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Der Israelit · 1865-04-19 · Heft 16 (19.4.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 16 (19.4.1865)
Date
1865-04-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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222 führt hat. Jedenfalls aber glaube ich, wäre das vorliegende Gesetz nicht, um für die Vorsänger als solche besondere Belohnung zu. schöpfen. (Forts, folgt.) Preußen. Halberfiadt, den 28. März 5625. Ein Jude, durch Civilehe mit einer Christin verheirathet, beanspruchte für ein in dieser Verbindung gezeugtes und nunmehr gestorbenes Kind die Beerdigung auf dem jüdischen Friedhofe. Der hiesige Rabbiner erklärte dieses Kind für ein nichtjüdisches. In Folge dessen wurde das Ansuchen des Vaters vom Vorstande abgelehnt. Jener fand sich veranlaßt, polizeiliche Hilfe zu requiriren; der Vorstand ließ sich aber nicht beirren und gab dem Polizeichef die Erklärung ab, daß er die Schlüssel zum Friedhofe nicht aushändigen werde, es daher der Polizei überlasse, durch gewaltsames Oeffnen des Friedhofes sich den Eingang zu verschaffen und durch nichtjüdische Hilfe die Beerdigung besorgen zu lasten. Hierauf wurde das Kind auf dem städtischen nichtjüdischen und zu keiner Parochie gehörenden Friedhofe begraben. England. Kondorr. Wir können von einem Ereigniß berichten, das für das Unterrichtswesen der hiesigen jüdischen Bevölkerung von den segensreichsten Folgen zu werden verspricht. Es ist nämlich Herr Or. M. Friedländer zum Principal des hiesigen jüdischen Nabbiner- und Lehrerseminars ernannt und gleichzeitig zum Direktor der Gemeindeschule cksrv eolla^s. Wenn es bekannt ist, wie ein frommer Sinn im Allgemeinen unserer Gemeinde nicht abzusprechen ist, so müssen mir es doppelt freudig begrüßen, wenn die Kenntniß unserer heiligen Lehre immer mehr Ausbreitung erhält. Unser geehrter Chiefrabbi Or. N. M. Adler, der für die Erhaltung und Förderung des religiösen Elements und der jüdischen Institutionen stets nach Kräften wirkte und seit einigen Jahren von der tüchtigen Kraft seines Sohnes, des vr. H. N. Adler, Prediger in der La^swater-Synagoge, energisch unterstützt wird, hat durch die Gründung des Seminars für die Hauptstadt und das ganze Land eine herrliche Pflanzstätte jüdischen und allgemeinen Wissens geschaf-. sen. Hoffen wir, datz er durch die glückliche Wahl des gelehrten Direktors, der in Berlin bereits mit Erfolg gewirkt und durch sein glänzend bestandenes Oberlehrerexamen den Beweis seiner gediegenen Kenntnisse*) geliefert hat, dieses Institut zu einem der hervorragendsten in England erhebt. Hoffentlich wird gerade das Gemarastudium, das Herr vr. Friedländer in Berlin zu verbreiten gestrebt, und das in dieser Anstalt bereits durch den Herrn Rabbiner vr. Herrmann Adler gründlich geleitet wird, in immer weitere Kreise Eingang finden. Möge die Energie des Herrn Direktors namentlich nach dieser Seite hin segensreich wirken, und der bis jetzt in dieser Beziehung noch nicht sehr schmeichelhafte Nus Englands bald mit Recht ein besserer werden. ->'18''. >'-w 'PUL ^.-1 Amerika. San Franzisco. Die Gemeinde Emanuel zu San Franziska, in Californien, eine der größten und wohlhabendsten der Vereinigten Staaten, huldigt seit ihrem Entstehen der äußersten Reform, ganz nach dem Vorbilde des Newyorker Tempels. Kürzlich brachte der ^Gleaner" die Nachricht, daß der größte Theil der Gemeindemitglieder mit diesem religiösen Radikalismus unzufrieden sei, und dafür den Minhag Aschkenas anzunehmen beabsichtige. Obschon die Gesetzestreuen die Majorität bilden, können sie ihre Sache dennoch nicht ganz nach ihrem Willen durchführen; da nach den Statuten der Gemeinde, nur die überwiegende Mehrzahl von zwei Drittel der Gemeindemitglieder competent ist, irgend eine durchgreifende Veränderung vorzunehmen. Die Folge ist, daß sich die gesetzestreue Majorität von der Minorität lossagt, und eine Gemeinde für sich bildet.' Lonisville. Ein eigenthümliches Amt ist einem unserer Neligionsgenoffen, Herrn Gotthelf, Rabbinen der hiesigen Gemeinde, und Feldprediger der jüdischen Soldaten der Garnison, von der Ünionsregierung übertragen worden. In den Staatsspitälern befinden sich immer 2 bis 3000 Deutsche Soldaten, vou dew.n 2 dis 300 Israeliten sind. Man beabsichtigt nun, zur Unterhaltung der genesenden Krieger, eine deutsche Leihbibliothek zu gründen. Herr Rabbiner Gotthelf erhielt von der Staatsregierung den Auftrag, die bedeutendsten Städte zu besuchen, um die erforderlichen Bücher zu beschaffen. öffentliche Thätigkeit Muße, die literarischen Schätze des LrltisN Museum und anderer Bibliotheken Englands zu verrverthen und für viele Stellen des Talmud, namentlich, inwieweit das Persische Idiom berührt wird, interessante Beiträge zu liefern. *) Neben seinem übrigen Wissen zeichnet sich Herr vr^Friedländer noch besonders durch die Kenntniß der orientalischen Sprachen, vorzüglich des Persischen, aus. Vielleicht läßt ihm seine Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf - Schnellpressendruck von I. Gotts leben in Main».

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