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Der Israelit · 1865-03-22 · Heft 13 (22.3.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 13 (22.3.1865)
Date
1865-03-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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178 die lobendste Anerkennung, da fie durch ihr langjähriges ersprießliches Walten sich des unumwundenen Vertrauens ihrer Gemeinde-Angehörigen im vollsten Maße würdig gemacht hat. Möge nun die Unslebener Vollmacht, die etliche und 40 Stimmen in sich birgt, als volle Macht sich geltend machen und ein glückliches Wahlresultat erzielen helfen zum Heil und Wohl der einzelnen Gemeinden und des ganzen Distriktes, was dießmal um so weniger schwer fallen dürfte, da der Wahlkampf höchstens um 2 bis 3 Candidaten sich ernstlich bewegen wird. Von der Württemberg schen Grenze. (Zur Confirmationsfrage.) Dieses Thema ist zwar längst schon zur Genüge in Ihrem geschätzten Blatte erörtert worden; doch möchte nachstehendes Factum vielleicht dazu beitragen, manchen Leuten, die noch in Unthätigkeit verharren, die Augen zu öffnen und die Reform in ihrem wahren Lichte erscheinen zu lasten. Ein Knabe von 44 Jahren, der seine in Württemberg wohnhaften, streng religiösen Ellern gebeten, ihn zur Ausbildung in der mündlichen Lehre in einer Anstalt unterzubringen, und auch bereits zwei Jahre mit sehr gutem Erfolg bei einem Lehrer eines in der Nähe liegenden bayerischen Ortes sich dem Studium unserer heiligen Thora gewidmet, wurde, auf gestellten Antrag des betreffenden Rabbinats, von seinen Eltern auf das nächstkommende Peßachfest zur Konfirmation nach Hause berufen. Der Jüngling, fest überzeugt, daß diese Handlung ihm nicht nothwendig, ja sogar nicht erlaubt sei, ersuchte seinen Herrn Lehrer, sich mit dem Rabbinate in's Benehmen zu setzen und Dispensation für ihn zu erwirken, wozu sich derselbe mit Vergnügen herbeiließ. In einer nun folgenden Besprechung desselben mit dem functionirenden Rabbiner wurde er und zwar aus folgenden „schwer wiegenden Motiven" — die ich getreu hier wiedergebe — abschlägig beschieden. Der Rabbiner äußerte sich: „Mein Lieber! Nicht daß ich die Confirmation als so zweckdienlich erachte, aber es könnten, wenn ich einmal dispensire, auch andere Eltern ihre Kinder der Confirmation entziehen/ und mir hiedurch ein nicht unbedeutender „Emolumentsbetrag entzogen werden". — Das ist also des Pudels Kern, Geld und nichts als Geld. Wenn auch die Confirmation nicht zweckdienlich, wenn auch die Konfirmanden vor der feierlichen Einsegnung in der ersten besten Restauration verbotene Speisen genießen, wenn nur der Herr Rabbiner seine Emolumente erhält. Doch, Ihr Eltern! Wenn Ihr wirklich noch Sinn für echtes Judenthnm haben und für fromm gelten wollet, warum wollt Ihr Euere Kinder zwingen, wider ihren Willen sich confirmiren zu lassen? Habt Ihr nicht den Mnth, die Folgen einer allcnfallsigen Beschwerde, welche nicht so gefährlich ausfallen werden, auf Euch Zu nehmen? Denn cs ist kaum dankbar, daß eine Behörde strafrechtlich bei einer Weigerung einschreiten würde, da jetzt allenthalben Beschwerden, Klagen und Bitten dem hohen Ministerium unterbreitet sind, Euch von dem Drucke der Kirchenbehörde zu befreien? Und wenn auch, so zeigt wenigstens, daß Euch um Geld Euere Religion nicht feil ist, wenn es gilt, als wahre und echte Juden euch zu zeigen und es auch zu sein! — E. Österreichischer Kaiserstaat. B. Palota. (Zur Seminarfrage, von Singer, Rabbiner. Schluß.) V. Wir haben nun gesehen, welche Ideen die Neologie über die Erfolge eines nur einigermaßen zeitgemäß eingerichteten Seminars hegt. Ganz zeitgemäß konnte ja das Elaborat selbst nicht genannt werden, da es prinzipiell sich zur Aufgabe stellt, „die Anhänger beider Richtungen, sowohl nämlich Jene, die das Judenthum in seinen hergebrachten Formen zu erhalten wünschen, so wie die Freunde des Fortschrittes" zu befriedigen. Scheint ja der im Lehrpläne aufgenommene umfangreiche Stoff von Talmud und Schulchan Aruch nicht für den Fortschritt berechnet. Daher dürfte die Behauptung nicht befremden, daß die rab. Disciplinen zumal in der projektirten Oberabtheilung des Seminars vom Standpunkte der Orthodoxie nicht als Ovnäitio 81H6 HUL UOQ zu beurtheilen sind. Nicht deßhalb, weil so das Seminar mit sich selbst im Widerspruche stände und das Jeschibot-System gefährdete, welch' letzteres laut Talmud (Ab. S. 13 a.) den Vorzug verdient; (vsrgl. auch Taanith 7. 8.) sondern es Nießt dies vielmehr auch aus der Natur der Sache selbst. Ja, in der Gestattung des Fortbestandes der Jeschiboth manifeftirt sich auch das unzweideutige Geständniß, daß es mit dem „Bedürfnisse nach einer Anstalt zur Heranbildung von tüchtigen ihrem Berufe entsprechenden Rabbinern für die isr. Cultusgemeinden in Ungarn" eine ganz andere Bewandtniß habe, als mit jener unabweislichen Nothwendigkeit, die in Deutschland ein ähnliches Seminar ins Leben rufen möchte. Dort hatte seit einer Reihe von Jahren der destruktive Geist der Neologie das rabbinische Wissen ganz in den Hintergrund gedrängt, und der angehende Rabbiner brauchte sich bei einiger Fertigkeit in Homiletik um die Aufastung irgend einer halachischen Ent Wickelung im Talmild wenig zu kümmern. Deßhalb j ist es dort im Interesse unserer heiligen Religion > ein höchst verdienstliches Werk, ein Rabbiner-Seminar als einziges Nettungsmittel der rabbimscheu Studien ins Dasein zu fördern; um so den-Talmud und die religionsgesetzlichen Codices, von der untern Basis bis zum höchsten Ausbaue des Gipfels, im wissenschaftlichen Zuschnitte den Kandidaten zugänglich zu machen. Nicht io im Ungarlande! Hier war mit der emsig ununterbrochenen Pflege der Jeschiboth das gründliche

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