreunde für diese Art ox)U8<ni1s, weil diese nach der unterrichllichen und erziehlichen Seite bin den Charakter jeder Anstalt bekunden, haben wir diese Einladungsschrist, deren Verfasser nicht nur Rektor, sondern bekanntermaßen auch Geistlicher und Vertreter der strengläubigen Richtung im Iudertthum ist, nicht ohne Spannung zur Hand genommen und gestehen, daß wir die vom Geiste edelster Humanität durchwehte Schrift mit hohem Interesse gelesen haben. Der Verfasser hat seinen Gegenstand mit großer Feinheit und Eleganz behandelt, sein Standpunkt ist durchaus der rem menschliche und er hat cs verstanden, tiefe philosophische Ideen in das Gewand eimr ebenso geistreichen wie eleganten Diktion zu kleiden. Selbstverständlich können wir hier nicht auf die Fülle origineller Ideen und auf die tiefen psychologischen Analysen nähec eingehen, doch wollen wir uns nicht versagen, als neu und frappant für denkende Leser aller Konsessior.cn auf den scharfmarkirten und hinsichtlich der Erbsünde gegensätzlichen Ausgangspunkt der jüdischen Pädagogik (S. 8. ff.) hinzuwciscn, der unwillkürlich zum Nachdenken anregt und dessen mächtigen Eindruck gegenüber man sich kaum passiv verhalten kann." DüriSbach (O.-A. Gerabronn). Nach dem Ergebniß der jüngsten Volkszählung zeigt sich abermals die vorherrschende Neigung der Israeliten, aus den Torfin die Stadtgemeinden zu ziehen und sich selbst da anzusiedeln, wo bisher kerne Juden ihren Wohnsitz hatten. In Stuttgart wohnen jetzt unter 63.816 Einwohnern ii69 Israeliten; Ulm hat ca. 20.600 E. mit 400 Israeliten; Eßlingen 15,591 E mit 140 Israeliten; Laupheim 3636 E. mit 768 Israeliten; Gmünd 8652 E. mit 9 Israeliten; Göppingen 7225 E. mit 130 Israeliten; Kannstatt 80^7 E. mit 162 Israeliten; Hall 7245 Emit 72 Isr.; Crailsheim 3165 E. mit , 227 Isr.; Rottweil 3832 E. mit 105 Isr.; Bi-! berach 6500 E. mit t Isr.; Heilbronn 16,439 E. mit 369 Israeliten. — Die isr. Kirchengemeinde in der letzten Stadt insbesondere ist in den jüngsten zwei Jahren erst zu solcher Ausdehnung gediehen und noch immer im Wachsthum begriffen. TMi' Am Sabbat la-irirr ^2 feierte sie die feierliche Uebergabe einer renovirten Thora - Nolle, welche der Gemeindepfleger Herr Js. Amberg sür die Synagoge daselbst l gestiftet hat, nachdem schon früher drei Gesetzes-Nollen! ebenfalls ans dem Wege der Stiftung vermacht worden ünd. Das Project eines Synagogen- und Frred-! Hof-Banes ist eine Frage, welche jetzt das Vorsteheramt und die Gemeinde lebhaft discutirt und die selbstverständlich alle anderen Wünsche in der Körperschaft i in den Hintergrund drängt, welche nur persönlichen! Bestrebungen ihre Entstehung zu verdanken haben. Aus Württemberg. (Fortsetzung.) Becher: Der Herr Vorredner hat nicht gegen die höhere i Exigenz der Regierung für einen Staatsbeitrag zur j Unterstützung der isr. Centralkirchenkaffe gesprochen;! ich finde mich deßhalb auch nicht veranlaßt, für z diese Exigenz ins Feld zu rücken. Es wird auch wohl? allgemein anerkannt werden, daß es ein Gebot der Villigi keit gegenüber von unvermögenden isr. Schulgemein-! den sein wird und ein Gebot der gleichen Behandlung i aller Konfessionen, daß der Staat armen Gemeinden! an die Hand gehe. Ich will nur einen Wunsch der! isr. Vottsschullchrer Ihnen nabe legen. Sie haben i nämlich als Mitglieder der isr. Kirchengemeinde zu den Kultkosten beizutragen. Diese Last tragen die , christlichen Lehrer nicht. Jene wünschen, daß sie auf- '! gehoben werde. Dies wiro Sache der Autonomie der , isr. Kirche sein, da die Einrichtung aus den Talmud! gestützt wird. Sollte es aber nicht ausgehoben werden.! und so lange es nicht aufgehoben sein wird, scheint > mir der Anspruch begründet, daß bei Bemessung der i Schullchrergehalte darauf Rücksicht genommen werde. Bei diesem Anlaß möchte ich sodann noch weiter zur Kenntniß d"s Herrn Ministers bringen, daß die isr.! Gemeinden wünschen, es möchte der Staat, wenn die! Uebernahme der Pfarrhausbaulasten gegenüber, von den christlichen Kirchen zu Stande kommt, auch die Vanlaft an den zwölf Rabbinatswohnungen mit übernehmen. Ich weiß wohl, daß ein Rechtsanspruch hierauf nicht besteht, und daß die Gründe, welche den Staat bei den christlichen Kirchen hiezu bewegen, nämlich die Ablösung der Komplexlasten, hier nicht zutreffen; allein Rücksichten der Billigkeit und gleicher Behandlung aller Religionsbekenntnisse könnten doch vielleicht zu einer Gleichstellung der isr. PfarrhausgeLäude mit den christlichen führen Minister v. Golther: Ueber den letzten Punkt