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Der Israelit · 1865-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1865) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 11-12 (15.3.1865)
Date
1865-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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146 Sollte ich überhaupt die Antwort in gewünschter Weise erhalten, so werde ich nicht ermangeln, dieselbe zur Zeit soweit als möglich zur öffentlichen Kenmniß zu bringen. >) i) Hier möge mir npch gestattet sein, den kurzen Inhalt einer (natürlich hebräisch) von mir jüngst geführten unfern Gegenstand betreffenden Correspondenz, soweit es die Sprachform gestattet, wiederzugeben. Ein Rabbiner*) aus Ungarn fragte mich: n) ob wir nach Sanhedrin 110b. solch' große brüderliche Verpflichtung gegen die vermuthlich zu den zehn Stämmen ^pp'7 7P7V 7777^ 2'7'7P sl'XL? gehörenden Falascha's haben; b) ob dieselben wirklich zu den zehn Stämmm gehören und was 'P'7LX (Sanhedr. 94 a.) bedeute; e) da das (Nedar. 61 und Bab. Mez. 65) über den Untergang des Landes angegebene Motiv 7^77 77772 7272 X^>!0 nicht weniger auf Juda als Israel sich beziehe; warum in erst erwähnter Mischnah gerade diesen zehn Stämmen jene traurige Auszeichnung vindicirt werde. Ich erwiderte: ää ». 22772 ftX17in HL' '2 7"' 77"L? schreibt : „Ich kann nicht glauben, daß: wenn etwa 7^'^7 unsere Sünden bewirkten, daß Gott uns immer von ft"7"x entfernt lasse, wie dieß p"7 von den zehn Stämmen behauptet, daß wir dadurch die Verpflichtung des Gottesgesetzes von uns abschütteln, „oder auch nur ein Jota selbst von den rabbinischen Vorschriften schmälern dürsten re rc." — Diese Frage liegt hier vor. Diese Zweimalhundertsünszigtausend von zwei gleichgefährlichen Seiten dsr Verleitung zum Abfalle preisgegeben, rütteln uns auf, sie vom Untergange, dem geistigen und moralischen, viel schlimmer als der physische, zu retten; dieß hat mit der Frage, ob dieselben den zehn Stämmen angehören oder nicht, gar nichts zu thun. Doch untersuchen wir die Frage, abgesehen hievon. R. (Schlgw. 72) bemerkt schon, daß sich die Worte des p"7 nur aus die erste Generation beziehen; vergl. 2"'7, der diese Behauptung aus dem andersfallsigen Widerspruche zweier Stellen in Ez. beweiset. — S. 7X2 P22? zu Sanh. 77»., welcher gegen die zweite Erklärung R.'s (hier), daß unter 2",71? die Zeit des 7'lV2 zu verstehen sei, monirt, daß ja 2 "7^ und 7'l027 772' öfters neben einander genannt seien. Diesem Monitum gegenüber dürfte Folgendes anzunehmen sein: Wohl gibt R. auch zu, daß anderswo überall 2".7P und 7'l?27 772'verschiedene Begriffe seien, hier aber nicht; und zwar deßhalb, weil in der ^21 der Grund der Strafe angegeben wird, daß die 10 Stämme verächtlich von '"x gesprochen haben, es aber nirgends angedeutet, daß, wer geringschätzend von '"X spricht, des 2".7P verlustig wird. Bezieht sich aber hier die Behauptung auf 7^27 712', d. h. 77'^>1 ft>2(7, so entspricht dieß sehr richtig dem Grundsätze 772 7112 ,772. Auch die Belegstelle 'Ol 22'^X7 spricht ja nicht vom 2",7)-, sondern vom Ausgeschloffensein von fti22 77'^1. Endlich wird dadurch gewonnen, daß die X7"72, welche vom 2 ".7^ spricht (vergl. Randbemerkung ds.; doch hat auch X72277 unsere Lesart), mit der Mischna übercinstimmt, weil eben hier beides dasselbe ist; und deßhalb schreibt auch Raf. Schlagwort «72 statt „77772" die Worte „2",71?", weil dieß eben hier gleichbedeutend ist. Doch dieß Alles nur zur pflichtschul- *) Ich bitte denselben «IN Entschuldigung, die Antwort nicht abgesen» det zu haben, was darin seinen Grund hat, datz der Poststempel ganz unleserlich aufgedrückt war und mir der Ort der Absendung ganz unbekannt ist. Ich schließe diesen Bericht mit dem heißen inbrünstigen Gebete, daß sich der Vater im Himmel unserer armen Brüder im fernen Aethiopien erbarmen möge; daß Er Sich aber auch unserer reichen Brüser nicht nur Ln fernen Landen, sondern in unserer eignen Mitte erbarmen, ihnen die Augen öffnen möge über diese ihre hochheilige Pflicht; auf daß Jeder sich ermanne, ehe ihn der blaffe Uebertritt in's Ewige ereilt, belastet mit den Foltern des Gewissens, pflichtvergessene Ausflüchte gesucht zu haben, wo die Gefahr drängt, wo der Angstschrei Tausender von Seelen alle Tage zu Gott hinaufdringt; auf daß nicht 72^7 erfüllt werde das Schriftwort non ^2 .7771 '7 ^x -ft-z? X7p7. Daher helfet, Brüder, thut Eure Schuldigkeit um Gottes willen, um willen unserer heiligen Thora! digen theoretischen Dialectik 77'7X72l 7777 2'7172 realster ist die Frage durch 2"7 beantwortet. b. Hierauf läßt sich sehr schwer eine Antwort geben. Wohl verlegen die Falascha's ihre Einwanderungen in's graueste Alterthum, was der Möglichkeit, daß sie zu den 2'22L77'' gehören, Raum gibt. Allein dieß ist zu mythisch, als daß es sichere Anhaltspunkte gebe; leiten doch auch die abessynischen Monarchen chren Ursprung von der mit König Salomon verheirateten Bath-Schema her, eine Tradition, die im äthiopischen Sagenkreise eine große Rolle spielt. Wenn es aus ihren Observanzen constatirt sein wird, was zu erfahren ich schon seit langer Zeit durch Untersuchungen, Studien und Correspondenzen erstrebe, daß sie Traditionen aus der Zeit des zweiten Tempels besitzen, daß sie z. B. von >7227 und 2'77O etwas wissen, dann wird das Gegentheil dieser Annahme, das ich schon jetzt für höchst wahrscheinlich halte, erwiesen sein. Wie viel hat man schon mit diesen zehn Stämmen berumgerathen; bald hat man sie nach Westindien, bald an den Sambathion rc. rc. verlegt; das schöne Wort des 22"'7 (Sabbat 96 b. .77X7 .7222 .-077.7 '7212) gilt nirgends so sehr wie hier. Von halachischem Belange ist die Frage gar nicht, da es in diesen Fragen gar kein 7227 P2O (Maim. Mischna — C. zu Sanh. 110 b.) gibt. Ueber 'P'7LX weiß ich zu dem betr. Artikel in Crech Millin nichts hinzuzufügen. e. In der in Rede stehenden Bibelstelle steht ausdrücklich (Jer. 9,10) „7777' '7Z? ,2'2s-77'", also 7717' 7'2 77222, und davon allein spricht auch Vers 11 f., nicht aber vom Reich Israel, das eben aus einem anderen als dem dort angegebenen Grunde zerstört wurde. Folgende Bemerkung dürfte dieß noch unterstützen: In der ^21 wird für die in der Mischna angegebene Strafe der 10 Stämme die Bibelstelle ft7X 2x 22'2L7X7 777X angeführt. Wäre es aber nicht auffallend, für das erst mehrere 100 Jahre später entstandene Reich Israel eine Stelle aus der Thora anzuführen, gesagt zu einer Zeit, wo diese Trennung noch gar nicht existirte und gar keine Andeutung darauf involvirend? — Allein es ist hier der Ausdruck „777X" gebraucht, 77NX aber setzt Coordination voraus, 7277,77 ft7X aber, von dem die Schrift sagt '727 72 1'j-7x '7 '1'p ist aber den übrigen nicht gleichfordern übergeordnet. Das 777X deutet daher sehr richtig auf eine Zeit, in welcher ein Theil des Volkes '"82 2X2 sein und' deßhalb in das von ihnen selbst zu einem 777X erhobene Land vertrieben werden wird, das sind die 2'22W7 77WP.

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