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Der Israelit · 1865-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1865) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 11-12 (15.3.1865)
Date
1865-03-15
Page
– (sequence 18)
Language
German
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160 p rin« ntz, -avad N2«dn.-> ^'^z- und rn'.-.v O'L^»r s'v«^ ciipL2. Ferner müssen mir, wenn wir ehrlich sein wellen, bekennen, die Hamburger öffnen ihren Geldbeutel zum Theil gar zu ungern. Wir bemerken nicht ohne Grund „zum Theil", denn wir freuen uns, die Wohlthätigkeit unseres Mittelstandes der ganzen Welt zum Muster hinstellcn zu kennen, wir freuen uns über die That eines Carl Heine, der eine halbe Millien Mark Beo. zur Erhaltung des jüdischen Krankenhauses hcrgegeken, mit der Bestimmung, daß dcrt Alles streng nach crthodcx-jüdischcm Gesetze für alle Zeiten gchandhabt werden solle; aber wir suchen vergebens unter unfern Großen, die an der Spitze unserer jüdischen Orthodoxen genannt werden, einen solchen Geber, der die echt jüdische Gesinnung unseres Gemeindclebens durch eine hcchhcrzige Gabe jetzt dauernd begründen kennte. Eine ähnliche Summe wie die obige, von opferwilligen Frommen gebracht, wäre wohl ncch ein weit größeres Werk, wenn damit ein Gemeindekörper in seiner Gesundheit erhalten und von schädlichen Elementen freigehalten würde, deren Verbleiben jetzt als eine traurige Ncthwendigkeit bezeichnet wird. Sehen wir doch das Beispiel Frankfurts, das in dieser Beziehung so Großes geleistet, und könnten unsere Frommen doch mit weit geringeren Opfern jetzt ihre religiöse Selbstständigkeit sich erkaufen. Beschämend fürwahr ist es, wenn wir bedenken, daß, während das Budget im vergangenen Jahre etwa 120,000 Mk. betrug, nur circa 8<',Ö00 eingegangen waren, 40,000 Mk. also restirten, und für diesen Betrag zum großen Theil solche Stimmfähige mit ihren Gcmeindcabgaben im Rückstände und nach der Verordnung von der Befugniß zur Wahl ausgeschlossen waren, durch die wir, wenn sie ihre Stimmen mit in die Wahlurne geworfen hätten, ein weit herrlicheres Resultat erzielt haben würden. Unverzeihlich finden wir es, daß die Mittel nicht beschafft wurden, die eine Gesammtwirkung deS gesinnungstüchtkgcn Theiles Hamburgs ermöglicht hätten. So nehmen nur an der Wahl Theil: erstens die Partei der Fusion, die im Interesse der Wohlthätigkcitsanstaltcn die Vereinigung aller Elemente erhalten wissen will, und der, weil sie klug „das Bestehen der Gemeinde" als ihre Devise dargestellt hat, Viele von „der leicht zu bestimmenden Masse", die eben die Indifferenten, theils auch mit der Lage der Dinge gänzlich Unbekannten enthält, zustimmen, um so mehr, da Viele, die entschlossen sind, nur fromme Vertreter zu wählen, durch die Namen des religiösen Theils deS Fusionsprogramms bestochen worden; zweitens die Schaar der thätigen Orthodoxen, deren Thätigkeit aber erst seit einigen Tagen begonnen. So war die Lage der Wahlschlacht, und wir sind erstaunt, daß trotz dieser bedeutenden Hindernisse die strengfromme Partei die Erfolge errungen hat, deren sie sich eben erfreut. Durch die nunmehr auch geschehene Wahl des Synagogencollegiums, die Herrn David S. Goldschmidt und den gelehrten Herrn I. L. Adler, beide streng fromm, sowie die des Armencollegiums, die den ungemein thätig für Gemeinde- Interessen wirkenden Herrn H. I. Matthias und den fähigen Hrn. Th. Simon als Dcputirten sendet, (wogegen der Tempel die Herren Liepmann und Hinrichsen schickt) kann die Majorität des orthodoxen Theils der Repräsentation als entschieden bezeichnet werden, und es ist nur der innige Wunsch auszusprechen, daß dieser Theil unter sich vollkommen einig seine Rechte im vollsten Maße zur Geltung bringe. Die Aufgabe des Collegiums, so wichtig und bedeutungsvoll sie ist, bleibt doch nur eine provisorische, und wenn wir aus dem ganzen Lauf der Dinge sehen, daß der fromme Theil Hamburgs bei einheitlichem Programme, in dem nicht ein Theil, der sich gerade durch Vermögen und Bildung auszeichnet, sich durch einen Eompromkß mit den Ncologcn seiner Macht selbst beraubt, entschieden siegen würde, so müssen wir die ernste Mahnung hier aussprechen, daß eine künftige Wahl durch die Statuten jetzt in der Weise als frei garantirt werde, daß die Repräsentanten sowohl als der künftige Vorstand direkt aus allen Urwählern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde creirt werden, und in nicht zu großen Intervallen vollkommen direkte Neu-, Wahlen stattfinden mögen. Wie wir hören, ist leider der Wunsch des Verfassers der Wahlbroschüre unerfüllt geblieben, der sich folgendermaßen ausspricht: „Vorlagen bereits ausgearbcitcter Statuten sind und bleiben unstatthaft, sie müssen Produkte lebendiger Entwickelung sein, entstehend, sich erzeugend in der Mitte der Vertrauensmänner, die sich unsere Gemeinde zur Vertretung ihrer Interessen, zur Repräsentation ihres Geistes und Sinnes wählt, entstehend, sich erzeugend durch die Debatte selbst, die an Ort und Stelle gepflogen wird. Als Statuten, für eine Gemeinde entworfen, deren Vertreter noch nicht einmal gewählt sind, sind die Protocolle, die ausgenommen worden, ehe die Parteien selbst an den Richtertisch hingetreten und für sich ihr Wort geredet, darum verwerflich!" Die Vorlage, ausgearbeitct von den Herren Simon May, Sieg. Meyer, M. Haarbleicher, der bei seinem Jubiläum als Secretär der Gemeinde Ende Januar von dem Gemeindevorstande ein Geldgeschenk mit schmeichelhaftem Schreiben, vom Tempelvereinsvorstande aber eine Dankadresse empfing, wird Ende dieser Woche schon beendet sein, und Taanit Ester Abends die erste Repräsentantensitzung stattsinden. Als Fragen ersten Ranges, deren Besprechung wahrscheinlich die Verhandlung eröffnen wirb, bezeichnet man: 1) die Bedingungen zur Mitgliedschaft und Aufnahme in die deutsch-israelitische Gemeinde, 2) das Verhältniß des Tempelvereins zum Gesammtvereine,

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