Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1865)
- Date
- 1865-05-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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259 sondern namentlich auch dem durch die Person vertretenen Prinzipe gelte und daß wir uns in dem Grade selber ehren, in welchem wir unsere großen Männer ehren. Den dritten Toast brachte Herr Vorsteher I)r. Rosenthal den fremden Gästen, namentlich den anwesenden, fremden Rabbinern Herr E. N. Rosen da um aus Zell versuchte in längerer, trefflicher Rede die Feier der 25jährigen Amtsthätigkeit vom jüdischen Gesichtspunkte aus zu rechtfertigen Auch Herr Stiftsrabbiner Weil aus Carlsruhe dielt eine vorzügliche Rede zu Ehren des Jubilars. Herr Seminarlehrer Stern brachte in gediegener Rede einen Toast auf die onhodore jüdische Presse und deren anwesenden Vertreter, den Nedacteur dieser Blätter aus. Herr 8t. pl>. Goldberger sprach im Namen des Comitä's, Herr st. pst. Marr verlas ein von ihm verfaßtes Festgedicht, dm Herren Rabbinats-Candidaten Weisbart und Goldstern hielten längere Reden. Unterdeß war die Stimmung eine sehr animirte geworden, es folgte Rede auf Rede, Toast auf Toast, bis Abends 9 Uhr die ganze Feier mit dem Maaribgebete schloß. In der Mittagspause besuchten wir noch das für das Seminar neu acguirirte Haus, welches in Bezug auf Lage, Geräumigkeit und Einrichtung nichts zu wünschen übrig läßt. Bereits wird dasselbe von 12 Zöglingen besucht, die hier Kost, Wohnung und Unterricht durchaus uuerrtgeldlich erhalten; wie wir hören, soll nächstens auch der Borbsreitungskurs eröffnet werden. — Zugleich hatten wir in Würzburg die Freude, das erste vollständige lo'rmi unserer Bibelausabe zu erblicken; dasselbe wird jetzt allernächsten» ausgegebc-n werden. Schauen wir nun auf den in WürZbnrg verbrachten Tag zurück, so erfüllt uns hohe Freude, Vertrauen und Zuversicht. Es ist au und für sich schon wohlthuend, einen Mann zu sehen, dem Großes gelungen, der der geistige Führer eines großen Theiles der Mitlebenden ist — aber noch erhebender ist es, ihn umgeben zu sehen von Zeichen der Anerkennung, Dankbarkeit und Bewunderung. Da schwült das Herz und es erfüllt sich das Wort des Dichters: Ein grobes Beispiel .v?üt Racyciserung Und gibt tz-in Nrthcil höher? Ejesehe! — Leipzig, Ende April. Nach einem hiesigen Blatt-' ist der Chef dem Berliner Bankhauses „H. C. Plaut", Moritz Plaut in Berlin, der Charakter als Commrrrieu-Rath verliehen worden. — Den „L. N." zufolge feierte am 2. d M. der Kaufmann Hermann Bodet, Schwiegersohn des Herrn Oberrabbiner S. L. Rapoport in Prag, hier seine silberne Hochzeit, aus Anlaß deren er von den Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde sreundlichst beglückwünscht wurde. Der Verein zur Förderung der geistigen Interessen im Judenthume, dessen Vorstandsmitglied er ist, überreichte ihm bei dieser Gelegenheit eine sehr schön ausgestattete Votivtafel, sowie ein kostbares Photographie-Album mit den Bildnissen der einzelnen Mitglieder. —! Der „Augsb. Allg. Zeit." zufolge hat am 7. d.! M. Abends die Einweihung der neuen Synagoge der! isr. Gemeinde von Augsburg, die in den letzten zehn j Jahren bedeutend angewachsm ist, stattgefunden. Herr! Rabbiner I)r. Hirchfeld, der die erste Anregung zum Bau des Gotteshauses gegeben, hielt die Festrede, an deren Schluß er rn herzerwürrnenden Worten jede! Erclusivität und Unduldsamkeit von der Schwelle die-! ses Tempels zurückwies, und mit Recht noch besonders! das Andenken des hohen Wohlthäters der Gemeinde,! des verstorbenen Königs Max ll., segnete. Die zahl-! reiche Betheilrgung christlicher Mitbürger und die Anwesenheit höherer Beamten der königl. Regierung und der städtischen Verwaltung, sowie mehrer katholischen! und protestantischen Geistlichen lieferte einen sehr erfreulichen Beweis von dem einträchtigen Nsüeneinaui Verleben der verschiedenen Rsligionsgenossenschasten. Der zum Rabbiner und Prediger der Berliner israelitischen Cnltusgemeinde gewählte Dr. Joöl in Breslau hat die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt, um in seiner Stellung in Breslau zu verbleiben. N. Leipzig, im Avrck. Der jüdische Restaurateur Herr Löwenthal, früher in Dessau, jeßt hier, der meines Wissens der erste Jude ist, dem vom hiesigen SLadtrcth die Coneefsion als Schaniwirth in seiner Person verliehen worden, wurde vor einigen Wochen vom königlichen sächsischen M nislerium veranlaßt, für die beoorstebense Saison am Orte Bad Elster eine Restauration nach streng jüdischem Rituell einzurichten, und gesenkt er schon Mitte Mai von diesem Rechte Gebrauch zu machen, was für die Leser dieses Blattes von Interesse fein dürfte N. Aus Württemberg. Düns b ach (O.-A. Gera-! bronn), den 27. März. (Nachtrag.) Die hiesige israel. > Gemeinde feierte am lck. d. M das öOjährigs Dienftjubiläum des würdigen Vorsängers und Neligionslehi rers Nördlinger. An dem Festzug vom Schulhause! zur Synagoge nahmen auch der evangelische Ortsgeift-! liche und die bürgerlichen Kollegien Theil. (Warum! nicht auch der BezirksrabbinerDer Jubilar wurde i von seiner Gemeinde mit einem silbernen Pokale sowie auch von christlichen Mitbürgern beschenkt. Oesterreichischor Kaiserstaat. S- A Ujhely, 9. April. Wie auch die Juden der Gegenwart sich den Glauben ihrer Vater und selbst i deren Physiognomien in ihrer ursprünglichen Reinheit! wunderbar erhielten, konnten sie dennoch nicht ganz - der Einwirkung sich erwehren, welche eine große Mehr-