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Der Israelit · 1865-05-03 · Heft 18 (3.5.1865) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 18 (3.5.1865)
Date
1865-05-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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258 in leeren Phrasen, immer lehnten die Antworten an die Anreden an und stets war es ein Bibelvers oder ein Midrasch oder Beides, woraus die köstlichsten Gedanken entwickelt wurden; dabei wurden sie im reinsten und corrcctesten Deutsch gesprochen, wovon der Verfasser von 'H'p id w. gefälligst Notiz nehmen möge. Nachdem die Schulkinder ihr Geschenk überreicht und ihre Adresse übergeben hatten, kamen die Seminaristen, um ein Gleiches zu thun; dann die Schüler der Jeschibah; diese verlasen'und überreichten eine in Sammt gebundene ausführliche Adresse, in welcher das Hauptverdienst des Jubilars, die großartige Förderung und Verbreitung des Talmudstudiums gebührend hervorgehoben wurde; die Adresse zählte über hundert Unterschriften, unter ihnen-viele jetzt hochgeseierte Namen; das Geschenk bestand in zwei prachtvollen, großen, silbernen Armleuchtern. — Nachdem der Jubilar in wahrhaft ergreifender Weise seinen theuren Schülern den herzlichsten Dank ausgesprochen hatte, überreichte der Herausgeber dieser Blätter einen Pokal, den er im Vereine mit dem Vorstande der isr. Neligionsgesellschast zu Mainz dem edlen Talmid Chacham, auf den das orthodoxe Iuoenthum mit freudigem Stolze blickt, gewidmet hatte, und verlas die Adresse; ein ganz ähnlicher Becher war von den Pekidim und Amarkelim zu Amsterdam übersandt worden, zugleich mit einem Beglückwünschungsschreiben in hebräischer Sprache; in derselben Weise hatten sich auch sammtliche Gemeinden (ichiw) zu Jerusalem an der Feier betheiligt, jedoch war der von dort gesandte Becher noch nicht eingetroffen. — Hieraus erschienen sämmtliche Lehrer d:s Diürikts, geführt von Herrn Semiuarlehrer Stern, der die Adresse verlas und ebenfalls einen Pokal überreichte. Aus dieser Adresse wollen wir hervorheben, daß die Lehrer besonder"« Nachdruck aus die Bemühungen ihres geistlichen Oberhaupts um die materielle Besserstellung der Jugendbildner legten und diese dankbarlichst anerkannten. Noch hatte der Herr Jubilar seine Erwiederung nicht beendet, als der Herr Negierungsrath von Herrmann erschien, um im Aufträge der hohen Negierung deren Glückwünsche darzubringen und deren Anerkennung auszusprechen. Ein Gleiches Lhat dann der Vorstand der isr. Gemeinde zu Würzburg, dessen Sprecher der geistvolle roeck. 1)r. Nosenthal war. Der Gemeindevocstand überreichte sehr werthvolle Geschenke von Silber, einen großen Tafelaufsatz, mehrere silberne Körbe und andere Dinge, deren nähere Bezeichnung uns entfallen ist. Herr Or. Rosenthal hob in seiner Ansprache die Friedfertigkeit des Jubilars hervor, worauf dieser in seiner Erwiederung besonders zurückkam und mit Nachdruck versicherte, daß die Friedfertigkeit eine Eigenthümlichkeit des orthodoxen Judenthums sei OHw di: 'iin „die Wege desselben sind liebliche Wege und alle seine > . Pfade Frieden." Wahrlich, Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger, der mit Feuereifer für Gott und Seine heilige Lehre kämpft, der, was .iw a«betrifft, noch nie einen Finger breit nachgeaeben, und hierin keine Rücksicht kennt, ist in allen andern Beziehungen ungemein nachgiebig und rücksichtsvoll, und so soll und muß jeder wahrhafte Jehudi sein! Hierauf kamen einzeln die Deputationen aller Landgemeinden des Distrikts, die ebenfalls kostbare Geschenke überreichten; desgleichen die Deputationen der verschiedenen Vereine zu Würzöurg; donn erschienen die einzelnen Gemeindegliedec, die thecks nach Familien gruppirt, theils Jeder für sich sehr werthvolle Dinge verehrten; auch H<wr Baron v. Hirsch übersandte ein schönes Beglückwünschungsschreiben mit einer kostbaren Tabatiöre. Außerdem liefen noch viele Adressen, Telegramme und Geschenke von solcher: auswärtigen Verehrern ein, die nicht zur Feier erschienen waren. Unterdeß war es elf Uhr geworden, aus welche Stunde die Feier in der Synagoge anberaumt war. Das Gotteshaus war fast übmsüllt; man bemerkte daselbst zwei Mitglieder des Magistrats der Stadt Würzburg. Nachdem Vorsänger und Chor zur Begrüßung E: b'dL? gelungen hatten und der erste und 00. Psalm recitirt worden war, hielt Herr Nabbinatscandidat Unna die Festrede, in welcher er anlehnend an 2. B. M. C. 10. V. 17 die hoben Vermenge des Jubilars — wahrlich, kein geringer Stoff! — zeichmte, jedoch dem mmr rn-'gi vollkommen Rechnung trug. Die Rede war in Form und Inhalt ganz vorzüglich und venfehlte ihres Eindruckes ans die schon gehobene Stimmung der zahlreichen Fo'tv-rlammlung nicht. Nachdem dann unckr den üblichen Gesängen die heilige Thora ans der h. Laoe genommen worden, sprach der Herr Jubilar, sichtlich ergrisffn, ein hebräisches Gebet für König und Vaterland. Mit Necitationen der Psalmen 1<!0 und 111 mit der Absingung des 150. Psalmes schloß dieser Thcil der ebenso erhebenden wie schonen Feier. Auf 3 Uhr Nachmittags hatte Herr Distnkts- Nabb. Bamberger lämmtliche Theilhaber des Festes zu Tische geladen; in eurem großen Saale war gedeckt, und mehr als 100 Gäste hatten sich eingefunden, unter denen der größte Theil der obenerwähnten Nabbinen, der Schüler, Freunde und Verehrer des Jubilars und der Gcmeindevorstand sich befanden. Den ersten Toast brachte Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger >n begeisterten Worten auf denjungend- Uchen König Bayerns aus, in den Alles freudig mit einstimmte. Den zweiten Toast brachte der Herausgeber dieser Blätter auf den ehrwürdigen Jubilar aus, indem er hervorhob, daß diese Feier nicht nur der Person,

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