Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 14 (29.3.1865)
- Date
- 1865-03-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
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185 men des Lebens? Diese Frau, welche nur eure Dienerin und die Amme eurer Kinder zu sein scheint, gleicht sie wohl dem Biederweibe, das Salomo uns schildert? Gegen dieses Nebel ist die Schule das wirksamste Heilmittel. Lasset diese annntthigen, aber unwissenden jungen Mädchen aus dem Dunkel herauslreten. Sobald sie lesen und schreiben lernen, werden sie auch denken lernen; dann, werden sie in der Arbeit eine heilsame und glückliche Emancipation suchen. Der Makel ist groß, aber kleiner, als man ihn sich gewöhnlich vorstellt, denn unsere Race hat von Natur einen geselligen Geist. Die Verfolgung und die Furcht haben die Jsolirung zu Wege gebracht, die Unwissenheit hat die Erniedrigung des Weibes verursacht. Israeliten, ihr liebt die Civilisation, seitdem sie euch leuchtet: sie wird für euch die Feuersäule, welche eure Väter führte! Man weiß, daß ihr in Algier die Ersten wäret, welche von den Ideen Frankreichs gewonnen wurden. Nein, es wird nicht schwer sein, jene interessanten Völkerschaften umzubilden. Sie sangen an, den Mangel zu fühlen Die rührendsten Klagen gelangen zu uns; bewunderungswürdige Briefe, von einigen Einwohnern jener entfernten Gegenden verfaßt, enthüllen uns den Zustand der Geister. Arm und ohne Hilfsquellen rufen sie uns, erwarten sie uns. Uebrigens reden die schon erlangten Resultate laut genug. Unter dem mächtigen Beistände unserer Brüder in England sind in Marocko Schulen gegründet, die Schule von Tanger zählt, 18 Monate .nach ihrer Eröffnung, bereits 400 Schüler. Eine zu Tetuan gegründete Schule wird fleißig besucht. Zwei in denselben Städten errichtete Mädchenschulen erfreuen sich zahlreichen Zuspruchs. In Damaskus ist man im Begriff, eine französische Schule für Knaben und Mädchen zu eröffnen; man hat sich an unfern Verein um eine Unterstützung gewandt, die er bewilligt, um einen Lehrer und eine Lehrerin, die er hinschickt. Die Freigebigkeit eines einzigen Einwohners jener Stadt hat ein Local gespendet, das den schönsten Schulgebäuden Frankreichs würdig zur Seite gestellt werden kann. Auf Anlaß einer reichen und edlen Familie zu Constantinopel wurde daselbst eine Schule gegründet, die seit langer Zeit nicht mehr ausreicht. Es ist an unserm Verein, an den man sich wendet, dort noch zwei Schulen zu gründen. ' Smyrna hat eine Schule, welche das dortige Comitä unseres Vereins ins Leben gerufen hat. Wir haben bereits die Gelder zur Gründung einer Schule zu Volo in der europäischen Türkei bewilligt, und Salonichi hat seine Schule wieder eröffnet, welche aus Mangel an Hilfsquellen geschlossen worden war. Durch Privathilfe in Paris und London wurden unsere Zwecke in Jerusalem und Aegypten befördert; aber wie Vieles bleibt noch zu thun! Aleppo, Beirut, Jaffa erwarten, daß man ihnen zu Hilfe'komme. Bagdad hat ihnen ein gutes Beispiel gegeben: ein von unS erwählter Professor ist dorthin gegangen, um mieden von uns gewährten Hilfsmitteln und durch die Unterstützung einiger dortigen Einwohner eine Schule an den Ufern der Tigris zu gründen. Caravanen haben die Bücher, das Material dieser französischen Schule durch die Miste getragen. Die Bitte um eine Schule gelangt an uns von der Küste von Malabar, von wo eine jüdische Colonie ihre Augen auf uns richtet. Ebenso sind unsere andern Brüder in Asien und Afrika bereit, sich zu regeneriren. Die Zeit ist günstig; ein Windhauch geht über sie hin und in dem Grade, wie die schlummernden Fähigkeiten erwachen, und das Verständniß sich entwickelt, werden intellectuelle und sittliche Reichthümer aus dieser offenen Mine gewonnen werden, die auch den Nationen zum Vortheil gereichen, in deren Mitte die Israeliten leben. Israeliten! Was braucht man, um ein so wünschenswerthes Resultat zu erlangen? — Man braucht Geld, viel Geld. Wir unterhalten bereits sieben Schulen und wissen, was das kostet Eine jede erfordert ein Local, Material, hebräische, arabische, französische, spanische, italienische, englische Bücher, je nach der Sprache, die in den betreffenden Gegenden am gebräuchlisten und daher für den Unterricht am nothwendigsten ist. Jeder Lehrer reist, oit mit Familie, auf unsere Kosten über die Meere, empfängt von uns seinen Unterhalt und erwartet Alles von uns; aber unsere Hilfsquellen sind unzureichend.. Jetzt, da ihr, ihr Israeliten der ganzen Welt, ihr Israeliten von Europa und Amerika, die ihr so viele Vortheile genießet, unser Unternehmen begriffen habt, - werdet ihr ruch weigern, dieses Werk zu unterstützen, dessen Zweck so genau bestimmt, dessen Nützlichkeit so einleuchtend ist, dessen Resultat so fruchtbringend sein wird? Ihr theuern Brüder in Frankreich, England, Italien, Holland, der Schweiz, Deutschland, Algerien, ihr Brüder in den vereinigten Staaten, auf den Antillen, in Australien und Indien, werdet ihr euch weigern, euren Namen dem größten Emancipationswerke zuzugesellen, welches jemals in Israel versucht worden ist? Ihr, ihr theuren Schwestern, welche ihr so wohl die Kunst versteht, große Almosen zu veran-