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Der Israelit · 1865-05-03 · Heft 18 (3.5.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 18 (3.5.1865)
Date
1865-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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257 Gottes. Diesen in uns selbst aufzunehmen, Ihn unsern Kindern einzuhauchen, Ihn in unsern Gemeinden walten zu lasten, befiehlt das prophetische Wort. Dazu gehören gottbegeisterte Lehrer, welche Euch Höchberg liefert. Daß sie aber auch Höchberg liefern kann, -mV .-,1 2vbv müßt Ihr die Bürgschaft leisten. Thut Ihr es nicht und klaget über Lehrermangel, so klaget Ihr Euch selbst an. Habt Ihr einen Lehrer, der ein oder ein'ia, dabei vieles Geld kostet, und Ihr ruft: „Wehe!" so geht der Weheruf an Euch selbst zurück. Wachsen Euere Kinder wild auf, so seid Ihr dem Nichterftuhl Gottes verfallen, dem himmlischen Gericht verantwortlich. Es ist Euch an die Hand gegeben, Ihr seid darauf hingewiesen worden, Ihr seid keine sondern O'-inL. Greifet zu mit vollen Armen, mit vollen Händen unterstützet diese gottgefälligen, für Handhabung unserer heiligen Religion gegründeten Lehranstalten. Für Unterfranken? Für Bayern? Nein! Gott gehört die ganze Erde. Unsere heilige Religion läßt sich durch keine Barriere beengen. Daß alle deutschen jüdischen Gemeinden von hier aus ihre Lehrer ,und Rabbiner empfangen können, daß eine gleichmäßige Fortpflanzung unserer heiligen Religion durch aller Herren Länder sich zu entwickeln vermag, nicht für Euere Kmder, sondern für alle jüdischen Kinder, seid Ihr verpflichtet bd .-ad!ii. Viel? Wenig? NL'2 i-aoir -owp Jeder nach Kräften. In der religiösen Jugenderziehung begründen wir die Vererbung des Judenthums, des ungeschmälerten Judenthums. Schaffet dem Knaben em Höschen weniger, dem Töchterchen ein Kleidchen weniger an. und werfet den Betrag dafür in den allgemeinen Opferstock der Jagendbildung zum Seelenschmuck. Und Ihr Neichen in Israel! So die Hmterbliebenen um Euch, beim Weggange von dieser Erde, sieben Tage trauernd auf der Erde sitzen, wird ihnen das Beispiel von 12^2 belehrend oorgeführt. Wäre es nicht eine Persiflage für Euere abgeschiedene Seele, wenn sie solche Verwendung von irdischen Schätzen zu himmlischen Zwecken mitanhört, sie selbst aber entblößt sich ihres Daseins schämt?! O, möchten diese Zeilen zünden und ein -!'27> L'x 71222 rS unterhalten. Möchte Euer Herz davon erleuchtet und beide Herzkammern möchten sie erwärmt werden, voll des heiligen göttlichen Lichts, voll des heiligen göttlichen Feuers für Mehrung der Thora, für Verbreitung unserer heiligen Religion. Mögen sich Euere Augen dahinwenden, von woher Euch die Thora unverfälscht gebracht, unsere göttliche Religion ohne Falsch gelehrt wird, nach Höchberg, dem Thor.-Zion! Möget Ihr 2^22 dahin den Weihrauch streuen, fort und fort, auf daß der Himmel Euere seelische Vooations - Tabelle mit .121m markire. Amen! So verabschiede ich mich von Dir, lieber Leser! auf baldiges Wiedererfcheinen. Gib mir Gelegenheit, alsdann die Früchte dieses wohlgemeinten Mahnrufes registriren zu können. Ich begebe mich inzwischen zurück zu Weib und Kindern auf meinen Posten, dessen Devise ist: .2-.12P»« ^>2^2 dp. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland.! WTainZ, den 26. April. Noch voll des erhebenden Eindruckes eines wundervollen Festes, von besten I Feier wir gestern zurückgekehrt sind, beeilen wir uns,! unsern geehrten Lesern davon Kunde zu geben. > Sonntag, den 26. April, waren wir zur Jubi-! läumsseier des Hrn. Distrikts-Rabbiners Bamberger! nach Würzburg gereist und trafen schon in Aschaffenburg mit vielen Freunden aus den verschiedensten! Gegenden zusammen, die zu gleichem Zwecke demselben! Ziele entgegen eilten. j Montag beim Frühgottesdienste war die Synai goge bis aus den letzten Platz gefüllt. Nach dem > Schluffs derselben wurden alte, t'.ebe Bekanntschaften erneut, neue geschlossen. Von fremden Rabbinen waren erschienen: Distrikts-Rabbiner Weiskops aus Wallerstem, Distrikts-Rabbiner Adler aus Aschaffenburg,! Distrikts-Rabbiner Thal Heime.- aus Mainbernhsim, i Rabbiner Ottensosser aus Höchberg, Rabbiner! Fromm aus Homburg, Rabbiner S. Bamberger! aus Fischach, Stiftsrabbiner Weil aus Carlsruhe i und der Herausgeber dieser Blätter; außerdem waren! zahlreiche Freunde, Verehrer und Schüler des Jubilars,! die aus allen Theilen Bayerns, aus Hessen, Baden! und Frankfurt a. M. herdeigeeilt waren, daun fast! alle Lehrer des Distrikts, anwesend, i Um .6 Uhr Morgens begann die Feier mit dem! Empfange der Deputationen. Zuerst erschienen, von! ihren Lehrern geführt, die Schüler und Schülerinnen - der vom Jubilar gegründeten Unterrichtsanstalt. Die! herzlichen Glückwünsche demselben waren sehr ergreifend.! Gerührt dankte der ehrwürdige Jubilar. Wir wollen! es hier gleichen erwähnen, daß uns die treffenden, i gediegenen, inhaltsreichen Antworten des Jubilars, , der Jedem nach seiner Weise zu erwiedern und aus j der Anrede immer das tretende Moment herauszu-! greifen wuße, mit hoher Bewunderung erfüllten. Diese > Beantwortungsreden wurden natürlich sämmtlich aus! dem Stegreif gehalten; sie sprudelten von Geist und! scharfsinnigen Pointen und waren dennoch vom innigsten Gefühle durchzogen; niemals erging sich der Gefeierte

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