Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1865)
- Date
- 1865-04-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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welche alle eine gründliche Prüfung rhrerzeit erlangen werden, die sie aber nicht jetzt schon finden können. Minister des Kirchen- und Schulwesens, v. Golther: Ich möchte nur noch in fMischer Beziehung erwähnen, daß im Etat des Cultdepartements S. 31 Sp. 2 für diejenigen Sänger, welche nicht zugleich Schullehrer sind, eine Aufbesserung vorgesehen ist, oder richtiger gesagt, es ist ein erhöhter Staatszuschuß zur israrelitisch en Centralkirchenkasse vorgesehen für den Zweck, den Vorsängern künftig höhere Gehalte zuschöpfen. v. Goppelt: Diese Exigenz wird aber dem, was ich im Auge habe, nicht wohl begegnen können. Die "israelitischen Vorsänger haben, wie schon bemerkt, auch, als Stellvertreter des Nabbinen zu fungiren und können also ihre Funktionen nicht mit den Diensten, auch nicht mit den höheren Diensten der Meßner unserer christlichen Kirche verglichen werden; nichtsdestoweniger findet man auch in unserem neueren Gesetz die Bestimmung, daß die Emolumente ausgenommen, der ganze Gehalt des Vorsängers in das Minimum eines Schullehrersgehalts eingerechnet werden soll. Hierin scheint mir aber eine Ungerechtigkeit zu liegen, welche doch wohl aus Anlaß der fraglichen Petition ins Auge hätte gefaßt werden sollen. Wenn dies bei Gelegenheit der weiteren Berathungen geschieht, welche der Herr Berichterstatter angedeutet hat, so kann ich mich vorerst damit zufrieden geben; aber correkt kommt mir die Behandlung doch nicht vor Präsident: Es ist nunmehr kein weiterer Redner eingezeichnet, ich schließe daher die Berathung. Es liegt bloß der Antrag der Kommission vor, welcher dahin geht: „die Eingabe" ur Kenntnißnahme der K. Negierung mitzutheilen." Wer mit diesem Antrag einverstanden ist, den bitte ich sich zu erheben. — Der Antrag ist angenommen. Kammerverhandlung vom 4. März. 115. Sitzung. Etat des Kultdepartements und zwar Aufwand auf die Kirche betreffend. §. 19. 111. Beitrag zur israelitischen Centralkirchenkaffe. ' Duoernoy: Bisher wurden für diesen Zweck angesonnen und verwilligt je 7000 fl. Die Negierung exigirt aber nunmehr jährlich 1500 fl. weiter. Die Gründe hiefür sind angegeben in dem Bericht auf Seite 3t Sp. 1. Die Commission ist mit der Exigenz einverstanden und beantragt: „unter Voraussetzung der allgemeinen Durchführung der Aufbesserung der Gehalte der Volksschullehrer Zustimmung zur Vermehrung des Beitrages der Staat kaffe zur israelitischen Centralkirchenkaffe um je 1500 fl., sowie zu der ganzen Exigenz von jährlichen 8500 fl., und in jedem Falle Verwilligung eines Beitrages von je 7000 fl." Präsident: Es sind hier als Redner eingetragen für den Eommissiottsantrag: Die Herren Becher und Nack, gegen denselben: Die Herren Schwandner und Mittnacht. Schwandner: Es gibt eine Reihe von israelitischen Gemeinden im Lande, wo ein Rabbiner sünen Sitz nicht hat, wo vielmehr die kirchlichen Fänktionen in Stellvertretung des Rabbiners von rinem Vorsänger verrichtet werden. Diese Vorsänger sind nun theils Schullehrer, theils aber sind sie bloß als Vorsänger angestellt Für die Vorsänger als solche, die nicht zugleich Schullehrer sind, ist nun hier im neuen Etat gesorgt, sofern diese nach den Erläuterungen auf Seite 3 t Sp. 2 eine Gehaltsaufbesserung erhalten sollen. Ein Gleiches findet aber nicht statt bei denjenigen Vorsängern, welche zugleich Schullehrer sind. Es ist die Lage dieser Schullehrervorsänger schon bei der Berathung des Votksschulgesetzes von dem Herrn Abgeordnet n der Stadt Heilbronn zur Sprache gebracht worden Derselbe hat damals schon die ausgedehnten kirchlichen Verrichtungen, welche diese Vorsänger haben, näher auseinrndergesetzt und angeführt: „Der Vorsänger hat auch den hebräi chen und was in der christlichen Kirche der Geistliche zu thun hat — den vollständigen Religionsunterricht zu ertheilen u s. w.' Bei der Ausdehnung dieser kirchlichen Funktionen des Vorsängers hätte ich nun gewünscht, daß die Bitte dieser Vorsänger, es möchte auch ihrer bei der Gehaltsaufbesserung gedacht werden, Berücksichtigung gesunden hätte. Ich enthalte mich übrigens, einen Antrag zu stellen, glaube jedoch Grund zu haben, die Bitte an den Herrn Minister zu richten, dafür zu sorgen, daß aus der israelitischen Centralkirchenkaffe auch diesen Schullehrervorsängern eine Verbesserung ihrer Stellung zu Theil werde, und zwar wird dieß um so eher möglich sem, als die Centralkirchenkaffe von der bisherigen Auflage der Versorgung jüdischer Armen du ch daS Gesetz, betreffend die kirchlichen Verhältnisse Her israelitischen Glaubensgenoffen, befreit wird und dadurch wohl so viel Mittel übrig bleiben werden, um für diese Kategorie von israelitischen Kirchendienern entsprechend zu sorgen. (Fortsetzung folgt.) Altona. Sonntag, den 2. d. M., fand die Prüfung der Schüler der israelitischen Gemeindeschule Statt, zu welcher der Direktor der Anstalt, Hr Dr. Lieb recht, durch ein Programm eingeladen hatte. Aus dem demselben beigefügten Lectionsplane entnehmen wir mit Vergnügen, daß die Schule ohne Verkürzung des hebräischen Unterrichts auch die neueren Sprachen, desgleichen Mathematik, Physik als obligate Unterrichtsfächer pflegt, und so den Rang einer höheren Bürgerschule einzunehmen bemüht ist. Üeber die Prüfung, welche sich fast über alle Disciplinen erstreckte, wollen wir nur im Allgemeinen