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Der Israelit · 1865-04-19 · Heft 16 (19.4.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 16 (19.4.1865)
Date
1865-04-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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324 tragstellers die nöthigen Erkundigungen einzuziehen. Mit Gewißheit läßt sich Voraussagen, daß die jedesmaligen Ergebnisse stets das Vorhandensein schrecklicher Noth sind. Vom Geschäftspunkte aus betrachtet, fehlt bei allen unseren Darlehen jede Garantie. Dennoch ergibt sich aus unserem Rechnungsabschlüsse vom vorigen Jahre, daß wir, seitdem wir dieses System in Anwendung gebracht haben, an den 1292 Darleihen, in Raten von fünf Schilling bis zu zwanzig Pfund Sterling, nicht mehr als 15 Pfund und 19 Schilling oder ungefähr 1*,4 Procent des ganzen Kapitals verloren haben." Jedermann muß damit übereinstimmen, daß solche Thatsachen für die Gewandtheit und Vorsicht der Beamten des Vereins Lvarck ok Guarckiavs bezeichnend sind; noch mehr jedoch für die Redlichkeit der armen Schuldner. Es ist wohl wahr, daß dieselben recht gut wißen, wenn die Zurückzahlung nicht pünktlich erfolgt, dürsten sie keinen Anspruch auf fernere Darlehen erheben; wir befürchten jedoch, daß unter den auswärtigen Armen unserer städtischen Arbeitshäuser das Resultat kein so günstiges sein dürfte. Unter den verschiedenen Arten, auswärtige Arme zu unterstützen, ist die erste: die ärztliche Behandlung. Wenn wir den Betrag ihrer ärztlichen Unterstützung mit derjenigen ähnlicher Vereine unter uns vergleichen, müssen wir Christen erröthen. Die Ausgaben unter den Juden für jeden Krankheitsfall, inclusiv des Salairs des Arztes beträgt zehn Schillinge und sieben Pence (6 fl. 2t kr. rhein.). Vergleichen wir diese Wohlthätigkeit mit derjenigen eines unserer wohlhabendsten West-End-Kirchspiele, welches vor ungefähr fünf Jahren einen Arzt aus dem Grunde entließ, weil er zu viel Kosten verursachte. Wohl suchte man sich zu vertheidigen und zu beweisen, daß ihm durchschnittlich eine ärztliche Behandlung nicht mehr als einen Schilling (36 kr.) embringe. Umsonst! Seine Vorgesetzten entgegneten ihm, in den anderen Kirchspielen belaufe sich dieses auf noch weniger. Um die Sache in ihrem wahren Licht erscheinen zu laßen, müssen wir erwähnen, daß zehn Pfarrer der englischen Kirche dem Loarä ok OuLräiuvs eine Vorstellung machten, den genannten Arzt für Vereinszwecke zu verwenden, da derselbe außerordentlich human und unermüdlich im Dienste sei. Den gefaßten Entschluß könnten sie jedoch nicht umstoßen, da sie nur Verwalter über festgesetzte Einkünfte seien. — Sogar bei der Gewährung der ärztlichen Hilfe wird nichts versäumt, die Moralität unter den armen Israeliten zu heben. Wenn der Krankheitszustand nicht ein äußerst bedenklicher ist, verweigert der Vereinsarzt jede Hilfe, wenn der Patient nicht körperlich rein ist; damit sich jedoch Keiner einer Ausrede bediene, trägt der Arzt stets eine Anzahl Badebillete bei sich, die er unentgeltlich, und zwar mit dem Bemerken verabreicht, daß, wenn der Kranke keinen Gebrauch davon machen werde, er seine Besuche unterlaßen müße. Zwei andere Wirkungskreise des Koarck ol Ouarälaus verdienen, erwähnt zu werden — erstens, der Fond, den Armen die Uebersiedelung nach den Vereinigten Staaten oder nach Australien zu ermöglichen; zweitens ein Fond für den Ankauf von Nähmaschinen. Diese werden dann an arme jüdische Frauen für zwei Schilling per Woche verliehen. Wenn sie nun in einzelnen Raten so viel abgetragen haben, wie die Maschine kostet, wird ihnen gestattet, dieselbe als ihr Eigenthum zu betrachten. (Forts, folgt.) (Nach Inhalt, Reim und Rhythmus.) Von?U. Gelobt sei Gott! von Tag zu Tag! Der reichlich hilft in Noth und Plag', In Dem wir froh sind jeden Tag, In Dem wir bieten Jedem Trutz, Des Armen Burg, des Dürft'gen Schutz! - „Die Stämme Gottes," nennt Israel Er, Er fühlt auf ihm lasten die Knechtung so schwer, Wie Saphir erglänzet der Liebe Gewähr, 4) Er holt aus der Tiefe sein Volk sich her, Bei Gott ist Gnade und Rettung allhehr! »). Wie ruht sich's in seiner Gnade so fein! Er läßt auch in Babel sie nimmer allein,?) Und schließt sich, die Riegel zu brechen, mit ein, Ergreift der Dränger Herzen von Stein, 8) Dem Namen gleich muß die Hilfe auch sein! — 9) y Der berühmte Verf. der hebr. Dichtung, R. Schimon ben Jizchak, mit dem Beinamen Haggadol, der Große, der lange in Mainz gelebt hat, starb in dem für die Juden so leidvollen Jahre 1096. — Sein Name ist im Gedichte, von Beginn der zweiten Strophe an bis zur elften Strophe, durch ein Akrostichon bezeichnet. — Möglich, daß die erste, sowie die beiden letzten Strophen, die alle mit dem Worte Baruch beginnen, dem Verf. des folgenden Liedes angehören, der Baruch geheißen, und von ihm hinzugefügt worden sind, damit die Dichtung, die sich nur auf die Leidensgeschichte Israels bezieht, im Zusammenhänge mit der seinigen, auch Bezug auf den Sabbat erhalte. — 9 Vergl. Jalkut und Raschi zu Ps. 122^ 4 und 4. B. M. 26, 5. — 9 in Aegypten. — Vergl. Jes. 63, 9. — 9 S. Targ. Jon. und Raschi zu 2. B. M. 24, 10. — 9 Ps. 130, 7. — 9 Ps. 36, 8. — 7) Jes. 43, 14 nach der Leseart Schulachti. Vergl. Aben- Esra. — 9 Ps 106, 46. — 9 1. Sam. 12, 22. —

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