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Der Israelit · 1865-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 11-12 (15.3.1865)
Date
1865-03-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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145 fördern dieser Aufnahme. Unsere theuern Glaubensgenossen in Italien, die ja auch so innig für die universellen Interessen des Judenthums fühlen und so thatkräftig dafür einstehen, werden gewiß diesen warmen Ruf nicht überhören. In Holland haben sich die verehrten „Pekidim", 4>nd an deren Spitze der hochberühmte und in allen jüdischen Kreisen hochverehrte Rabbi Akiba Lehren WO'PZM 2U22 vrnzen VI2' -PIX' OVN an die Spitze des Unternehmens gestellt, die Verbreitung des Aufrufes in öffentlichen Blättern vermittelt sowie die Mittheilung publicirt, daß sie sich zum Localcomitö für Holland constituirt. Diese edlen Männer haben hiermit ihr bereits seit so vielen Decennien bewährtes Verdienst um das Gesammtjudenthum um ein nicht unbedeutendes Scherflein vermehrt; mögen sie die Freude haben, daß ihnen ihre Glaubensgenoffen in Holland auch in dieser Beziehung recht viel zu thun geben. — Und in Deutschland? — Ist das Bedürfniß noch immer nicht groß genug, spricht der Jammer von Hunderttausenden noch immer nicht laut genug, daß es sich auch dort rege, daß sich auch dort Comitö's bilden, daß auch dort die armen Falascha's teilnehmende Freunde finden? — Hnousqno laväsm? — Wie viele Familien müssen denn noch — durch unsere Theilnahmslosigkeit dem väterlichen Glauben entrissen, uns auf immer verlassen; wie viele Herzstöße muß denn diese erbarmungslose Mission noch ferner heraufbeschwören, damit es sich endlich rege, aber dann rege, wann der gegenwärtige, so glücklich gewählte, vielleicht niemals wiederkehrende Moment, wo diesen unfern heimtückischen Feinden wenigstens dort ein wenig die Flügel beschnitten, längst vorüber gegangen sein wird? Kann das verantwortet werden? Von London erhielt ich auf ein Schreiben an Herrn S. D. Saffoon, den würdigen Sohn des aller Welt bekannten David Saffoon in Calcutta, mit der Bitte, daß derselbe, als Präses des von Benjamin II. .i"p, für unsere Angelegenheit gebildeten Comitä's, die Thätigkeit dieses Comitö's und die Verwendung der bereits gesammelten dreihundert Pfund unserm Zwecke zuwenden möge, ein Antwortschreiben des Inhaltes, daß zwar das Comitä sich einstweilen vertagt habe; nichtsdestoweniger dürften wir ganz gewiß hoffen, daß, wenn die Ausführung des Unternehmens vorbereitet sein werde, auch seinerseits das Comilsdie Mission mit entsprechenden Geldsubventionen bedenken werde. In Frankreich steht der treffliche Redacteur des „Univers Jsraälite" nach wie vor getreu zur Seite der. Falascha's; und hat seit meiner letzten Berichterstattung wiederum mehrmals einige geistvolle und herzerhebende Worte gesprochen; besonders arbeitet Herr Jaques Lcvi wacker mit. den bequemen Ausreden herzlosen Nichtsthuns, welches, wie wir Anfangs gesehen, auch die edelsten Geister mit sich reißen kann, zu begegnen und die zu ihren Ungunsten gefaßten Borurthecke zu zerstreuen. So hat Letzterer im Januarhefte einige interessante, philosophische Bemerkungen über den jüdischen Typus der Namen von Titeln und Orten daselbst (ka8-wr<->, Samen-rc.) publicirt; möge ihre rühmliche Geistesthätigkeit durch einen recht erfreulichen Wettkampf edler Menschenfreunde und mildherziger, mit unfern armen Brüdern Erbarmen empfindender, reicher Männer reichlich belohnt werden. „-^21271" und haben auch durch Verbreitung des Aufrufes und günstige Besprechung desselben in ihren weit verbreiteten Journalen der Sache einen wesentlichen Dienst geleistet und auch einige Vorschläge rücksichtlich der praktischen Ausführung gemacht. So förderlich nun jedes zu Gunsten dieses heiligen Untenrehmens gesprochene Wort ist, so verdienstlich jede schriftstellerische Theilnahme für dieselbe, so werden doch auch die verehrten Nedactwnen selbst ermessen, daß es jetzt noch nicht darauf ankömmt, über den einen oder andern Vorschlag, die mir alle ganz gut erscheinen, Beschluß zu fassen; möchte dieß nun in recht naher Zukunft nothwendig werden! Der tief innigen Religiösität und Humanität jener ehrwürdigen Herren Redacteure brauche ich wahrlich nicht erst zu sagen, welch'unendliches Verdienst sie sich erwerben, wenn sie fort und fort ihre so gut renommirten Blätter zur geistigen Arena dieses, nach Hunderttausend zählenden p'is machen. Obgleich noch mehr in materieller Beziehung, so ist doch auch in intellektueller, gegenwärtig noch 2^2 rip die Zeit Steine, Fundamente, Grundlagen zu sammeln, sich zu verständigen und aufzuklären. Hoffen wir zu daß Er uns in Seiner Gnade bald mit der Zeit O'22-r beglücken werde. Das Januarheft des „Jeschurun" brachte sehr interessante Details über die Falascha's, welche teilweise auch in oben ausführlich besprochener „stor^" bestätigt werden. (Alles, was schon durch obiges Journal dem deutschen Leser zugeführt, habe ich absichtlich ausgelassen.) Rücksichtlich der am Schluß des Artikels vom hochverehrten Herrn Nedacteur indirect an mich gerichteten Frage, sowie der Vorschläge der beiden letztgenannten Journale bemerke ich, daß ich mich vor ungefähr fünf Wochen direct an den Rabbiner von Alexandrien, sowie gleichzeitig an einen sehr verdienstlichen, auch den Lesern des „Israelit" wohlbekannten Freund in Paris, der zugleich ein bedeutendes Handlungshaus in Alexandrien besitzt, mit der Bitte gewendet, eine directe Correspondenz mit den Häuptern der Falascha's selbst zu vermitteln und die Möglichkeit zu erzielen, von ihnen selbst ihre Wünsche und die Mittel zur Nealisirnng derselben zu erfahren, zunächst aber authentische Antworten derselben auf sechszehn von mir gestellte, gewisse von Reisebeschreibern ihnen zugeschriebene religiöse Observanzen von größerer oder geringerer Bedeutung betreffende Fragen zu erwirken.

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