Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1865)
- Date
- 1865-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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118 men Despoten Theodor, bei welchem weder Schntzbriefe mächtigster Potentaten noch eigene Gunst vorübergehender Laune vor der Eventualität der a8!«w. 1-Ltio schützen können, durchaus nicht der Fall. In einem Antwortschreiben an denselben habe ich u. A. die Vorstellung gemacht, daß wir jedenfalls die Pflicht haben, unsererseits Alles aufzubieten, um für den günstigen Moment vorbereitet zu sein, und wie leicht sei diese Stunde näher als wir glauben! 2b Wie oft sind schon, besonders im Oriente und in Afrika, so gründliche Aenderungen zum Besseren das Werk weniger Stunden gewesen, nnriv2.-no .-Ill'p .-!M< .-rv beten die Priester, nachdem sie den Gottesnamen auf ihre Brüder gelegt; auch die ganze robvO hat die Pflicht, um ihres eigenen Gottesnamens willen „zu thun was ihr aufgetragen"; dann wird '"0.1 schon weiter helfen. Fasten wir aber einmal ernstlich Muth und sehen wir den für so ganz sicher aus gegebenen Gefahren getrost in?s Antlitz. Gs ist uns hierzu dis beste Gelegenheit bei Beurtheilung einer sehr interessanten „swr^" über die englischen Gefangenen in Abesiyniett, sehr ausführlich besprochen in einem durch die Güte eines meiner Freunde in London mir gegenwärtig vorliegenden größeren politischen Blatte (Standart, 23 Dec.) geboten. Aus dieser außerordentlich volumnösen, und selbst nur auszugsweise benützt, weit über die Grenzen dieser Blätter gehenden Darstellung wollen wir nur zur dringend nothwendigen Orientirung über die allgemeine Lage des Landes und die augenblicklich noch nachwirkende jüngste Katastrophe folgende unserer Meinung nach zum Verständnisse der letzteren selbst noch mehr aber ihrer Motimrung und geheimen Geschichte nothwendigen Aphorismen herausheben, und bitte ich Sie, Herr Nedacteur, und die geehrten Leser recht sehr um Entschuldigung, wenn auch diese ziemlich abgerissenen Bemerkungen einen nicht unbedeutenden Raum in Anspruch nehmen; allein es ist diese Auseinandersetzung zur Zerstreuung so vieler gegen die Ausführbarkeit des Unternehmens verbreiteten Vorurtheile unbedingt nothwendig; König Theodor von Ab, stynien wird jetzt gewöhnlich als ein Despot grausamster Natur, ein Sohn der Wildniß, roh, ungeschlacht, ohne Treue und Eilte, kurz als zweiter Attila dargestellt. Wir hoffen in Folgendem auf Grund obiger, ihrerseits wieder auf Miltheilung von Augenzeugen beruhender Quelle diese Vorurtheile ein wenig zu zerstreuen- Und werden deshalb mit möglichst wenig n Worten besprechen: die Geschichte des Königs Theodor, dessen Charakter, seine Bestrebungen nach innen und nach außen, ferner die Geschichte des dortigen Missionswesens und endlich die der letzten schauerlichen Katastrophe. König Theodor, der sich wie seine Vorgänger seit Jahrhunderten zum Ehr. bekennt , verdankt seine D-- Hebung wohl auch einem glücklichen ZüsarünientrtMr von Umstünden, ganz besonders aber seinem großartigen mMÜrrschen Talente, persönlicher Energie iM> außergewöhnlichem Ehrgeize. Zwischen den FHrest 1850—55 kämpfte er unter dem NameU Kasai Mslich gegen seine vielen RlvaleN, die ReguloS des Landes, besonders gegen RaS M; hieraus schloß er mit dem Abuna (dem skoptischenj Bischof von Abeffynien, dem weltlichen Oberhartpte in vielen Dingen gleichin kirchlichen Dingen übergeordnet), welcher nicht früher in die Residenz Gonda kommen wollte, bis die römischen Priester vertrieben wären, nach Erfüllung dieser Forderung ein Bündniß Mischen Kirche und Stückt (Concordat), nannte sich, benützend eine alte Tradition, daß einst ein König dieses Namens in Äbefsynien aust treten werde, groß und KüMch, Mekka und Medina zerstörend, fortan „König der Könige A/s" und nahm den Namen Theodor an. Er setztd bis 1802 glücklich stine Eroberungen fort, bekriegte und entthronte dir kleinen biS dahin ihre Autonomie Noch bewahrenden Kirsten, tödtete diese, wobei er jedoch zum großen Theil aus politischen Rücksichten schon zu gräßlicher Grausamkeit getrieben wurde, *) und degradirte deren „Reiche^ zu Provinzen. Aber selbst im I. 1802 Var die Ruhe noch nicht hergesteltt; es erhob sich in der PrvviNz Ubica ein Verwandter gegen ihn Süd wurde vom franz. Eonsul in Mashowa und dem römkathol. Bischof unterstützt; der engl. Consril hingegen und ein gewisser Mr. Bell, welche beide früher zu feinem Rivalen Bas Ali hielten, bei welchem letzterer sogar einen sehr hohen militärischen Rang einnahm, gingen beide in gleicher Eigenschaft zu Theodor über. Diesem so thatkräftigen Herrscher und KriegSmanne glben nun selbst seine Feinde, selbst die von ihm mit unverantwortlicher Wuth fast zu Tode Gequälten folgende Eharakterschilderung: Er ist freundlich und herablassend gegen seine Umgebung, ohne seiner kgl. Würde je uneingedenk zu sein; er ist freundlich gegen Europäer, deren Rath und Eingebung er willig folgt; gegen Arme, Priester und die Kirche ist er sehr freigebig. IM Angelegenheit d« Gesetzes ist er genau und gerecht, entscheidet oft gegen die Meinung der Rechtskundigen und ist selbst sehr gesetzeskundig. Eben der am härtesten bestrafte Missionar sagte früher über ihn, er halte den König in hoher Achtung wegen seiner rechtlichen Denkweise, der Reinheit seinesLeberrs und der Einfachheit seines Wesens» Diese hervorragende HeldemratNv impsnirt aber *) Er Keß» «W den Lod dH «O» s«Are« HMnStkigsten'Gez» ner, Serenv, aMdtkten engl» Konsul, Vr. Pdnvd, zu rächen, lLv Akar» theiL rSVtta, thell-tveMvwiklk.