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Der Israelit · 1865-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1865) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 11-12 (15.3.1865)
Date
1865-03-15
Page
– (sequence 24)
Language
German
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1 neuen Literatur, in der Mathematik und den Naturwissenschaften uttd werden in einem es. 5—7jahrigen Cursus soweit gebracht, daß sie dann mit dem Zeugniß der Reife jede Jeschibah und Universität mit dM schönsten Erfolge besuchen können. Den nöthigen FdNd zur Erhaltung dieser Anstalt, die gegenwärtig nur sechs Hörer zählt, da bis jetzt bloß Hamburger ausgenommen worden, hat der Rabbiner ganz astein durch seine thatige Arbeit aufgebracht. Wir wollen es aber von ganzem Herzen im Interesse Hamburgs und der gesummten Judenheit in Deutschland wünschen, daß durch recht zahlreiche Subventiottssummen eine Erweiterung dieses Instituts, welche bis jetzt allerdings nicht im Sinne des Rabbiners lag, in dem Grade mögllch werde, daß es als ein regelrechtes Rübbinerseininar auch AusländernZutritt gestalten kann. Höchte auch Hamburg das Glück haben, einen opferfähigen Mann, wie der Breslauer Commerzienrath Fränkel es war, zu seinen Mitbürgern zu zählen! Bei dem kurzen Bestände, besten sich dieses Colleg bis jetzt zu erfreuen hat, kann es schon auf seine Leistungen stolz sein. Zwei seiner Zöglinge haben bereits eine ehrenvolle Wirksamkeit, Herr vr. A. S. Sulzbach in Frankfurt a/M. und Herr vr. Wiener in Leipzig; zwei besuchen in Oesterreich eine Jeschibah, einer stsdirt gegenwärtig sura in Berlin, und ein junger Männ, auf den Hamburg Grund hat, die stolzesten Hoffnungen zu bauen, namentlich in Bezug auf sein Schulwesen, Herr S. Berlin studirt gegenwärtig in Breslau Philosophie und Philologie und betreibt gleichzeitig seine talmUdischen Studien bei dem dortigen Oberrabbiner und dem berümhten 2'd '21 -Pips, mit dem eifrigsten Ernste. Es gesteht unserm geschätzten Oberräbbiüer selbst der Neid zu, daß sein ea. 13jähriges Wirken in Hamburg von den schönsten Erfolgen begleitet war, und daß er nur aus der reinen Quelle der Begeisterung für unsere erhabene Religion die Kraft hernehmen konnte; trotz gehässiger Parteifehden, die Hamburgs Schattenseite bilden, wenn sie auch aus der rühmlichen Eigenschaft der Teilnahme für die jüdischen Angelegenheiten entsprungen, iMMer frisch von Neuem fein Recht sich zu ertrotzen, findet das Verdienst des Herrn Ober-Rabbiners allseitige Anerkennung. Dünken wir dem lieben Gott, daß es ihm gelungen ist, seine Stellung hüchzuhalten, und daß ihn der Allgütige durch das Geschenk einer edlen Gattin, der Tochter des Ober - Rabbiners vott England, die mit einer wahrhaft kindlichen, biblischen Frömmigkeit und strengen Religiosität eine Tiefe der Herzens- und Geistesbildung Und den äußeren Anstand einer seinen Ladh Und Salondame verbindet, wie sie Men zu finden siiid, in den Stand gesetzt hat, durch sein iM wahrhaften Sinne nobles Haus das HaMburgksche Obertabbinat würdig zu repräftntiren und seiner GdmMde daS vornehmste, glSnMidstS Beispiel Met wahrhaft jüdisch-frommen, durch Bildung hervorragenden Häuslichkeit zu geben. Schon der ErUst der jetzigen Lage verbietet uns, hier darauf auszugehen, Personen, die wir hochschätzen, Artigkeiten zu sagen; wir wollen vielmehr nur diesen schuldigen Tribut der Dankbarkeit einem Hause leisten, das Hamburg m. G. H. nur Gutes gebracht hat und bringen wird, und sprechen hier unsere freudige Hoffnung aus, daß unsere jüdischen Mitbürgeraus gleicher Erkenntlichkeit dukch thätige Unterstützung die heilsamen Intentionen unseres Oberrabbiners fördern werden. Allerdings haben unsereFrommen schon dadurch Lheilweise einen Selbstmord begangen, daß sie eine Fusion mit den Neologen eingegangen und dadurch die großartig glänzende Majorität der Gesetzestreuen gesprengt, die einen wahrhaften 217.1 rn-pp in den Äugen des Senates, in den Augen der Bürgerschaft, in den Augen der gesammten Bevölkerung Hamburgs, in den Augen der jüdischen Bevölkerung Deutschlands, der ganzen Welt, die ihre Augen nach dem glänzenden Beispiel dieser 2x1 -np 1181221 i'p, dieser Pracht- und Weltstadt des Nordens, dem Sitz der energischen Rührigkeit, die jetzt gerade dem Gesammtdeutschland im Geiste der wahren Freiheit, in Handel und Wandet vorangegangen, gerichtet und gesehen hätte, wie hier äußere Machlsülle mit ächter, unsere jahrtausendjährigen ewigen Satzungen in ungetrübter Frische ehrender, thätiger Frömmigkeit vereinigt blühen. Aber noch ist es Zeit, trotz aller Zersplitterung, trotz aller widrigen Umstände zeigt das jetzige Wahlresultat die Majorität der Frommen, so wunderbar es klingt, und nur der Starrsinn eines oder zweier der jetzt gewählten als fromm bekannten Repräsentanten, vor deren schwerer Verantwortung wir als Freund zittern, kann es geschehen lassen, daß die Position der ftrengjüdischen Mitglieder im Collegium unhaltbar wird. Wenn jemals das 1121^ 2'2i '-kirr sein Recht fordert, so überwiegt dieser Satz diese zwei. Ihr kennt die Bestrebungen der entschieden ausgesprochenen frommen Vertreter des Collegiums, Ihr wisset, daß Euer Rabbiner mit ihnen übereinstimmt, der gewiß nur rein im Interesse des Jüdenthums handeln will, Ihr wisset, daß die ganz bedeutende unverhältnißmäßrg überwiegende Majoriät von Hamburgs frommen Juden in ihnen die wahren Vertreter ihrer Ansichten sieht, und bleibt fest bei Eurer unversöhnlichen Haltung. Wir wollen Euch keine kleinlichen Absichten unterlegen, wir wollen Euch zugeben: Ihr glaubet sicher nur das Beste für Hamburgs Wohl zu beschließen, aber es heißt -^r'2 vrr. Wenn Ihr in Eurem Dünkel sprecht: Was doch die dummen Menschen reden, sie wissen nicht,

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