Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1865)
- Date
- 1865-02-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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87 den gegenwärtig das jüdische Eherecht in Württemberg anvertraut ist. Wenn uns die Redaction etliche Exemplare dieser Nummer zuftellen wollte,*) würden wir sie unserem Kultminister und dem ehegerichtlichen Senat des Obertribunals zusenden, weil wir hoffen, daß der Inhalt segensreichen Einfluß an maßgebender Stelle haben müßte. Zur Ergänzung der Beispiele fügen wir nur bei, daß auch im Neckarthale von den blinden Anhängern des vr. M., bei dem Trauact ebenso gegen das jüdische Ehegesetz verfahren wird, wie in der Residenz. Von der -ran? ist weder vor noch bei den pLni'p das Geringste bemerkbar; die wird von dem Rabbiner selbst und noch einem Zeugen vor der Trauung unterschrieben, ohne daß dieser die Uebergabe des Trauobjects mitansieht, "da er als allerlei Funktionen nebenher zu besorgen hat; nach dem Eigenthumsrecht wegen des Ringes wird nie gefügt und da der Bräutigam manchmal zaudert, das 'b allein zu sprechen, so hat der Rabbiner neuestcns auch dieses entscheidende Wörtchen immer selbst vorgesagt und will es in Zukunft auch stets so halten. (Wenn auch dieses Letztere an und für sich nichts zu bedeuten hat, so könnten doch wbpn daraus entstehen, zumal riiiri '^2 '^22. - Red.) Miltenberg a. M. (Bayern.) In der Ueberzeuguna, daß Sie, geebrtester Herr Redacteur, sowohl für Sich selbst als für die Leser Ihres geschätzten Blattes das -größte Interesse daran haben, von Zeit zu Zeit Mittheilungen über Fortschritte und Entstehungen wichtiger religiöser Institute im Judenthume zu erhalten, will ich Ihnen etwas Derartiges auch aus unserem Städtchen berichten. Hoffentlich werden Sie dieß um so lieber in Ihr geschätztes Blatt aufnehmen, da hiedurch manchem gesetzestreuen Israeliten aus einer großen Verlegenheit geholfen werden kann, wenn er erfährt, wo und wie er seinen Kindern einen gründlichen Unterricht in hebräischen und profanen Kenntnissen angedeihen lassen kann und gleichzeitig sie aber auch in solchen Händen weiß, wo er über deren religiöses und sittliches Leben außer aller Sorge sein kann. Am 1. November v. I. eröffnete der in weiteren Kreisen als gelehrter und strebsamer Mann bekannte Nabbinatscandidat Herr Abraham Hirsch aus Poppenlauer eine Erziehungs- und Unterrichts-Anstalt für Knaben auf hiesigem Platze, die jetzt schon, noch im I. Semester, 30 Zöglinge von 9 bis 15 Jahren zählt. Außer einem gründlichen Unterricht in der deutschen Sprache, Geographie, Geschichte, Kalligraphie, Rechnen, Naturwissenschaft, Zeichnen, Gesang, Gymnastik, französischen und englischen Sprache, für welche beide letztere vom April an ^n geüoruer Franzose, der den größten Theil seiner Studien in England machte, gewonnen ist, erhalten die jüdischen Zöglinge einen besonderen gründlichen Unterricht in der hebräischen Sprache, Pentateuch mit 20.-1 in den historischen und poetischen Büchern des Canon, Besserbefähigte erhalten Mischnah- und bis jetzt 7 Zöglinge Gemara Unterricht. Es ist ein wahres Vergnügen zu sehen, wie selbst die sonst wildesten Knaben mit der größten Freude und Liebe zu ihrern Lehrern in die Schule eilen und mit welchem Eifer sie bei ihrem Zurückkommen aus derselben sich an ihre Hausaufgaben machen. — Schreiber dieses, von dem selbst 3 Knaben diese Anstalt besuchen, hat tagtäglich Gelegenheit, sich von dem segensreichen Wirken derselben zu überzeugen; wünscht daher vom Herzen, daß sie durch vielseitigen Besuch srequentirt werde, und daß dadurch die Direction ihre wohlverdiente Würdigung und Anerkennung finden möge. E. Mosbacher. Büdingen, 9. Febr. (Die Michelauer Waisen.) Vor Allem qutttire ich hiermit ein' Sendung von fl. 5 aus Bayern (Poststempel unleserlich), mit dem Familiensiegel L 4,. 8. verschlossen dem ungenannten hochherzigen Spender für die armen Michelauer Waisen. Das Mädchen habe ich dahier bei einer braven Familie untergebracht; das Bübchen befindet sich in guter Verpflegung bis jetzt noch in Bindsachsen. Bei eintretender gelinder Witterung soll auch der Knabe hieher in bessere Hände gebracht werden. Für Hemden, Schuhe und Kleider habe ich, soweit nöthig, gesorgt. Es läßt sich das jährliche Bedürfniß der Waffen vor der Hand und annähernd auf fl. 140 annehmen, später, wenn das Mädchen qualificirter geworden, auf 100 fl., selbstverständlich mit Vorbehalt unerwartet eintretender Umstände. Für den Knaben ist günstige Aussicht vorhanden, worüber, wenn sich das Projekt realisiren sollte, ich alsbald in diesem gefch. Blatte referiren werde. Ich kann diesen Artikel nicht schließen, ohne Gottes ."r"2 Segen und Gnade zu erflehen für die hochherzigen Geber zu diesem gottgefälligen Unterstützungswerke, wie es heißt: 1211 o'sHxv. Endlich Dank, herzlichen Dank Namens der hilflosen Waisen, dem Herrn Redacteur dieser geschätzten Zeitschrift. Gott, der Allvater, o'mrnri schütze und schirme sie Alle. Amen! Ottensoser, Lehrer. Frankfurt a. M., im Februar. Ein wohlthuendes, musterhaftes Beispiel von Treue in der Gesetzeserfüllung, den Versuchungen des Lebens gegenüber, ist von hier zu berichten. Herrn I Snadig ist die Directorstelle an der zweiten Bank, die hier gegenwärtig unter dem Namen Vereinscaffe begründet wird, offerirt worden, eine Anstellung, die außer ihrem bedeutenden pecuniären Vortheil, den idealsten Wünschen