Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1865)
- Date
- 1865-01-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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S1 scheu Beamten erhalten habe, upd daß, obgleich man I ihm zuerst seitens der verschiedenen christlichen Gemeinden und ihrer Konsuln mit einer gewissen Kälte begegnete, er jetzt im Stande sei, sagen zu können, . daß Alle ohne Ausnahme ihm Beistand leisteten und bestrebt seien, das Werk auf jede Weise zu befördern." Oberst James schließt seinen Bericht mit folgender Angabe: „Während die Besichtigung der Stadt rüstig fortschreitet, hat Kapitän Wilson unter der Erdoberfläche Untersuchungen angestellt und einige wichtig- Entdeckungen zur Erläuterung ihrer alten Topographie gemacht. Die wichtigste davon ist das Auffinden „eines sich in noch sehr gutem Zustande befindenden Bogens einer Chaussee, die von der Stadt zum Tempel führte. Die Bogenweite beträgt 40" bis 50' (ein englischer Fuß — 0,3048 Meter), zusammengesetzt aus eben so großen Steinen wie diejenigen an dem jüdischen Klageplätz (nuiliuA der Rest der '21PQ7I Auch entdeckte er unter Anderem eine große Cisterne in dem Haram oder dem Tempelkreise und sagt, daß die ganze Umgebung gleichsam zellenartig mit Cisternen angefüllt und von Gängen durchwühlt sei Er selbst ließ sich 82' tief in einen Brunnen hinab, welcher sich an der Stelle befindet, wo früher das „Thal der Käseverkäufer" war, und folgte, mittelst einiger Stufen, die in den massiven Felsen gehauen waren, dem Strome bis er zur Quelle kam Diese und viele andere Entdeckungen, die auszuzählen ich nicht für nöthig finde, werden mit dem Plane der Stadt veröffentlicht werden. Sehr wünschenswerth wäre es, wenn, noch ehe die Gesellschaft das Land verläßt, eine Frage erledigt würde; diese ist die genaue Bestimmung der relativen Höhe der Meeresspiegel des mittelländischen und des todten Meeres, verbunden mit der Ausmessung der absoluten Höhe Jerusalems über dem mittelländischen Meere. (Gewöhnlich nimmt man an, d.gß der Spiegel des mittelländischen Meeres 8^ niedriger als der des atlantischen Ocean ist. In der Mitte der Straße von Gibraltar bemerkt man sehr deutlich den Strom der vom atlantischen Ocean herüberströmenden Wassermasse. Das todte Meer ist wiederum!200' niedriger als der atlgntische Ocean, so daß sein Spiegel und das Ghor, d. i. die Jordan ebene die tiefsten Flächen der Erde sind. Jerusalem liegt 250l> über dem Spiegel des mittelländischen Meeres.) Die Kosten dafür werden ungefähr 2( 0 L. St. betragen, und ich habe begründete Hoffnung, daß dieselben von irgend einer Quelle herbeigeschafft werden. Ich bin, mein Herr/Ihr gehorsmer Diener Henry James, König!. Ingenieur Oberst. Bureau der Artillerie-Brigade Southampton, den 30 Dezember 1864 " Feuilleton. Mahcüm Mei7Othenburg-*) Von Vei»SI»U>. 1. Es lebt' in alten Zeiten Ein Rabbi, grundgelehrt, Gerecht und gyUesfürchtig, Geliebt und hochverehrt. Mahräm Merothenburg nur Ward einfach er genannt, Verfasser manchen Werkes Ist heut' er noch gekannt. Er lebte in den Zeiten **) Wo in dem deutschen Land Verfolgung gegen Juden Noch hatte Oberhand. Wenn auch nicht ganz so blutig Als vor und bald nacher, So fiel der Raubbegierde Die Plünd'rung doch nicht schwer. Er hatte schon im Sinne, Zu zieh'n ins heilige Land, Sein Leben dort zu schließen, Dem Himmel zugewandt, Als ein verruchter Bube, Ein abgefall'ner Mann, Hintrat zu Kaiser Adolph Und also da begann: „Du quälst Dich ab, o Kaiser! In Deiner Geldesnoth, Und doch steht Dir ein Mittel Ganz einfach zu Gebot. Veriuch's, und Du sollst sehen, Es führet Dich zum Ziel, Verschafft Dir, was Du brauchest, Und sei es noch so viel." *) Nach Maase-Nffsim 14. — Der Ramm Mohr 4m ist eine Abbreviatur, gebildet aus den Initiales von Morenu Rabbenu (unser Lebrer und Meiste,) Meir. Er hieß eizcnt ich Meir brn Baruch von (hebr. me-) Rotbenburg und ist besonders berühmt durch seine vortrefflichen noch vorhandenen Rechtsgutachten. — ") Um 1290, also nacb den für die Juden so b'uttgen Kreuzzügrn, und vor dm nicht minder blutigen, wenn auch mur örtlichen Metzeleien, veranlaßt durck einen Rindfleisch, Armleder, uud besonders durch die Flagellanten, sowie durch die Beschuldigungen n ährend der Zeit des schwarzen Todes (1349).—