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Der Israelit · 1865-05-03 · Heft 18 (3.5.1865) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 18 (3.5.1865)
Date
1865-05-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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256 Laffe Dir es klar machen, nrein lieber Le-; serl Hier findest Du 12 bis 15 Jünglinge im Alter I von 13 bis 16 Jahren, welche sich zum Lehr-, theils ' zum Rabbineramt vorbereiten. Von 5 Uhr des Mor- ' gens bis zu ein im Hause des Herrn! Rabbiner Ottensoser. Nach dem Frühstück bis! Mittag nur hebräischer Unterricht in und Oirs bei Herrn Lehrer Ehren reich. Nachmittags bis TimQ deutscher Unterricht Ln allen Elemen-! targegenständen. Vor 2'22p abermals bei! Herrn Rabbiner Ottensoser. Den ganzen Tag abwechselnde Beschäftigung. Nicht erlahmend unv nicht ermüdend. Der Unterricht wird so interessant gegeben, daß er die Witzbegierde der Schüler immer mehr steigert. Ich habe einen ganzen Tag mit Vergnügen und Bewunderung in dieser Anstalt zugebracht, dem hebrärschen wie dem deutschen Unterrichte beigewohnt, l selbst Fragen an die Schüler gerichtet; ich konnte nicht genug staunen, wie resolut die Schüler in allen Fächern antworteten. Keine Gedächtnißträmerei auf Kosten des Erkenntnitzvermögens — oxsruxla «unt ockivsn, deßhalb will ich keinen Stein aus manchen Pseudolehrer werfen. Ich will ihn nur hieherführen und zeigen, wie gelernt und wie gelehrt wird. Ich will ihn nur er- und aufmurttern, das Versäumte in seiner Zeit, wo es an solchen Anstalten mangelte, durch Selbststudien nachzuholeu. Ich will ihn bekannt machen mit dem frommen Sinn und dem Religionseifer diel ser Jünglinge, die einst Gleiches der jungen Generation i Israels eininlpsen werden. Ich war bei Gelegenheit eines m der dortigen Synagoge. Das -n2'L bestand nur aus diesen Jünglingen. Ich war ergriffen von deren herzlichen Alldacht, wie mächtig und gott begeistert ihre jugendlichen Stimmen klangvoll erschallend, ein wahres 2 ".-22 'r-r 2122---. Das körperlich gesunde Aussehen dieses Jung-Jsrael ohne Turnübungen, beweist, daß keine niederdrückends Geistesüberladung, vielmehr die strengste Ordnung in der Anstalt herrsche. Die Schule ist in drei, von Jahr zu Jahr aufsteigende Cursus getheilt. Vor dem Uebergang von Cursus zu Cursus, oder vor dem Austritte zum Ue bergang in das jüdische Lehrer Seminar zu Würzburg finden jährlich Prüfungen statt. In den hebräischen Fächern prüft Herr Distrikts-Rabbiner Bamberg er zu Würzburg, in den deutschen der eigens hierzu bestellte königl. Prüfüngs-Commissär zu Bütthard. Die Prüfungsprotokolle muffen obligatorisch der königl. bayerischen Negierung, unter deren Aufsicht diese Anstalt steht, vorgelegt werden; daß auch das sittliche Element überwacht, doch aber ein willkürücher Akt nicht ausgeführt wird, beweist die Censur, vorgekommene Relegationen aus Grund vorausgegangener Untersuchung mit Genehmigung der Provinzial-Negierung. Es liefert diese Lehranstalt in Verbindung mit dem Würzburger Seminar die Gewißheit, daß der Zögling. welcher darin seine Bildung erlangt hat und mit guter Censur daraus entlassen wird, neben vollständiger Befähigung einen gediegenen Charakter gewonnen haben muß. Mit vollem Vertrauen müssen solche Candidaten von den Gemeinden als Lehrer empfangen werden. Anfangs nur für bayerische Jünglinge bestimmt, ist diese Pstanzschule für Rabbiner und Lehrer auf Bemühen des Herrn Rabbiners Ottensoser auch auf deutsche Ausländer ausgedehnt worden, so, d - ß Zöglinge aus mehreren Herrenländern hier anzutreffen sind. In keinem andern deutschen Staate ist diese Gelegenheit geboten, wie hier. Theils erachten es die Regierungen nicht für ihren Berus, die Initiative zu ergreifen und überlassen Cultus und Neligionslehre den Gemeinden. Theils überlasten es die Gemeinden den', günstigen Zufall bezüglich der religiösen Bildung ihrer Jugend. Theils sperrten sich auch der Materialismus und der Jndifferentismus gegen Heranziehung tüchtiger Lehrkräfte. Theils beherrschen Mißtrauen und Besorgniß die Vorstände hinsichtlich Anstellung vielleicht unwürdiger Lehrer, welche der Jugenderziehung uns dem Gemeindksäckel schädlich werden könnten. Dadurch nun, daß oem Lehrer keine Versorgung blüht, geht Mancher vom Schulsache ab, junger Nachschub beim Mangel an Mitteln und Gelegenheiten zur Ausbildung steht nicht zu erwarten. Eine allgemein empfundene Lehrerkcisis in ganz Deutschland ist eingetreten und wird sich noch weiter ausdehrn n, wenn nicht Vorbeugungsmittel angewandt werden. Diese obenbemerkten Anstalten in Höchberg können Abhilfe leisten. Sic tragen den Fruchtkeim des j Guten und Heiligen in Israel zu sicher in sich, als z daß ein Zweifel ob des Gelingens gerechtfertigt erj scheine. Indessen, sie befinden sich noch im Stadium i der Embryo-Periode, insomrn als der spärliche Geldi zufluß von Außen eine größere Entwickelung und Entfaltung nicht zuläßt. Sie find fondirt aus Grund freiwilliger jährlicher Beiträge. I? zahlreicher und größer die letzteren, desto zahlreicher und größer kann die Schülerzahl anrvachsen. Und je ausgedehnter diese, desto mehr erweitert sich der Kreis der Thorabefliffe-! nen und der Lehramts-Candidaten. Ist doch in UN-! fern Tagen mehr als je anerkannt, daß das Wohl! der Generationen auf sachgemäßer Jugendbildung basirt. Ist doch in Israel die Ueberzeugung zum Durchbruch gekommen, daß wie die Unso die Verbildung! schädlich, und einen verderblichen Riß dem Judenthum! beigebracht hat. Das Häuflein Inden sich selbst zerfleischend durch Abschütteln seiner sinaitischen Mission, steht uns noch zu lebhaft vor Augen, als daß wir gleichgiltig, die Hand ans dem Säckel, jedem weiteren Riffe nicht wehren sollten. Es kann geschehen und muß geschehen. Freilich b',->2 xb bm 28 '2 ,->22 ttbl nicht mit dem Anhäufen von Schätzen und finanzieller Kraft, sondern mit dem Geiste

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