Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1865)
- Date
- 1865-05-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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254 gen der sogenannten Religionsschulen, welche höchstens; neben dem Unterricht in der systematischen Religions-! lehre, biblisch' Geschichte, Übersetzung der Gebete und! leichter Capitel des Pentateuch umfassen, nein! sie will! die Jugend durch dm grammatikalüchen Unterricht im i Hebräischen niit dem ganzen Bibeltexte und auch mit i denjenigen Schriften vertraut machen,, welche, wie Mischna und Gernara, unmittelbar an die Bibel, als , erläuternde und iortsetzende, sich anschließen; sie will, , wie der diesjährige Jahresbericht sagt, ehre Zöglinge < nicht als jüdische Idioten (s->^. entlassen, sondern iür das jüdisch-religiöse Leben erziehen. Denn dies war das Grundprinzip, nach welchem ihr Stifter, der > sel. Hirsch Borchard sie 17l>5 in's Dasein rief, die Baste-, aus welcher er sie errichtete, und das ist i die hohe Aufgabe , welche sie auch jetzt noch bei der nothwendig gewordenen zeitgemäßen Veränderung ihrer! inneren Organisation zu lösen sich verpflichtet fühlt. Und darum eben führt sie ihre Schüler zu venQueli len jüdischen Wissens, welche ja so reich an klarem, reinem Wissen, daß sie auch des erwachsenen Jung-! lings und Mannes Durst zu stillen vermögen und die! beste Anleitung, ich möchte sagen den stärksten Reiz! zu immer weiterem Fortschreiten und lichtvollem Forschen in diesem Gebiete geben. . i Und io hat denn auch wirklich die obere Klasse z der Schule bei der öffentliche Prüfung Bericht gegei den, daß ne vertrant ist mit dem Originaltexte unse-; res heiligsten Schriftthums und in der Kmmtrnß der > Miicbna und Genrara einen recht erfreulichen Fort-! schritt geniaäst bat. Wenn stiesereilt euimr teurer innigsten Wünsche! für die Schule Ausdruck geben dürfte, so wäre es vor! Allrur der, daß die bisherige ckk lässige Schule min- - bestens zu einer Massigen sich erweiterte, und somit i die dreijährigen Klassen zu zweijährigen sich gestalten l könnten. Der durch diese Einrichtung zu erhoffende > Gewinnst für die Schicke wäre von hoher Bedeutung, j namentlich für oen Sprachunterricht- Dieter ist es ja! insbesondere, in welchem oei dreijährigen Klassen sich I der Abstand der Neueintretenden für den Unterricht > so erschwerend fühlbar macht und ohne bedeutende Bej einträchtigung des Fortschrittes der älteren Schüler! der Unterricht für jene unausführbar scheint. Ich! sage: für den Sprachunterricht, weil die Ersahi rung lehrt, daß hinsichtlich des Unterrichts in Realgegenständen verschiedene Klassen ohne erheblichen Nachj thei! für die eine oder andere vereinigt bleiben töni nen, weil eben bei diesen Gegenständen d,:rch eine veri nünftige Bertheiluug des Unterrichtsstoffes dem Uebel stände feinem großen Theile nach begegnet werden j kann , was aber keineswegs bei'm Unterrichte in der j hebräischen, deutschen und französischen Sprache zu j ermöglichen fein dürfte. i Es rechtfertigt sich daher der Wunsch, daß wohl > bald eine vierte (untere) Klasse unter einem eigenen jüdischen Lehrer gebildet werden möge. An Persönlichkeiten mit geeigneten Lehrkräften ist dermalen kein Mangel, und die Mittel zur Deckung dilr Mehrausgabe wirb der bekannte Wohlthütigkeitssinn der Edlen in der Gemeinde zu beschaffen wissen! A. H ichderg und seine religiösen Institute. daigestellt von i'Inui bei« klvm ans Hessen. Motto: Es ist eine Zeit zum Schweigen und ist eine Zeit zum Reden — Letzteres wird manchmal auf das Kerbholz der Schreib- oder Nedeseligkeit markirt — verschone man mich mit solchem charakteristischen Merkmale. ES wird dieses Elaborat meine Rechtfertigung bilden. Doch zur Sache. Aber wo beginnen und wo enden bei der Fülle des Stoffes und der innern Erregtheit und der vielseitigen Wahrnehmungen? So lasse Dir erzählen, mein lieber Leser! Obgleich kein Tourist von Fach, wozu mir auch das Zeug mangelt, gebe ich Dir ein Neisebild, in welchem ich, meinem Thema getreu, Dir alle Anschauungen gewähre, welche mit der Romantik nichts zu schaffen haben, sondern die Erlebnisse eines kurzen Ausflugs bieten. — Es war am Lck. Marz o. I. m der Frühe, draußen eine ungewöhnlich rauhe winterliche Witterung. Eine eckige Nacht war dem Morgengrauen gewichen. Eisblumen bedeckten die Fenster. Ich war reisefertig. Ein kurzer Abschied von Weib und Kindern, und einige Zähren als Trankopser der ehelichen Liebe geweiht,— damit gingckdem Posthause zu. Der Postillon begrüßte mich, auA-seinem Hörnchen die Melodie: „Frisch aus zum fröhlichen Jagen" unmelodisch stotternd. Wie? Sollte ich unter eine Gesellschaft von Nünrod's Gefährten gerathen? Doch st tzoasteur! Mein Reiseschein zeigte Nr. t und dabei ölieb's. So schob ich meine ,-ck2'ck in die Taxis'sche Postkutsche, dem Wagen- und Nosselenker mein Fortkommen anvertraucud. — Draußen sauft's und braust'S und weht's und stürmt's, hestiacr Frost durchrieselte mich. Meine protcstirten mit: rinpri rG, „Du hättest diese unerquickliche Reise nicht unternehmensollen"; meine p ,-ckrü^ ermunterten mit: „Fahre fort, es gilt einem guten Werke", voleu8 gmg's fort über Berg und Thal unter schmollendem Grollen gegen den revoltirenden Winter, wegen seiner Uebergrrffs in die Herrschaft des miloen Frühlings. — '2"pO ^L'p 'll-'p '.i'bn berechtigt den fruchtreisenden Sommer, aber nicht den fischblutkalten.