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Der Israelit · 1865-03-01 · Heft 9 (1.3.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 9 (1.3.1865)
Date
1865-03-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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123 terlaffen auf die beiden vorzüglichen Werke „Os toi cl'/sraols," „!(8wöckitatäon8 bibli^ues" des Hru. Bloch wiederholt aufmerksam zu machen, da dieselben in Deutschland noch zu wenig beachtet worden sind. Namentlich sollte man sie in die Hände unsrer Französisch lernenden und lesenden Jugend geben, denn wir können mit Stolz H. Bl. einen jüdischen Chateaubriand nennen. Frartkeuthal, 16. Febr. Dem „Pf. Kür " melder man folgenden Mortara-Fall von hier: „In der Kreisarmenanstalt dahier befindet sich ein von israelitischen Eltern gezeugtes weibliches Wesen, für welches der ihm durch Jnterdrcitronsurtheil bestellte Vormund die Aufnahme dorthin nachsuchte und erhielt, da dasselbe weder gehen noch stehen, weder sprechen noch essen kann, vollkommen blödsinnig, verkrüppelt, und dessen Vermögenslosigkeit nachgewiesen ist. Dieses Mädchen, 22 Jahre alt, welches in seinem geistigen und körperlichen Unvermögen allerdings einen: Säugling vollständig gleich zu achten ist, wurde am ll. Januar 1^6 - durch den Akt der Taufe, welchen der hiesige Kaplan eingestandener und erwiesener Maßen an demselben vollzogen hat, der römisch-katholischen Kirche einverleibt. Nachdem nun die allerh. sanktionirten Statuten genannter Anstalt den Geistlichen aller Confesssonen, außer der Abhaltung des allgemeinen Gottesdienstes, des Religions Unterrichtes, der Aussegnung der Leichen (§. 224), lediglich die Befugniß zugestehen, auf Verlangen den: Kranken, dem Altersschwachen und Sterbenden geistlichen Beistand zu leisten und das Abendmahl zu reichen, so trügt diese Taufhandluna, welche nicht nur ohne Einvernehmen mit dem Vormund des blödsinnigen Täuflings, sondern sogar ohne vorgängige Anzeige bei dem Verwalter der Anstalt in dieser vollzogen wurde, nebenbei vollständig den Charakter eines Bruches der Hausordnung in sich." Würzburg, l 8. Scheint. Den zahlreichen Freunden und Wohlthatern „der isr. Lehrerbildungsanstalt" dahier können wir heute eine erfreuliche Miltheilung machen. Bisher ist nämlich diese Anstalt in einem Lo kale außerhalb der Stadt eingemiethet, das zwar an sich viel Angenehmes hat, aus dessen allzugroßer Entfernung von der Stadt aber sehr wesentliche Unzuträglichkeiten entspringen; überdieß wäre dasselbe zu beschränkt sür den sür das nächste Schuljahr in Aussicht stehenden Zuwachs an Zöglingen. Man durste es daher als eine gütige Fügung der Vorsehung betrachten, daß gerade jetzt em Haus zum Kaufe angeboren ward, welches, während sein Preis in keinem zu grellen Widerspruch mit den Mitteln der Anstalt steht, möglichst allen Bedingungen entspricht, die hier in's Auge zu fassen sind. Dasselbe liegt in einer sehr anständigen, aber stillen Straße, in gesunder Gegend, hat die Aussicht in's Freie und ist mit einem Garten versehen. Zudem ist es in der Nähe des isr. Schulhauses, was insofern von Wichtigkeit ist, daß sich mit Leichtigkeit später den Zöglingen Gelegenheit zu praktischen Unterrichtsübungen verschaffen läßt. Dabei ist das Haus, da bisher schon eine Unterrichtsanstalt darin untergebracht war, sehr zweckmäßig eingerichtet, mit Wasserleitung und Gasbeleuchtung, weßhalb die Vorstandschaft glaubte, nicht zögern zu dürfen, und sich umsomehr zur alsbaldigen käuflichen Erwerbung dieses Hauses veranlaßt sah, da mehrere zu Rathe gezogene Sachkenner hiezu mit Entschiedenheit gerathen haben. Nun wird mit Anfang des nächsten Semesters die Anstalt dahin übersiedeln. Freilich wird sowohl hiedurch, als durch die beabsichtigte, unv wenn der Zweck erreicht werden soll, auch nothwendige Mehraufnahme von Zöglingen die Sorgenlast des Herrn Vorstands keineswegs erleichtert. Allein bisher hat die Güte Gottes so sichtbar sich des Unternehmens angenommen, und eine große Anzahl der Israeliten Bayerns hat dem ihre heiligsten Interessen fördernden Institute ihr Wohlwollen in einem so anerkennensrverthen Maße zugewandt, daß wir darin eine Bürgschaft erblicken, sie werden, wenn auch seine Bedürfnisse wachsen, dasselbe nicht verlassen, und geht die Anstalt vertrauensvoll der Zukunft entgegen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 20. Febr. Wie der „A. Z." von hier geschrieben wird, ist man im Staatsministerium gegenwärtig mit den Vorbereitungen zur Aufhebung der Judenviertel in Lemberg und Krakau beschäftigt. Kollin, 21. Februar. Obgleich ich mich bisher nicht veranlaßt fand, den verleumderischen Erdichtungen, mit denen die jüdisch-österreichischen Blätter mich zu beschimpfen suchten, auch nur mit einem Federstriche entgegenzutreten, halte ich mich, da man nicht selten zur Einführung oder Beschönigung der s. g. Reformen aut das Beispiel anderer Gemeinden sich beziehen zu dürfen wähnt, doch verpflichtet, die in Nr. 3 des „Ben Chananja" ausgesprochene Behauptung, daß in der hiesigen Synagoge seit meinen: Amtsantrittte irgend eine der in Stuhlweißenourg von mir bekämpften Neuerungen bestehe, als freche Lüge zu erküren. Alle ferneren meine Person betreffenden Schmähungen oder Verdächtigungen „B. Chananja's" und ähnlicher Organe werde ich, wie bis jetzt, unbeachtet lassen. Oi-. Guggenheimer, Rabbiner. (Ungarn) im März. Es sind bereits einige Monate verflossen, seitdem unser nunmehriger Oberrabbiner, Herr A. E. Fischer, bei uns wellt. Derselbe hat eine segensreiche Thätigkeit entfaltet

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